Johannes-Rau-Straße weniger ausgelastet als erwartet

Fließt immer noch zu viel Verkehr durch Herringen?

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Die Johannes-Rau-Straße erfüllt ihren Zweck als Autobahnzubringer. Allerdings sieht die Stadt noch Potenzial, was die Auslastung angeht. Viel Verkehr geht nach wie vor durch den Herringer Ortskern.

Herringen - Die Johannes-Rau-Straße (Kanaltrasse) hat ihre Funktion als Autobahnzubringer abseits der Dortmunder Straße zwar erfüllt. Hinsichtlich ihrer Auslastung sieht die Stadt aber noch deutlich Luft nach oben.

Das geht es dem aktuellen Verkehrsbericht Hamm hervor. Nach den jüngsten Erhebungen liegt die Belastung der Johannes-Rau-Straße bei 6000 (westlicher Abschnitt) beziehungsweise 8000 Fahrzeugen am Tag. 19 beziehungsweise 16 Prozent davon sind Lkw. Das wiederum hat zu einer deutlichen Entlastung der Dortmunder Straße im Herringer Ortskern geführt. Dort wurde der Verkehr auf rund 10.000 Fahrzeuge/Tag reduziert. Zu Spitzenzeiten waren es an die 20.000 Fahrzeuge/Tag. Der Lkw-Anteil hier beträgt gerade einmal noch ein Prozent.

Doch auch wenn, wie die Zahlen belegen, die Dortmunder Straße durch den Bau der Kanaltrasse entlastet wurde: „Es besteht noch ein deutliches Potenzial zur Umlenkung weiterer Durchgangsverkehre“, so das Fazit der Verwaltung mit Blick auf die Ende 2009 eingeweihte Kanaltrasse. Mit bis zu 8000 Fahrzeugen/Tag habe sie erst 60 Prozent der ursprünglichen Verkehrsprognose von etwa 13.000 Fahrzeugen am Tag erreicht.

Stadtverwaltung regt Maßnahmen an

Um eine noch bessere Nutzung der Kanaltrasse als Autobahnzubringer zu erzielen, sind aus Sicht der Verwaltung verschiedene Maßnahmen erforderlich – Maßnahmen, von denen die eine oder andere in den kommenden Jahren umgesetzt werden soll. Dazu gehören eine bessere Verkehrslenkung von der Autobahn 1/Dortmunder Straße auf die Kanaltrasse, der Ausbau der Kreuzung Hafenstraße / Römerstraße / Radbodstraße, die Aufweitung der Hafenstraße bei Erneuerung der Bahnbrücke, die Umgestaltung der Dortmunder Straße im Ortskern von Heringen sowie die Umgestaltung der westlichen Wilhelmstraße.

Parkende Lkw an Hafenstraße als Problem

Ein Problem stellen aus Sicht der Verwaltung auch die parkenden Lkw entlang der Hafenstraße dar. Unter anderem die SPD-Bezirksfraktion hatte bereits 2017 gefordert, die Hafenstraße zu überplanen und sich dabei auch mit der Neuordnung des Lkw-Parkens zu befassen. Pläne hierfür liegen allerdings noch nicht vor. Vermehrter Verkehr auf der Kanaltrasse soll ferner durch die Anknüpfung der B 63n an die Hafenstraße verlegt werden.

Durch die Verlagerung von Verkehr soll die Belastung der Johannes-Rau-Straße mittel- bis langfristig auf 9000 (westlicher Abschnitt) beziehungsweise 14.000 Fahrzeuge am Tag (östlicher Abschnitt) gesteigert werden. So sagt es zumindest die Prognose für 2030, die ebenfalls Bestandteil des Verkehrsberichts ist.

Neuer Charakter für Dortmunder Straße

Im Gegenzug soll der Verkehr auf der Dortmunder Straße im Bereich der Ortsdurchfahrt auf 7000 und in Höhe des Gewerbegebiets Schmiedestraße von 17.000 auf 13.000 Fahrzeuge/Tag reduziert werden. In Höhe der Autobahnauffahrt werden keine Änderungen erwartet. Hier geht die Stadt weiterhin von 16.000 Fahrzeugen/Tag aus.

Was den Ortskern von Herringen betrifft, so ist hier langfristig geplant, den Charakter der Dortmunder Straße zwischen Fangstraße und Neufchâteaustraße durch zwei Kreisverkehre, sichere Querungshilfen und Straßenbegleitgrün neu zu definieren und damit von den Außerortabschnitten klar abzugrenzen.

 

Das ist die Kanaltrasse:

Die Kanaltrasse – der Name kommt durch ihre Lage parallel zum Datteln-Hamm-Kanal – erstreckt sich von der Kreuzung Hafenstraße/Radbodstraße bis zur Kreuzung Johannes-Rau-Straße/Dortmunder Straße. Sie wurde – mit Unterbrechungen – zwischen Juni 2002 und Ende 2009 gebaut. Einweihung war am 21. Dezember 2009. Insgesamt sind 17,7 Millionen Euro in das Straßenbauprojekt geflossen. Der Name „Kanaltrasse“ taucht im Straßenverzeichnis nicht auf. Sie vereint den westlichen Teil der Hafenstraße und die Johannes-Rau-Straße.

Straßenbelastung in Herringen:

Neben der Dortmunder Straße und der Johannes-Rau-Straße (Kanaltrasse) wurde im Verkehrsbericht auch die tägliche Belastung anderer Herringer Straßen im Jahr 2018 und – prognostiziert – im Jahr 2030 untersucht. Herringer Weg: 14.000 Fahrzeuge aktuell und ebenfalls 14.000 in 2030 (Lkw-Anteil jeweils 5 Prozent); Zum Torksfeld 7000 (4 Prozent)/7 000 (5 Prozent); Fangstraße 9000 (6 Prozent)/8000 (8 Prozent); Holzstraße 3000 (8 Prozent)/2000 (10 Prozent).

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