Freymuth-Schule: Vor Abbruch kommt Asbestsanierung

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Unter anderem der Anbau und der Laubengang der Arnold-Freymuth-Schule werden abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen.

Herringen - Bevor der Anbau der Arnold-Freymuth-Schule abgerissen wird, muss eine Asbestsanierung stattfinden.

Herringen – Wie in vielen Bauten aus dieser Zeit wurde auch in dem 1966 errichteten Anbau der Arnold-Freymuth-Gesamtschule (damals Falkschule) Asbest verwendet – als Putz- und Spachtelmasse, wie Stadtsprecher Lukas Huster auf Anfrage sagte. „Solange die Wände in Ruhe gelassen werden, besteht keinerlei Gefahr.“ 

Beim demnächst anstehenden Abriss des Anbaus, den die Stadt derzeit ausgeschrieben hat, müssen allerdings einige Sicherheitsvorkehrungen beachtet werden. Ohne eine vorherige Schadstoffsanierung kann das Gebäude nicht abgerissen werden. Ansonsten würde nämlich die Gefahr bestehen, dass krebserregende Asbestpartikelchen freigesetzt werden. Nachgewiesen wurden die asbesthaltigen Stoffe laut Ausschreibung im Bereich der Stahlbetonstützen sowie in den Heizungsnischen. 

Viele Herringer dürften sich noch an die letzte große Asbestsanierung aus dem Jahr 2015 erinnern: Im Vorfeld des Abrisses musste diese in den Hochhäusern an der Waldenburger Straße durchgeführt werden. Damals hatte man es mit einem asbesthaltigen Bodenbelag in den Wohnungen, mit asbesthaltigen Balkonbrüstungen sowie mit Asbest im Spachtel-/Farbverbund der Original-Fassade zu tun. Die Gebäude mussten sogar verhüllt werden, was aber nicht auf die Asbestsanierung zurückzuführen war. Grund war vielmehr die Wärmedämmung. Die war zwar komplett schadstofffrei, allerdings styroporhaltig. Und beim Brechen der Platten wurden viele Kügelchen freigesetzt. Damit sich diese nicht in der Gegend verteilen, wurden die Gebäude verhüllt. 

Verhüllung nicht erforderlich

An der Arnold-Freymuth-Gesamtschule ist eine Verhüllung nicht erforderlich. Und auch wenn die dortige Schadstoffsanierung, wie Huster es sagte, „Routinearbeit ist“: Nach außen hin werden luftdichte Schleusen errichtet. Sie sollen verhindern, das Schadstoffpartikel in die Umwelt gelangen. Die Arbeiter, die mit der Sanierung beauftragt sind, müssen zudem eine Schutzausrüstung tragen. „Der Rückbau findet bei laufendem Schulbetrieb statt. Zur Vermeidung von Irritationen dürfen Schutzanzüge, Atemschutzmasken, etc. nicht offen und für jedermann sichtbar getragen werden“, heißt es in der Ausschreibung. 

Neben dem Anbau mit dem Verwaltungstrakt und einigen Klassen werden auch das dazugehörige Treppenhaus, der Laubengang, der Kiosk sowie ein Lagerhaus abgerissen. Nach dem Verschließen des Treppenhauses zum Altbau kann das Obergeschoss darüber nicht mehr erreicht werden. Laut Ausschreibung ist für die Abbruch- und Sanierungsarbeiten daher ein bauzeitlicher Zugang zum Obergeschoss zu schaffen (Treppenturm). Mit Rücksicht auf den Schulbetrieb ist zudem ein „erschütterungsarmer Rückbau vorzunehmen“. 

Neben dem Asbest wurden in dem über 50 Jahre alten Anbau auch künstliche Mineralfasern (KMF) nachgewiesen, die ebenfalls als krebserregend gelten. Sie wurden für die Füllung von Leichtbauwänden, zur Isolierung von Rohrleitungen und zur Trittschalldämmung unterm Estrich verwendet. Auch sie müssen ausgebaut werden. 

Die Schadstoffsanierung und der Abbruch sollen noch in diesem Jahr durchgeführt werden, voraussichtlicher Beginn ist im September. Voraussetzung ist, dass bis dahin die Containeranlage, in die die Verwaltung und einzelne Klassen einziehen werden, steht. Die Ausschreibung hierfür läuft ebenfalls.

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