Auto brettert in "Stromkäfig": Bergung offenbar reibungslos

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Hier krachte der Pkw am Freitagabend in die Trafostation. Zwei Tage blieb er dort stehen.

[Update 16.15 Uhr] Hamm - Ein spektakulärer Unfall auf der Hafenstraße hat am Wochenende für viel Gesprächsstoff in Hamm und in den sozialen Medien gesorgt. Trotz gegenteiliger Hoffnung steckte das Auto länger im "Stromkasten" fest als gehofft.

Kurzschluss auf der Hafenstraße: Weil er einerseits reichlich Alkohol getrunken hatte und zum Zweiten während der Fahrt mit seiner 36-jährigen Begleitung in Streit geriet, waren einem 35-jährigen Hammer am Freitagabend die Sicherungen durchgebrannt. Der auf dem Beifahrersitz sitzende Mann griff der Fahrerin ins Lenkrad und verursachte so einen spektakulären und vermutlich auch finanziell folgenreichen Unfall. (Klicken Sie hier in unsere Erstnachricht.)

Der Chevrolet der beiden gebürtig aus Russland stammenden Hammer brach nach dem Griff ins Lenkrad nach rechts aus, schoss über einen Grünstreifen und einen Radweg hinweg und durchschlug schließlich den Zaun einer Trafostation der Mannesmann Precisions Tube GmbH. 110.000 Volt liegen dort auf – sicher mehr als genug, um einen Menschen ins Jenseits zu befördern. Benötigt wird die gewaltige Stromleistung, um das Stahlröhrenwerk am Kissinger Weg zu betreiben.

Loch zunächst mit Bauzaun geschlossen

Die beiden Insassen in dem Unfallfahrzeug kamen unversehrt davon. Es kam zu keinem Spannungsüberschlag; als gegen 21.30 Uhr Polizei und Rettungskräfte eintrafen, warteten beide bereits am Straßenrand außerhalb der unmittelbaren Gefahrenzone.

Die Unfallstelle wurde übergangsweise mit einem Bauzaun gesichert.

Zweieinhalb Stunden waren die Einsatzkräfte vor Ort. Eine Lösung wurde zunächst nicht gefunden. Das Loch im Zaun wurde so zunächst nur mit einem Bauzaun verschlossen. Am Montagmorgen dann das Signal: Das Auto ist raus aus dem Käfig.

Kaum Erklärungen von Unternehmen

Am Sonntagabend hatte der Chevrolet noch an der Unfallstelle gestanden. Wann und auf welche Weise genau er schließlich geborgen wurde, blieb am Montag unklar. Auf Anfrage teilte die Pressestelle der Salzgitter AG (zu dieser gehört das Hammer Unternehmen) mit, das Fahrzeug sei "zwischenzeitlich von einem Abschleppunternehmen geborgen" und der Zaun "provisorisch repariert" worden.

Die Stromversorgung des Werkes sei über eine alternative Einspeisung freigeschaltet worden, heißt es weiter. Zu den befürchteten Stromausfällen für die Firma während der Bergung kam es also offenbar nicht.

Fragen nach möglichen technischen und finanziellen Folgen des ungewöhnlichen Vorfalls ließ die Salzgitter AG unbeantwortet.

Stadtwerke-Kunden nicht betroffen

Entwarnung für Privathaushalte in der Umgebung hatte es seitens der Stadtwerke schon vorher gegeben. Ihre Stromversorgung bleibe unangetastet, wenn die Trafostation vom Netz gehe. Ohnehin seien die Stadtwerke gar nicht betroffen, sondern eben nur Mannesmann, sagte Stadtwerke-Sprecherin Cornelia Helm.

 

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