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Herringen: Hammerkopfturm droht der Abriss

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© Reiner Mroß

Hamm - Bisher ist es ein Ort der Erinnerungen, doch gestern ging es auf dem Bergwerk Ost vor allem um Zukunftsvisionen. Knapp 120 Interessierte waren zum „Sonntagsgespräch“ mit Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann gekommen.

 Zum Auftakt der wiederaufgelegten Reihe hatte er zu einem Rundgang über das alte Zechengelände eingeladen. Im Anschluss wurde in der Lohnhalle der städtebauliche Rahmenplan für das Areal vorgestellt. Was heute noch hinter geschlossenen Schranken liegt, soll in Zukunft frei zugänglicher, öffentlicher Raum werden: „Hier sollen Menschen flanieren und in Restaurants gehen – und sich nicht mehr vorher beim Pförtner anmelden müssen“, sagte Stephan Aumann vom Stadtplanungsamt. Raum für Ideen gibt es genug: „Die Bergwerksfläche beträgt insgesamt rund 55 Hektar“, berichtete Aumann.

Die Stadt – das betonte Thomas Hunsteger-Petermann – werde sich an der Infrastruktur beteiligen, aber es werde keine dauerhaften Subventionen geben. Das bedeutet aber auch: Wo sich keine Nachnutzung finden lässt, droht der Abriss. Um die einzelnen Standorte und Objekte für Investoren schmackhaft zu machen, wird nun reichlich Vorarbeit geleistet. Alles wird genauestens vermessen, Bodenproben werden genommen und Wartungskosten für Gebäude ermittelt. Denn Visionen sind die eine Seite, doch müssen sie auch umsetzbar sein. Dem einen oder anderen Besucher erschien es wie der Bau von Luftschlössern, wenn beispielsweise vom angedachten Amphitheater für bis zu 5 000 Besucher die Rede war. Aumann ruderte ein wenig zurück: „Das klingt vielleicht erstmal ein bisschen sehr übertrieben“, aber so etwas könne sich auch langsam entwickeln, etwa mit der Anlage von Erdwällen. Man müsse sehen, wie so etwas angenommen werde.

Recht düster sieht es bisher für den Hammerkopfturm aus. Der OB sagte, es sei ihm und der Stadt sehr wichtig, ihn zu erhalten. Doch bisher mangelt es an realistischen Ideen für eine Nachnutzung – zumal für das Gebäude enorme Wartungskosten erwartet werden. Wie hoch die liegen, werde noch geprüft. Bei aller Zukunftsmusik interessierten sich die Besucher gestern doch noch sehr für die Vergangenheit. So nutzten auch die Hobbyfotografen Norbert Bergmeier und Helmut Höhling die Gelegenheit, alles abzulichten, was vielleicht schon bald verändert werden oder ganz verschwinden könnte. Andere, wie das Ehepaar Gierse, blickten gespannt auf die Zukunft des Geländes: „Die Lohnhalle ist wirklich sehr attraktiv“, und auch insgesamt könne der Standort ein tolles Aushängeschild für Hamm werden. Wie gut sich die Zechenbrache als Ort der Kultur macht, wird sich am Samstag bei der ExtraSchicht zeigen. 

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