Giftraupen: Gefahr noch nicht gebannt

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Viele Nester des Eichenprozessionsspinners wurden mittlerweile zwar abgesaugt beziehungsweise wurden  verlassen. Die Gefahr durch zurückgebliebene Härchen der Giftraupe bleibt aber

Herringen - Der Eichenprozessionsspinner befindet sich zwar auf dem Rückzug, die Gefahr ist aber noch nicht gebannt.

Auch wenn die Anzahl der neuen Nester in den vergangenen Tagen zurückgegangen ist: Der Eichenprozessionsspinner hält die Mitarbeiter der Verwaltung weiter auf Trab und veranlasst den einen oder anderen Bürger zu heftiger Kritik. Einer der mittlerweile über 620 gemeldeten Standorte befindet sich auf einem städtischen Grundstück in Höhe der Lünener Straße 132. Nur etwa 30 Meter davon entfernt liegen zwischen Gutermuth- und Kanalstraße zwei Bushaltestellen – also Bereiche, an denen ein recht starker Publikumsverkehr herrscht. 

Wie ein Anwohner berichtete, habe er die Nester vor etwa 14 Tagen der Verwaltung gemeldet. Entfernt worden seien sie bis heute nicht. „Es gibt nicht einmal einen Hinweis darauf, dass wir es hier mit dem Eichenprozessionsspinner zu tun haben“, ärgerte er sich. Wie der Herringer weiter ausführte, seien er und auch andere Menschen mit durch die Luft wirbelnden Härchen der Giftraupe in Kontakt gekommen und hätten Verletzungen davongetragen. Bei ihm seien seine Beine betroffen. 

Stadtsprecher Lukas Huster bat um Verständnis, dass angesichts der Vielzahl der gemeldeten Nester – rund zwei Drittel befinden sich auf städtischen Grundstücken – diese nicht wie ursprünglich geplant binnen 24 beziehungsweise 72 Stunden an weniger neuralgischen Punkten abgesaugt werden können. „Die von uns beauftragte Firma konnte dem gar nicht so schnell nachkommen, wie neue Nester gemeldet wurden.“ Daher könne man sich derzeit nur auf die Nester an neuralgischen Punkten wie Kindergärten und Spielplätzen konzentrieren. Die Vielzahl der gemeldeten Nester ist laut Huster auch ein Grund dafür, dass die Stadt keine Warnungen aufstellen kann. Das Anbringen und spätere Wegnehmen der Hinweise sei logistisch einfach nicht zu bewerkstelligen, sagte der Stadtsprecher. 

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Doch selbst wenn die Nester abgesaugt werden oder schon verlassen sind: Eine Restgefahr besteht dann immer noch, dass Bürger mit Härchen, die die Giftraupen verloren haben, in Kontakt kommen. Die von der Stadt beauftragte Firma bemühe sich zwar, alles abzusaugen. Es komme jedoch vor, dass einzelne Härchen zurückbleiben. Das Gefahrenpotenzial sei aber gering. 

Unterschiedliche Auffassungen bei den Experten gibt es darüber, wie weit sie durch die Luft transportiert werden. Einige sprechen von mehreren Kilometern, andere von 100 bis 200 Metern. Das dürfte auch auf den aktuellen Herringer Fall zutreffen. Wie der Betroffene sagte, wohne er etwa 100 Meter Luftlinie von der Eiche an der Lünener Straße entfernt. Aus Angst von den Härchen der Giftraupe öffne er sein Schlafzimmerfenster derzeit nicht. 

Und wann gibt es Entwarnung? Beim nächsten großen Regen dürften, so Huster, auch die letzten Härchen weggespült werden. In den kommenden Wochen wollen die Verantwortlichen bei der Stadt sich zusammensetzen und überlegen, was hinsichtlich einer möglichen Giftraupen-Plage im Jahr 2020 zu tun ist und wie man sich aufgrund der Erfahrungen aus diesem Jahr noch besser dafür wappnen kann.

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