30-Jähriger muss ins Gefängnis

Herringer Todesfahrer: Richter sieht keinen Grund für Milde

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Die Szenerie auf der Holzstraße nach dem Unfall im Dezember 2016.

Hamm - Ohne Aussicht auf Erfolg war der Versuch eines Unglücksfahrers aus Hamm, in zweiter Instanz seine Gefängnisstrafe in eine milde Bewährungsstrafe umwandeln zu lassen.

Nach kurzer Verhandlung und einer Beratungspause zog der 30-jährige Mann auf dringendes Anraten von Berufungsrichter Ludwig Brockmeyer die Berufung gegen die vom Amtsgericht Hamm verhängte Freiheitsstrafe zurück. Die Verurteilung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und vier Monaten wegen fahrlässiger Tötung ist somit rechtskräftig.

Was war passiert?

Der 30-jährige war am 16. Dezember 2016 auf der Holzstraße in Herringen als Auslieferungsfahrer für eine Apotheke unterwegs, fuhr mit mindestens 61 Stundenkilometern deutlichzu schnell in der Tempo-30-Zone und hatte zudem reichlich Kokain im Blut.

Mit diesem Elektromobil war der Senior unterwegs.

Der Unglücksfahrer prallte nahezu ungebremst auf einen 77-jährigen Rollstuhlfahrer, der mit seinem Elektromobil unterwegs war. Der Senior stürzte auf den Bordstein, erlitt schwerste Kopfverletzungen. Nach einem mehrmonatigen Leidenswegs und ununterbrochenem Aufenthalt in diversen Krankenhäusern verstarb der mehrfache Familienvater vier Monate nach dem Unfall.

Die aktuelle Situation:

In dem kurzen Berufungsprozess konnten der Angeklagte und sein Verteidiger keine belastbaren Tatsachen liefern, die eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung hätten rechtfertigen können, so Berufungsrichter Ludwig Brockmeyer. Erschreckend sei vielmehr, dass der Unglücksfahrer erst sechs Wochen vor dem tödlichen Unfall innerstädtisch mit 91 Stundenkilometern geblitzt worden war.

335 Euro Geldstrafe, zwei Punkte im Verkehrsregister und ein zweimonatiges Fahrverbot hätten ganz offenkundig auf den Unfallfahrer keinen warnenden Einfluss gehabt. Auch habe ein medizinischer Gutachter von beträchtlichen Mengen Kokain gesprochen, die der Auslieferungsfahrer konsumiert haben müsse.

Unter dem Drogeneinfluss hätten Selbstüberschätzung und außerdem ein verlangsamtes Reaktionsvermögen mit zu dem tödlichen Unfall beigetragen.

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