Eigentümer will Bebauungsplanänderung

Doch kein China-Restaurant im früheren Herringer „Joy-Park“

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Herringen - Die Nachnutzung der ehemaligen Discothek „Joy-Park“ an der Dortmunder Straße ist wieder völlig offen.

Der potenzielle Mieter, ein renommierter China-Restaurant-Betreiber, hat von seinem Recht Gebrauch gemacht und ist vom Mietvertrag zurückgetreten. Das bestätigte Sebastian Wels, Geschäftsführer der Haus Kentrop GmbH, die das Objekt betreut. Eigentümer der Immobilie ist die Intown Gruppe aus Berlin.

Vor einem Jahr hatte WA.de noch vermeldet, dass ein China-Restaurant in den ehemaligen „Joy-Park“ ziehen werde. Die Verträge seien unterschrieben, die Planung für den Umbau werde in Kürze beginnen, hieß es damals. Doch dazu kam es erst gar nicht. Denn: Die Stadt hat einen Gastronomiebetrieb an dieser Stelle nicht genehmigt. Grund sei der Bebauungsplan, wie Wels erklärte. Er lasse diese Nutzung nicht zu. Das sei bei der Unterzeichnung des Mietvertrags so noch nicht abzusehen gewesen.

Die Nachnutzung des ehemaligen „Joy-Parks“ scheiterte jetzt erneut. Der Betreiber eines China-Restaurants musste seine Pläne aufgeben, weil eine derartige Nutzung nicht erlaubt ist.

Alle Akteure hätten das Projekt positiv gesehen. Dann aber habe sich das Rechtsamt kritisch geäußert. Dies machte es dem Betreiber des China-Restaurants möglich, vom Vertrag zurückzutreten.

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Nun hätte er allerdings die Möglichkeit gehabt, eine Änderung des Bebauungsplans – und damit eine Nutzungserweiterung – abzuwarten. In der Zwischenzeit habe sich aber eine neue Situation ergeben, so Wels. Und die betrifft das knapp drei Kilometer vom ehemaligen „Joy-Park“ entfernt gelegene Kamps-Gebäude an der Wilhelmstraße. „Hier will ebenfalls ein China-Restaurant-Betreiber einziehen“, berichtete Wels. Und zwei große China-Restaurants so nah beieinander machten keinen Sinn. Daher habe der Betreiber aus dem „Joy-Park“ sich dazu entschieden, seine Pläne an dieser Stelle nicht weiter zu verfolgen.

Stadt prüft Nutzungsänderung

Wels ist dennoch guter Dinge, die Immobilie in absehbarer Zeit vermieten zu können. Der Eigentümer habe einen Architekten damit beauftragt, die Änderung des Bebauungsplans in die Wege zu leiten. „Ziel ist es, mehr Nutzungsmöglichkeiten zu haben.“ Das werde die Vermarktung erleichtern.

Nach Einschätzung von Stadtsprecher Tom Herberg dürfte eine Bebauungsplanänderung rund ein Jahr dauern. Ob es aber überhaupt dazu kommt, ließ er noch offen. Er bestätigte gegenüber WA.de, dass es für den „Joy-Park“ mehrere Anfragen aus dem Gastronomiebereich gegeben habe. Man werde daher prüfen, inwieweit eine Nutzungsänderung an dieser Stelle Sinn mache und ob sie überhaupt möglich sei. Erst danach könne man ein Verfahren in Gang setzen.

Wie er weiter ausführte, habe es in den damaligen Planungen für das Gewerbegebiet bereits konkrete Pläne für eine Disco gegeben. „Deshalb wurde im Bebauungsplan eine Sondernutzung für einen Discobetrieb aufgenommen – eine reine Gastronomie ist hierbei allerdings nicht inbegriffen.“ Eine entsprechende Änderung könne man aber nicht im stillen Kämmerlein machen, sondern würde diese unter Beteiligung der Öffentlichkeit in einem üblichen Verfahren vollziehen.

Gebäude mit wechselvoller Geschichte

Das Gebäude, in dem auch ein Baumarkt untergebracht ist, kann auf eine wechselvolle Geschichte zurückblicken. Anfang der 1980er-Jahre eröffnete im Obergeschoss der legendäre „Joy Park“. Nach dessen Schließung wurde unter verschiedenen Namen versucht, die Discothek wieder zum Leben zu erwecken. Doch egal ob „Change“, „Corolli“ oder zuletzt „Soundgarden": Alle Versuche, an diesem Standort eine Disco zu etablieren, scheiterten. Der letzte Betreiber musste Mitte 2013 Insolvenz anmelden, zweieinhalb Jahre nach der Wiedereröffnung. Seitdem steht die Fläche leer.

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