Hermann Hummels hofft auf BVB: "Blut ist dicker als Wasser"

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Wie der Vater so der Sohn: Hermann Hummels setzt im im HSV-Trikot zum Tackling an (links, rechts Eckhard Schulzki), rechts Sohn Mats.

HAMM - Er ist zwar keiner der 22 Akteure auf dem Platz, dennoch wird am Samstag das Champions-League-Finale und das Wembley-Stadion für ihn zu so etwas wie einem persönlichen Schmelztiegel. Hermann Hummels, gebürtiger Hammer und ehemaliger Spieler der Hammer SpVg wird heute in Wembley natürlich seinen Sohn Mats beobachten und mit ihm fiebern.

Von Frank Osiewacz 

Im Gepäck hat Hummels eine einzigartige Vergangenheit. Hummels war bis zum vergangenen Jahr 17 Jahre lang Jugendkoordinator beim BVB-Rivalen FC Bayern München und trainierte in der Jugend dort unter anderem seinen Sohn.

Hummels betreute zuvor aber auch noch jemanden anderes, und der steht heute ebenfalls auf der großen Fußballbühne: Während eines kurzen Zweitliga-Intermezzos als Trainer beim FSV Mainz 05 gehörte der heutige BVB-Trainer Jürgen Klopp als Spieler zu Hummels’ Schützlingen.

Für wen heute Hummels’ Herz schlägt, ist klar: „Blut ist dicker als Wasser, mein Sohn bleibt mein Sohn“, lässt er überhaupt keine Zweifel aufkommen, für welche Farben er jubeln will. Daran ändere auch die lange Zeit bei den Bayern nichts.

Hummels reist mit der ganzen Familie nach London – und das ist für ihn persönlich das erste Mal: „Ich war noch nie in England“, gesteht der 53-Jährige. Mit dabei sind Mats’ Mutter Ulla Holthoff, Sportjournalistin beim Bayerischen Rundfunk und in Hamm bekannt als ehemalige Wasserballspielerin bei Rote Erde, Bruder Jonas, der in der 3. Liga bei der SpVg Unterhaching aufläuft und die Partnerinnen der Söhne. Obwohl Hermann Hummels Sohn Mats offiziell berät, haben sich beide vor dem Finale „in Ruhe gelassen“. „Wir werden wahrscheinlich nicht mehr telefonieren“, sagte Vater Hermann im Gespräch mit dem WA. „Mats ist sehr selbstständig, hat seine Organisation zum großen Teil selbst übernommen. Da will ich mich gar nicht einmischen, bin vielleicht so etwas wie eine ruhende Person im Hintergrund.“

Ob es nach dem Spiel einen Kontakt gebe, werde sich zeigen. „Das kann sein“, so Hummels. „Möglicherweise wird auch Jonas zur Mannschaft kommen.“ Einen konkreten Tipp gibt Hummels nicht ab, wohl aber einen Einblick in seine Gefühlswelt. „Bayern ist hungrig, aber irgendwas sagt mir, dass der BVB es machen wird.“

Nach seiner Zeit bei Bayern konzentriert sich Hermann Hummels auf seine eigene Agentur. „Ich sehe mich als eine Art Co-Trainer außerhalb des Vereins“, beschreibt er seine Tätigkeit. Ausgestattet mit entsprechender Lizenz berät Hummels Spieler rund um seinen Lebensmittelpunkt München. „Das sind junge Spieler, von denen kaum jemand etwas gehört hat“, sagt er. Wichtig sei ihm die Nähe. Bundesweit wolle er nicht auftreten. „Vielleicht noch im Westen, weil ich dort regelmäßig bin.“ Auch in der Region Hamm, seiner alten sportlichen Heimat.

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