Mitarbeiterparkplätze werden kaum angenommen

Dauerparker im Lippe-Carrée sorgen weiter für Ärger

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Freie Parkplätze gibt es auf dem bewirtschafteten Parkplatz im Lippe-Carree nur selten.

Herringen - Tote Hose im Lippe-Carrée: Die Mitarbeiterparkplätze werden kaum angenommen.

Fast 130.000 Euro haben die Stadt und einige im Lippe-Carrée ansässige Geschäftsleute in die Hand genommen, um den Wiesenpark und den Parkplatz hinterm Bürgeramt herzurichten – vor allem als Parkplatz für Mitarbeiter und Pendler. Das Problem: Aktuell werden sie kaum angenommen. 

Das wundert einen Geschäftsmann nicht. Denn statt auf den dafür hergerichteten Parkplätzen zu parken, stellten einige Mitarbeiter ihre Autos weiterhin über mehrere Stunden in den Wohnstraßen, andere sogar auf dem von der Firma Safe Place bewirtschafteten privaten Parkplatz im Lippe-Carrée ab. 

Doch wie kann das gehen? Auf Initiative der Holland Immo Group aus Eindhoven – sie ist Eigentümerin – wurde die Parkzeit auf dem großen Parkplatz Anfang 2019 begrenzt, damit dort keine Dauerparker ihre Autos abstellen können. Ein Mitarbeiter von Safe Place kontrolliert das auch und stellt bei Überschreiten der Parkzeit Knöllchen aus. Wie der Geschäftsmann berichtete, habe das Unternehmen auf Drängen einiger Geschäfte zunächst einige Mitarbeiterausweise ausgestellt.

Diese ermöglichten es Mitarbeitern, als Dauerparker den bewirtschafteten Parkplatz zu nutzen. Zudem gebe es Mitarbeiter aus dem Ärztehaus, die sich selbst einen Patientenausweis ausstellten, um bei Überschreiten der Parkzeit ebenfalls nicht zur Kasse gebeten zu werden. 

Zu Erklärung:

Die Höchstparkdauer auf dem bewirtschafteten Parkplatz beträgt zwei Stunden. Da ein Arztbesuch aber auch schon mal länger dauern kann, stellen die Ärzte ihren Patienten Parkausweise aus. Diese können sie ins Auto legen oder bei Vorlage das von Safe Place bei Überschreitung der Parkzeit eingeforderte Geld zurückverlangen. Eine Mitarbeiterin des Düsseldorfer Unternehmens stellte klar, dass Safe Place selbst keine Patientenausweise ausgestellt habe. Man werde dem Hinweis allerdings nachgehen. 

Das hält der Geschäftsmann auch für erforderlich. Denn durch einige Dauerparker würden den Kunden der Geschäfte und den Patienten des Ärztehauses dringend benötigte Parkplätze weggenommen. Eindringlich appellierte er daher an die Mitarbeiter aus dem Lippe-Carrée, die in wenigen Gehminuten erreichbaren Mitarbeiterparkplätze zu nutzen. „Durch ihr Verhalten sägen sie den Ast ab, auf dem sie sitzen“, findet er klare Worte. Vor allem zu den Stoßzeiten gebe es immer wieder Kunden, die verzweifelt Parkplätze suchten. Er denke da insbesondere an Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind oder die einen Großeinkauf vor der Brust haben. Und die müssten nun einmal direkt am Ärztehaus und den Lebensmittelmärkten parken. Doch einige Parkplätze seien – völlig unnötig – von Dauerparkern belegt. „In der Folge kaufen sie woanders ein oder gehen woanders zum Arzt.“ 

Es muss gegengesteuert werden

Peter Scholz, Vorsitzender der Herringer Interessengemeinschaft, und SPD-Ratsherr Franz Tillmann finden ebenfalls, dass dem gegengesteuert werden muss. „Ich frage mich, warum wir so viel Geld in die Hand genommen und den Wiesenpark beziehungsweise den Parkplatz hinterm Bürgeramt hergerichtet haben, wenn diese nicht angenommen werden“, so der Politiker. Das Geld hätte man dann auch in andere Projekte stecken können, zum Beispiel in Schulen. Eigentlich sollten sich die Mitarbeiter glücklich schätzen, dass im Lippe-Carrée überall kostenlos und nah geparkt werden könne. Diesen Luxus gebe es in der City nicht, so Tillmann. 

Ebenso wie der Geschäftsmann richtet er daher seine Bitte an alle Mitarbeiter aus dem Lippe-Carrée, ihre Fahrzeuge auf den extra für sie hergerichteten Parkplätzen abzustellen und den Kunden/Anwohnern keine Stellplätze wegzunehmen. Wie Safe Place-Chef Dr. Andre Westhoff erklärt, stelle sein Unternehmen in bestimmten Fällen Mitarbeiterausweise aus. Wie viele es in Herringen sind, wisse er nicht. Über die Zahl der Knöllchen dürfe er keine Auskunft geben. Das sei mit den Eigentümern vereinbart worden.

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