"Stinke-Bach" bekommt eigenen Abwasserkanal

+
Der Hoppeibach, Hamms letzter offener Schmutzwasserlauf, bekommt einen Abwasserkanal.

Herringen - Die Arbeiten für den neuen unterirdischen Abwasserkanal entlang des Hoppeibachs kommen gut voran.

Der Hoppeibach ist eines der letzten Gewässer im gesamten Lippegebiet, das noch Abwasser führt. Noch – denn derzeit arbeitet der Lippeverband daran, das zu ändern. Und dabei kommt ein besonderes Verfahren des Kanalbaus zum Tragen. 

Anders als beim bergmännischen Verfahren wird der Abwasserkanal nicht unter Tage vorgetrieben. Jedoch handelt es sich auch nicht um eine komplett offene Bauweise, bei der zunächst die gesamte Trasse ausgehoben wird, um die Rohre anschließend hinein zu legen. „Bei dem halb-offenen Verfahren werden immer nur stückchenweise acht bis zehn Meter der Kanaltrasse ausgehoben. Danach werden die Rohre verlegt und die Trasse wird wieder zugeschüttet“, so Verbandssprecher Ilias Abawi. 

Beim Hoppeibach sind die Arbeiten in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste beginnt im Bereich Am Damm/Kamener Straße in Pelkum und endet in Höhe der Straße Deutzholz. Neben der Verlegung des Abwasserkanals wird hier auch ein neuer Stauraumkanal gebaut. Der zweite Bauabschnitt umfasst den Bau des Abwasserkanals von der Kreuzung des Hoppeibachs mit der Straße Deutzholz bis zur Einmündung Fangstraße. Die Arbeiten laufen seit Dezember 2017. Beginnend an der Einmündung Deutzholz/Fangstraße, wurde der Abwasserkanal in westliche Richtung verlegt – insgesamt schon mehr als 500 von insgesamt rund 700 Metern in Tiefenlagen zwischen fünf und sieben Metern. Weiterhin wurden sechs Schächte eingebaut, einer in der Fang- straße, fünf in der Straße Deutzholz. Außerdem wurde ein neues Regenrückhaltebecken erstellt. 

Auch im ersten Abschnitt hat sich schon einiges getan. Nach Angaben des Lippeverbands wurde das neue Regenrückhaltebecken nahe der Kamener Straße als vorlaufende Maßnahme ausgebaggert. Zum Anschluss des Stauraumkanals sei bereits der künftige Einlaufschacht des Drosselbauwerkes in fünf Meter Tiefe als Betonfertigteil eingebaut worden. „Bislang wurden für den Stauraumkanal rund 20 Meter verlegt.“ 

Die Arbeiten, die nach Angaben des Lippeverbands „voll im Zeitplan liegen“, gehören zur Gesamtmaßnahme „Renaturierung Herringer Bach“, für das der Lippeverband rund 50 Millionen Euro eingeplant hat. Zu den bisher durchgeführten Maßnahmen gehören unter anderem die Verrohrung des Herringer Bachs und der Bau von zwei neuen Pumpwerken an der Weetfelder Straße und in Höhe der Firma Riba. In den kommenden Monaten stehen noch weitere Arbeiten an. Sie sollen zum einen dafür sorgen, dass der Herringer Bach, der Hoppeibach und der Wiescherbach nach Abschluss der Maßnahme nur noch „nicht klärpflichtiges Wasser“ führen. Zum anderen soll dadurch der Hochwasserschutz im gesamten Einzugsgebiet verbessert werden. Zum Abschluss der Renaturierung werden in allen Bächen die Betonschalen herausgenommen. Als eine weitere Maßnahme ist ein „Blaues Klassenzimmer“ in Höhe der Jahn-/Lindenschule geplant, das Schulen, Kitas und Vereine für praxisnahen Unterricht im Freien nutzen können. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.