Herbe Kritik für Hamms „blühende Laternen“

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Hamm – Daumen runter für den grünen Daumen der Stadtverwaltung. Diese Reaktion gibt es zumindest von den Ratsfraktionen der Grünen und „Die Linke“ auf die Fortführung der Sommerpflanzaktion an Straßenlaternen und öffentlichen Gebäuden.

„Landauf, landab“, so die Reaktion der Grünen, „werden viele gute Ideen und Vorschläge gegen das Insektensterben vorgetragen.“ Ob Blühwiesen, Blühstreifen, naturnahe Vorgärten, eine ökologischere Landwirtschaft: Alle seien bemüht, den Insekten und damit vielen anderen Tier- und Pflanzenarten das Überleben zu sichern. Die Stadt Hamm sorge wieder für die beliebte Blütenpracht an Laternen und gebe 90.000 Euro dafür aus.

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Tausende Geranien und Petunien an Laternenmasten

Ganz beliebt bei der Stadt Hamm: Geranien und Petunien. „Dumm nur, dass Geranien und Petunien Insekten nur wenig oder gar keine Nahrung bieten, da diese Pflanzen mit sogenannten ,gefüllten Blüten’ hochgezüchtet wurden. Sieht toll aus, blüht lange – aber nutzt leider den Insekten nichts“, so die Meinung der Grünen zum Thema.

Für „Die Linke“ ist die Aktion, „zweimal die Woche aus Holland zum Blumengießen nach Hamm“ zu kommen „ein sowohl ökologisches als auch ökonomisches Desaster“. Vera Handel, Kreisverbandssprecherin der Linken, argumentiert, dass es zudem wohl weitaus zielführender wäre, „stadtweit Blühwiesen anzulegen, statt Pflanzkübel an Laternenmasten aufzuhängen.“ Während auch in Hamm immer mehr Menschen auf die drohende Klimakatastrophe hinweisen (Fridays for Future, Parents for Future), setze die Stadt mit dieser Aktion ein fatales Signal.

Bienen im Garten Nahrung bieten

Dass die Sommerbepflanzung und Bewässerung nicht von städtischen Mitarbeitern ausgeführt werden könne, sei „natürlich dem Umstand geschuldet, dass das Grünflächenamt personell kaputtgekürzt wurde.“ 90.000 Euro und tausende Kilometer Umweltbelastung für eine Blütenpracht seien ein Trauerspiel. „Es ist ein unmöglicher Zustand der Verwaltung, dass die städtische Personaldecke nicht einmal mehr das Blumengießen zulässt“, so Handel.

CDU weist Kritik zrück

Die CDU-Ratsfraktion weist die Kritik zurück. Die Arrangements erfreuten sich großer Beliebtheit und sollten weiter blühen, ließ der Vorsitzende der Unions-Fraktion, Dr. Richard Salomon, mitteilen. Die Blumen brächten Farbe in die Stadt, insbesondere in den Hammer Westen. Die Fraktion höre nur Zustimmung, manche Bürger wähnten sich beim Anblick der Blumenampeln „wie im Urlaub“. - WA/fl/jf

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