Aktuelle Zahlen für November 2020

Herbstbelebung auf Arbeitsmarkt in Hamm trotz Lockdown light

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) befürchtet einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit in der Region.
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Der Arbeitsmarkt in Hamm entwickelte sich im November weniger dramatisch als befürchtet. (Symbolbild)

Überraschende Arbeitsmarkt-Info für Hamm: Die günstige Entwicklung der vergangenen Monate hat sich trotz des zweiten Lockdowns im November nicht nur gehalten, sondern sogar verstärkt.

Hamm - Wie die Arbeitsagentur am Dienstag mitteilte, nahm die Zahl der Arbeitslosen in Hamm im November um 331 auf 8476 ab. Die Arbeitslosenquote sank um 0,4 Punkte auf 9,0 Prozent. Vor einem Jahr waren es allerdings 7,6 Prozent.

Die beiden Rechtskreise hatten eine ähnliche Entwicklung: 2498 waren bei der Arbeitsagentur gemeldet (152 oder 5,7 Prozent weniger als im Vormonat), und 5978 wurden durch das Kommunale Jobcenter betreut (179 oder 2,9 Prozent weniger).

Beim Vorjahresvergleich waren die Unterschiede größer: Dabei waren 828 oder 49,6 Prozent mehr Erwerbslose bei der Arbeitsagentur als im November letzten Jahres verzeichnet, und 565 oder 10,4 Prozent mehr beim Jobcenter. Insgesamt gibt es aktuell in der Stadt Hamm fast 1400 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr (+19,7 Prozent).

Bewertung der Arbeitsmarkt-Entwicklung im November:

„Der zweite Lockdown hat sich auf die aktuell günstige Arbeitsmarktentwicklung in Hamm nicht gravierend ausgewirkt“, bewertet Thomas Helm, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Hamm, die Entwicklung. Die Herbstbelebung halte an und habe die Arbeitslosenzahl sogar noch deutlicher sinken lassen als im Vormonat. Im November letzten Jahres stieg sie dagegen schon wieder an - und das noch ohne Corona. Helm weiter: „Somit ist natürlich auch der beträchtliche Abstand zur Vorjahresarbeitslosigkeit kleiner geworden. Waren es im Oktober noch über 1700 Arbeitslose mehr, so sind es derzeit noch knapp 1.400 mehr als vor genau zwölf Monaten.“

Sichtbar würden die neuerlichen Pandemie-Maßnahmen allerdings bei der Kurzarbeit, so Helm. Hier habe es bei den Anzeigen wieder einen spürbaren Anstieg gegeben. 89 weitere Unternehmen haben Kurzarbeit angezeigt. Dass dies nicht noch mehr waren, ist der Tatsache geschuldet, dass die meisten betroffenen Arbeitgeber bereits seit dem Frühjahr zu erwartende Arbeitsausfälle vorsichtshalber für einen längeren Zeitraum angezeigt hatten.“

Zahlen zur Kurzarbeit im Hamm im November 2020:

Laut Arbeitsagentur haben in Hamm im November 89 Unternehmen für 767 Arbeitnehmer Kurzarbeit angezeigt, was gegenüber den Vormonaten wieder einen spürbaren Anstieg bedeutete, aber längst nicht die Dynamik hatte wie im ersten Lockdown. Seit dem Beginn der Pandemie haben damit insgesamt 1610 Unternehmen aus fast allen Branchen Arbeitsausfälle für über 20.000 potenziell betroffene Arbeitnehmer angezeigt, rund doppelt so viele wie während der Wirtschafts- und Finanzkrise im gesamten Jahr 2009.

Erst nach Ablauf von mehreren Monaten zeige sich nach Angaben der Arbeitsagentur die tatsächliche Inanspruchnahme von Kurzarbeit, da die Betriebe innerhalb dieses Zeitraums Kurzarbeit nachträglich abrechnen. Für Juni liegen inzwischen Hochrechnungen für die Stadt Hamm vor. Danach wurde für den dritten vollständigen Monat nach Beginn der Coronaphase Kurzarbeitergeld an fast 600 Betriebe für rund 6700 Arbeitnehmer tatsächlich ausgezahlt, schon ein Viertel weniger als im April, dem Monat mit der stärksten Kurzarbeit-Zuwachsrate. - WA

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