Leithäuser-Familie trennt sich nach Insolvenz von Betrieb

Hammer Herrenausstatter „Benvenuto“ an Investor verkauft

Neuer Eigentümer: Die Firma Benvenuto wird an einen Investor verkauft.
+
Neuer Eigentümer: Die Firma Benvenuto wird an einen Investor verkauft. Wer das ist, ist noch nicht bekannt.

Der Hammer Herrenausstatter „Benvenuto“ wird an einen Investor verkauft. Der Kaufvertrag sei unterzeichnet, nun gelte es noch letzte Details abzustimmen. Das sagte Benvenuto-Geschäftsführer Andreas Franz.

Hamm – Der Modehersteller war im Zuge der Coronakrise finanziell in Schieflage geraten und hatte für drei von elf im Konzernverbund der Leithäuser-Gruppe stehende Unternehmen im April Insolvenzanträge auf Sanierung in Eigenverwaltung gestellt.

Nun gibt es eine Zukunft für das 1934 in Wuppertal von Siegfried Leithäuser gegründete Unternehmen. Der Verkauf soll zum 1. Oktober endgültig vollzogen sein. Ein Familienbetrieb wird die Firma dann aber nicht mehr sein. Die Familie Leithäuser bleibt lediglich Grundstückseigentümer und Vermieter der Räume an der Seeburger Straße im Hammer Norden. Der Investor ist Pächter.

„Mit Corona hat das Unternehmen rund ein Drittel des Umsatzes verloren“, sagte Franz. Die klassischen Festivitäten, zu denen Bevenuto sonst Anzüge verkauft hätte, seien weggebrochen. Dazu gehörten etwa Abi-Bälle oder Hochzeiten. „Diese Feierlichkeiten gibt es bisher entweder gar nicht wieder oder nur eingeschränkt“, so Franz. Benvenuto-Abnehmer im Handel – laut Franz mehr als 1000 unterschiedlicher Größe – kämpften zum Teil selbst mit der Insolvenz. Franz rechnet in vier bis fünf Jahren damit, das Niveau vor Corona wieder zu erreichen.

Auf die Produktion von Masken umgestellt

Im Zuge der Pandemie hatte das Unternehmen seine seit 2000 betriebene polnische Fertigungsstätte auf die Produktion von Masken umgestellt. So sollte ein Teil der Arbeitsplätze (dort insgesamt 210) gesichert und Umsatz generiert werden. Inzwischen ist das polnische Werk geschlossen. Vermutlich wird es verkauft, denn der Investor hat laut Franz eigene Produktionsstätten außerhalb Deutschlands.

Erhalten bleibt der Standort Hamm mit den Zweigen Verwaltung, Design und Logistik. Bisher waren hier rund 80 Mitarbeiter beschäftigt. Weitere rund 50 arbeiten in Läden und Outlets. Die Mitarbeiterzahl wird sich mit der Neuaufstellung reduzieren. Zwei Outlets (Leipzig, Ingolstadt) schließen, allerdings nicht insolvenzbedingt, wie Franz erklärte. „Das wäre aufgrund der Standorte und Rahmenbedingungen aus wirtschaftlichen Erwägungen auch sonst passiert.“

Das Unternehmen heißt – die Übernahme durch den Investor vorausgesetzt – ab 1. Oktober Benvenuto GmbH. Der Investor will erst nach Abschluss aller Verhandlungen genannt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare