Die Aspekte Natur, Verkehr und Arbeitsplätze im Überblick

Bürgergemeinschaft Weetfeld kritisiert Inlogparc als "eher gescheitertes Projekt"

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Ein Erfolg oder ein Flop? Hinsichtlich des Hammer Teils des Inlogparcs sind die Auffassungen der Stadt Hamm und der Bürgergemeinschaft gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft höchst unterschiedlich.

Weetfeld – Mit dem Endausbau des Paketverteilzentrums von DPD sollen rund 880 Männer und Frauen im Hammer Teil des Inlogparcs arbeiten – eine Bilanz, die sich aus Sicht der Stadt sehen lassen kann. Ganz anders fällt die Bilanz der Bürgergemeinschaft (BG) gegen die Zerstörung der Weetfelder Landschaft aus.

Während die Stadt die Arbeitsplätze im Blick hat - es werden mehr als erwartet-, ist die Bürgergemeinschaft der Meinung, dass sich fast alle Befürchtungen bestätigt haben. Diese seien im gesamten Verfahren immer wieder angebracht worden. Die Kritik der Bürgergemeinschaft im Überblick:  

Natur

Mit dem Inlogparc sei, so die Vorstandsmitglieder Rudolf Franke-Herold und Dr. Stefan Reus, ein Naherholungsgebiet nördlich der A2 verschwunden. „Fußgänger und Radfahrer meiden diesen Bereich.“ Der ehemals viel genutzte Weg „In der Niedervöhde“ sei ganz verschwunden, Provinzialstraße und Wilhelm-Lange-Straße seien aus Sicherheitsgründen eigentlich nur noch mit dem Auto nutzbar. „So hoch und gefährlich ist der Verkehr.“

Verkehr

Das Verkehrskonzept ist aus Sicht der BG „mangelhaft“. In Bönen staue sich der Verkehr, die Stickoxidbelastung in Nordbögge überschreite zeitweise die Grenzwerte, in Weetfeld missachteten Lkw regelmäßig das Durchfahrverbot, und die Zahl der Pkw auf den engen Straßen steige permanent. Abhilfe sei in den nächsten Jahren nicht in Sicht. „Gut, dass zumindest für die nächsten 10 bis 15 Jahre die Ausbaupläne für den Nordabschnitt auf Eis zu liegen scheinen, offensichtlich hat hier Straßen.NRW massiv interveniert.“

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Arbeitsplätze

Neue Arbeitsplätze für die vom Strukturwandel betroffene Stadt Hamm waren das Argument, das die Inlogparc-Kritiker verstummen lassen sollte. „Wie viele neue Arbeitsplätze sind denn tatsächlich im Hammer Teil des Inlogparc entstanden?“, fragen sich Franke-Herold und Reus. DPD werde seine 350 Mitarbeiter erst einmal mitbringen – also kein messbarer neuer Arbeitsplatz. „In den Hallen von Prologis hat DHL nach unserem Kenntnisstand seine Mitarbeiter ebenfalls mitgebracht, also hat es hier nicht einmal 80 neue Arbeitsplätze gegeben.“ Rechne man hier 70 Arbeitsplätze und zunächst keine neuen bei dpd, dann ergeben sich 4,07 neue Arbeitsplätze pro Hektar Industriegebiet – sicherlich keine gute Bilanz. Die wenigen aktuell entstandenen Arbeitsplätze gehörten zu den „Untermietern“ von Prologis. „Inwieweit hier Tarifverträge eingehalten werden, ist nicht auf direktem Wege kontrollierbar. Ähnlich sieht es bei DPD aus.“ Im günstigsten Fall gelte der Tarifvertrag der Lagerwirtschaft. Er sei aber einer der miserabelsten Tarife, die es überhaupt gebe.

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Fazit

Besonders aufhorchen ließ die Mitglieder der Bürgergemeinschaft eine Aussage bei der Vorstellung des Regionalplans. Die Einsicht, „dass der Inlogparc unter heutigen Gesichtspunkten nicht mehr genehmigungsfähig wäre und er auch nicht mehr so in eine Planung aufgenommen werden würde, wie es damals geschehen ist“, komme für einen Teil Weetfelds leider zu spät.

Die Stadt Hamm habe, so die Bürgergemeinschaft, durch die Ansiedlungen auf besten Ackerböden und den damit verbundenen Eingriffen in die Landschaft sowie den verkehrlichen Auswirkungen großen Schaden für Natur und Mensch angerichtet. „Das ist die wahre Bilanz eines eher gescheiterten Inlogparc-Projekts“, finden die beiden. - WA

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