„Mördersprünge“: Mountainbikestrecke im Lippepark saniert und freigegeben

Ausprobiert und für gut befunden: Mountainbiker Thomas Christopher Grill aus Bönen probierte als einer der ersten die sanierte Strecke im Herringer Lippepark aus.
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Ausprobiert und für gut befunden: Mountainbiker Thomas Christopher Grill aus Bönen probierte als einer der ersten die sanierte Strecke im Herringer Lippepark aus.

Jede Menge Sprungschanzen, große und kleine Hügel, Steilkurven und Brücken: Noch mehr Spaß soll die Mountainbikestrecke im Lippepark ab sofort allen Hobbyradsportlern bereiten.

Herringen – Dafür soll die Neugestaltung des 6500 Quadratmeter großen und öffentlich zugänglichen Areals sorgen, auf dem auch einige neue Elemente eingebaut wurden.

„Es ist ein gutes Angebot, ich werde wiederkommen“, fiel das Urteil von Mountainbiker Thomas Christopher Grill nach den ersten Fahrten auf dem neu gestalteten Gelände sehr positiv aus. Dabei hat der Bönener einen guten Vergleich: Denn schon vor der Neugestaltung sei der Bönener immer wieder mit seinem Bike nach Herringen gekommen, um beispielsweise spektakuläre Sprünge zu üben. „Jetzt ist die Strecke anspruchsvoller“, sagte Grill, der erst vor wenigen Monaten mit dem Mountainbiken angefangen hat. Warum es ihn immer wieder in den Lippepark verschlägt? „Bei uns in Bönen gibt es keine vernünftige Strecke.“

Pflege und Sanierung der Strecke

Gut anderthalb Wochen war zuletzt eine Firma aus Welver damit beschäftigt, die fast zehn Jahre alte Strecke auf Vordermann zu bringen. Im Auftrag des Grünflächenamts kümmerte sich das Unternehmen neben den normalen Pflegearbeiten wie dem Abmähen der Gräser und Stauden auch darum, dass die aufgrund von Wildwuchs teilweise nur noch 30 Zentimeter breiten Fahrspuren repariert und die bis zu zehn Zentimeter tiefen Spurrillen beseitigt wurden. Auch die Hügel und Sprünge modellierten die Mitarbeiter aus Welver neu. Zum Schluss kamen eine Rüttelplatte und ein Stampfer zum Einsatz, um die Strecke zu verdichten.

Neu ist, dass es gleich vier Startrampen gibt, die je nach Leistungsniveau gewählt werden können und die sich in der Anlauflänge und der Absprungformen unterscheiden. Ebenfalls dazugekommen ist eine zweite Brücke, die es zu überfahren gilt. „Highlight“ sind aber zwei aufeinanderfolgende hohe Hügel, die beide überfahren oder mit ordentlich „Karacho“ sogar übersprungen werden können. „Das ist ein Mördersprung“, sagte der Bönener Hobby-Mountainbiker Thomas Christopher Grill. Denn: Es gilt einen Abstand von vier bis fünf Metern zu überspringen. Aufgrund der Vielfalt betont er aber: „Hier gibt es für alle etwas“, meinte Grill.

Das Besondere an den Bauarbeiten

Zwar gab es Pläne, nach denen die Firma vor Ort arbeiten sollte, doch war dem Grünflächenamt als Auftraggeber die Beteiligung der Nutzer sehr wichtig. „Während der eineinhalb Wochen waren immer wieder Nutzer vor Ort und haben dem Baggerfahrer ihre Wünsche und Anregungen übermittelt“, erklärte Heribert Plattfaut von der städtischen Grünflächenpflege.

Dass die Biker ihre Ideen einbringen konnten, sei beispielsweise bei den Steilkurven wichtig gewesen. Denn so konnten die Mountainbiker direkt vor Ort zeigen, wie genau die teilweise 1,40 Meter hohen Steilkurven – wie man sie etwa von Bobbahnen kennt – aussehen sollen.

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Hoher Andrang bei Wiedereröffnung

Bei der Vorstellung der fertigen Strecke war schon am Vormittag einiges los. Vor Ort waren auch einige Kinder, die sich an den kleinen Hügeln probierten. Nachmittags seien oftmals fünf bis 20 Biker vor Ort, schätzte Hobbyradsportler Grill. Das war allerdings vor der Neugestaltung. Durchaus möglich also, dass der Andrang nun noch größer wird. „Wenn wir sehen, dass die Strecke gut genutzt wird, machen wir es gerne“, betonte Heribert Plattfaut vom Grünflächenamt. Wie er ankündigte, werde es voraussichtlich noch diesen Sommer eine zweite Bank-Tisch-Kombination geben. Auch über eine Holzstartrampe denke man noch nach.

Geplant war die Neugestaltung unter anderem für das NRW-Radfest. „Auch wenn wir in diesem Jahr leider auf das Lippeparkfest und das Radfest NRW verzichten müssen, freut es uns besonders, dass die aufgepimpte Mountainbikestrecke jetzt wieder stärker genutzt wird – und das coronakonform“, so Dörthe Strübli vom Stadtmarketing.

Mountainbikestrecke

Die Mountainbikestrecke im Lippepark bietet Elemente wie Hügel und Sprungschanzen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden an. Das Gute daran: So können sichRadsportler jeden Niveaus dort austoben – vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen. Erreichbar ist die öffentlich zugängliche Strecke unter anderem über die Schachtstraße: Dazu geht man entweder über das Sportgelände des SVF Herringen oder nebenher. Links hinten neben dem Vereinsheim führt eine Treppe nach oben, dort befindet sich die Mountainbikestrecke. Erreichbar ist diese aber unter anderem auch über die Funsportanlage. Wer sich auf der Strecke austoben möchte, sollte übrigens immer einen Fahrradhelm und Knieschoner tragen.

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