19 Häuser und 138 Wohnungen an der Holstenstraße

Sanierungsbedürftig: HGB steckt 14,6 Millionen Euro in 60er-Jahre Wohnquartier

Der Charme der 1960er-Jahre: Die Hammer Gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) investiert in einen Teil ihrer Wohnungen an der Holstenstraße in der Westenheide in Hamm-Herringen.
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Der Charme der 1960er-Jahre: Die Hammer Gemeinnützige Baugesellschaft investiert in einen Teil ihrer Wohnungen an der Holstenstraße.

Westenheide – In der Westenheide entsteht neuer, attraktiver Wohnraum: Für 14,6 Millionen Euro lässt die Hammer Gemeinnützige Baugesellschaft (HGB) in den kommenden knapp dreieinhalb Jahren 138 Wohnungen an der Holstenstraße von Grund auf sanieren.

Die HGB setzt das Vorhaben mit starker finanzieller Unterstützung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen um. Aus dem Programm zur Quartiersentwicklung fließen insgesamt 13,8 Millionen Euro in das Projekt. Da neben den Wohnungen auch das gesamte Umfeld der insgesamt 19 Häuser aufgewertet wird, sprach HGB-Geschäftsführer Thomas Jörrißen von einem „ganzheitlichen Konzept“.

Nach dem Start im Juni sind die ersten sieben Wohnungen mittlerweile durchsaniert. Es handele sich dabei, so Bauleiter Timo Schubert, um leerstehende Wohnungen. Davon gebe es insgesamt 40. Die geplante Sanierung im Blick, habe man sie zuletzt auch nicht mehr vermietet, erklärte Schubert diese relativ hohe Zahl. Bis Ende des Jahres wolle die HGB rund 25 von ihnen saniert haben. Ab dem Frühjahr seien dann auch die vermieteten Wohnungen an der Reihe.

Durchbruch gelungen: In einer Wohnung an der Holstenstraße informierte sich HGB-Geschäftsführer Thomas Jörrißen im Beisein von Ratsfrau Christine Kosinowski über den Stand der Sanierung.

Die betroffenen Häuser stammen aus den 1960er-Jahren, die Wohnungen waren nicht mehr zeitgemäß. „Wir führen eine Kernsanierung durch. Pro Wohnung dauert sie etwa sechs Wochen“, so Schubert. Angefangen vom barrierefreien Badezimmer über die Heizung bis hin zu Fenstern mit Einbruchschutz und Türen: Alles werde neu, sagte der Bauleiter während einer Begehung der Musterwohnung. Jörrißen wies zudem auf den Sicherungskasten hin, in dem ein Multi-Media-Verteiler untergebracht ist. Er ermöglicht es unter anderem, dass die künftigen Bewohner in allen Räumen LAN empfangen können.

Doch nicht nur in den Wohnungen, den Fluren und an den Gebäuden tut sich etwas. Wichtig ist Jörrißen auch die Aufwertung der Außenbereiche – insbesondere der Grünanlagen. „Sie sollen zu einem Treffpunkt für die Bewohner werden“, sagte er. Durch verschiedene Maßnahmen wolle man mehr Aufenthaltsqualität schaffen. Daher habe man eine Landschaftsarchitektin mit ins Boot geholt.

Höhere Mieten, geringere Nebenkosten an der Holstenstraße

Eine wichtige Rolle spielt auch die Mobilität. So wolle man im Zuge der Sanierung einen oder mehrere Fahrradschuppen errichten, in denen die Bewohner beispielsweise ihre E-Bikes abstellen können. „Dann müssen sie ihre Räder nicht immer aus dem Keller holen“, so Jörrißen. Zudem werde man weitere Parkplätze, eingebettet in die Grünanlage und ausgestattet mit Rasengittersteinen, anlegen. Das alles solle das Quartier aufwerten und die Lebensqualität in der Westenheide erhöhen.

Für die Mieter bedeutet das allerdings auch eine Mietererhöhung. Statt 5,20 werden sie künftig 6,10 Euro pro Quadratmeter zahlen. Auf der anderen Seite werden aufgrund der energetischen Maßnahmen die Nebenkosten gesenkt, erklärte Jörrißen. Wie der Geschäftsführer weiter ausführte, werde man demnächst auf alle Mieter zukommen und ihnen ein Angebot für einen Umzug in eine frisch renovierte Wohnung im Quartier unterbreiten.

Westenheide habe viel zu bieten

Und was passiert mit denen, die nicht umziehen möchten? „Auch hier werden wir eine Lösung finden“, versprach der Geschäftsführer. Man werde niemandem die Pistole auf die Brust setzen. „Wir möchten, dass sich die Menschen wohlfühlen und sie unsere Mieter bleiben.“

CDU-Ratsfrau Christine Kosinowski freute sich sehr über die millionenschweren Investitionen und sprach von einer deutlichen Aufwertung „ihrer“ Westenheide. Hier werde moderner Wohnraum für verschiedene Familienformen geschaffen. Von vielen werde dieses Quartier unterschätzt. Ob Schulen, Kitas, Einkaufsmöglichkeiten oder ein Naherholungsgebiet vor der Tür: Die Westenheide habe viel zu bieten.

Die HGB und weitere Sanierungsprojekte in Hamm

Die HGB hat in den vergangenen Jahren mehrere Wohnviertel in der Stadt saniert beziehungsweise komplett erneuert. Ein Beispiel ist das Stadttor Ost an der Lippestraße in Hamm-Osten.

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