Stundenlanger Einsatz am Freitagabend

Nach Bombendrohung und Polizeieinsatz: Herringer Restaurant Plaka wieder geöffnet

+
Sprengstoffspürhunde durchsuchen das Plaka und die darüber liegenden Wohnräume.

[Update Samstag 17.10 Uhr] Herringen - Nach einer Bombendrohung hat es am Freitagabend in Herringen einen stundenlangen Polizeieinsatz gegeben. Im Restaurant Plaka wurde kein Sprengsatz gefunden. Drei Sprengstoffspürhunde hatten das Lokal und die darüber liegenden Wohnungen durchsucht. Am Samstag öffnete das Lokal wieder für seine Gäste.

Update von Samstag, 16. Februar, 17.06 Uhr: Nach der Bombendrohung und dem damit verbundenen Polizeieinsatz im Herringer Restaurant Plaka hat das griechische Lokal am frühen Samstagabend wieder geöffnet. Das Team bestätigte auf WA-Nachfrage, dass der Betrieb "ganz normal" laufe.

Einsatz dauert sehr lange

Dadurch, dass neben dem Restaurant auch die darüber liegenden Wohnräume überprüft werden mussten, dauerte der Einsatz besonders lange. Hinzu kam, dass die Spürhunde - die abwechselnd im Gebäude waren - angesichts des enormen Stresses jeweils nach einigen Minuten Pausen vom Einsatz brauchten. 

Gegen 22.45 Uhr beendete die Polizei ihren Einsatz schließlich. "Ein Sprengsatz oder ein verdächtiger Gegenstand wurde nicht gefunden", hieß es in der entsprechenden Mitteilung. Die Türen des Restaurants blieben nach Ende des Polizeieinsatzes geschlossen.

Restaurantgäste und Nachbarn mussten aus den Gebäuden

Der Einsatz mit zunächst zwei Spürhunden lief seit etwa 20 Uhr - der erste Hund kam mit seinem Hundeführer aus Düsseldorf, der zweite aus Paderborn von der Bundespolizei. Der dritte, der später am Abend  angefordert wurde, kam nach Informationen unserer Redaktion ebenfalls von der Polizei NRW. 

Einige Nachbarn im Umfeld des Plaka mussten ihre Häuser verlassen. Sie hatten - wie die Plaka-Gäste auch - die Möglichkeit, in einem Gelenkbus der Stadtwerke die Wartezeit zu überbrücken. Schnell war klar, dass der Restaurantbetrieb auch bei harmlosem Ausgang am selben Abend nicht wieder aufgenommen würde. Für die Nachbarn wurde die Wartezeit irgendwann zur Belastung. Zwar konnten sie sich im Bus aufwärmen, einige von ihnen hätten sich nach eigener Aussage aber einen warmen Tee oder ähnliches gewünscht.

In einem Bus der Stadtwerke können Nachbarn und Gäste des Plaka warten.

Womöglich handelte es sich nur um einen üblen Streich. "Ich bin auch völlig ratlos", sagte Plaka-Inhaber Thomas Tsokris im Gespräch mit unserer Redaktion über die möglichen Hintergründe der Bombendrohung. Für den Abend hatte er demnach 100 Reservierungen - das sei eine normale Anzahl für einen Freitagabend. Den Restaurantbesuch konnten die Gäste dann natürlich vergessen. Und dass der Betrieb am selben Abend auch nicht wieder aufgenommen würde, war Tsokris schnell klar. Der Restaurant-Besitzer verfolgte den Einsatz bis in die Nacht in der Kälte. Am Samstag wolle er dann aber wieder öffnen und Gäste bewirten, sagte er. Das Plaka feiert in diesem Jahr 25-jähriges Bestehen. 

Bombendrohung gegen Restaurant Plaka in Herringen

Der Alarm wurde ausgelöst, weil sich um 16.08 Uhr ein anonymer Anrufer im Call-Center des WA gemeldet hatte. "Heute geht im Restaurant Plaka eine Bombe hoch", sagte der Mann und legte gleich wieder auf. Er hatte eine unterdrückte Rufnummer verwendet und sprach mit ausländischem Akzent. 

Gegen den Anrufer leitete die Hammer Polizei gestern noch ein Strafverfahren ein - wegen Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Die Ermittlungen dauern an. Hinweise zum Tatverdächtigen nimmt die Polizei Hamm unter der Rufnummer 02381/ 916-0 entgegen.

Buttersäure-Anschläge in den Jahren 2016, 2011 und 2010

In dem Restaurant hatte es bereits in der Vergangenheit Anschläge mit Buttersäure gegeben - zuletzt im Jahr 2016. Unbekannte hatten in Wintergarten und Kaminzimmer des Restaurants in der Nacht auf den 24. Oktober 2016 die übelriechende Flüssigkeit versprüht. Danach hatte es wochenlang gedauert, bis der Wirt sein Restaurant wiedereröffnen konnte. Die beiden betroffenen Räume wurden weitestgehend entkernt. Möbel, Teppichboden, Vertäfelungen, Dämmung und sogar der Putz an den Wänden: Alles musste raus.

Auch im Jahr 2011 war Buttersäure in dem Restaurant versprüht worden - und auch 2010 war es bereits zu einem ähnlichen Vorfall im Restaurant Plaka gekommen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare