Franchisenehmer Lauenroth bilanziert das erste Halbjahr

Nach "heftigem Auf und Ab": Subway in Hamm angekommen

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Henning Lauenroth vor seinem Subway in Herringen. Hinten rechts ist die Burger-King-Filiale zu sehen.

Hamm - Einige Namen aus der Systemgastronomie besitzen für viele Leute eine geradezu magische Wirkung: Neben McDonald's und Burger King gehört auch Subway dazu - einer der Weltstars in diesem Bereich. Seit einem halben Jahr ist Subway wieder in Hamm vertreten. Zeit für eine Zwischenbilanz.

Die Stadt Hamm gilt nicht gerade als leichtes Pflaster für anspruchsvolle Geschäftsleute, die sich eine Existenz aufbauen möchten. Sie brauchen Geduld und Spucke, das zeigt aktuell das Beispiel „Subway“. Denn hinter dem großen Namen verbergen sich immer einzelne Unternehmer, individuelle Schicksale. Wie das von Henning Lauenroth: Der Bielefelder hat sich im Dezember 2017 an der Dortmunder Straße mit einer Subway-Filiale selbstständig gemacht.

„Die Kunden sagen mir oft: Hamm ist sehr speziell“, sagt der Filialchef. Ja – der 50-Jährige, auf dessen Namensschild schlicht „Henning“ steht, hat den Menschenschlag hier in diesem halben Jahr kennen- und verstehen gelernt. „Ein heftiges Auf und Ab“ habe er hinter sich. Das habe er so nicht erwartet, ergänzt er entsprechend ehrlich. Die anfängliche Euphorie mit viel Applaus in der Bevölkerung sei nach dem Jahreswechsel zunächst ins Gegenteil umgeschlagen: Vor allem die Wintermonate Januar und Februar seien sehr ruhig gewesen.

Lange Tage und viele Kilometer

Inzwischen habe sich jedoch vieles eingependelt. Lauenroth lernte schnell („Systemgastronomie war für mich totales Neuland“), nahm die Entwicklung sensibel wahr, passte Personal und Öffnungszeiten der Nachfrage an („Der Name Subway scheint nicht für Frühstück zu stehen.“) und investierte über allem Mut, Durchhaltevermögen und Zeit. 12- bis 14-Stunden-Tage müssen für ihn als Selbstständigen ohnehin selbstverständlich sein. Die täglichen 150 Pendelkilometer nagen an dem Familienvater indes viel stärker als die Zeit, die sie schlucken. Das ist für ihn eben bares Geld.

Die immer wieder geäußerte Wahrnehmung „Da ist ja nie was los“, mag Lauenroth so nicht stehen lassen. Nach ruhigen Vormittagen würden viele Berufstätige aus dem Umfeld im Lokal die Mittagspause verbringen. Und besonders zum Feierabend ziehe der Kundenstrom dann wieder an und bleibe bis gegen 22 Uhr auf gutem Niveau. Der 50-Jährige lässt seine Zufriedenheit in dem Satz gipfeln: „Wir haben alles richtig gemacht.“ Dabei strahlt er Zuversicht und Zufriedenheit aus.

Warten auf das "Grand Opening"

Gefragt, ob es eine positive Wechselwirkung mit etablierten dem „Burger King“ auf der anderen Straßenseite gebe, zögert Lauenroth. Das sei schwierig zu sagen: „Am Ende haben wir wohl doch jeweils ein eigenes Publikum.“

Bleibt noch die Frage nach einer standesgemäßen Eröffnungsfeier. Denn die war im Dezember 2017 nur vage angekündigt worden. „Wir hatten schon mehrere Aktionen – die sollten sich damit nicht überschneiden“, erklärt Franchisenehmer Lauenroth, der die Filiale zwar in wirtschaftlicher Eigenverantwortung betreibt, zugleich aber zugibt: „Das das ‘Grand Opening’ wird aber sicher noch passieren – auch weil Subway das so möchte.“

Stichwort Subway

„Subway“ ist nach eigenen Angaben mit rund 44.200 Lokalen die nach Standorten größte Restaurantkette der Welt. In Hamm hatte es nach Schließungen in der City-Galerie und am Römerberg zuvor fünf Jahre lang keine Subway-Filiale gegeben. Die nächstgelegene gibt es in Dortmund. Subway greift mit seinen Angeboten nicht die typische Fastfood-Burger-Palette von McDonald’s oder Burger King auf, sondern umfasst primär Sandwiches, Wraps und Salate. Die Sandwiches werden individuell in Sichtweite zubereitet.

Stichwort Franchise

Vor allem in der Gastronomie ist Franchise weit verbreitet, neben Subway etwa bei McDonald’s und Burger King. Aber auch Edeka-Filialen funktionieren so. Dabei geben die Unternehmen mit starker Marke und funktionierendem Konzept ihr Wissen an Unternehmer weiter, die eine eigene Filiale gründen wollen. Diese arbeiten dann in Eigenverantwortung; im besten Fall profitieren beide Seiten davon. Henning Lauenroth hat nach eigenen Angaben „einen größeren sechsstelligen Betrag“ in die Hammer Subway-Filiale gesteckt.

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