Ur-Hammerin mit viel Humor

Helene Dörrer wird heute 100 Jahre alt - und macht Zukunftspläne!

Helene Dörrer aus Hamm hat ihren Humor auch mit 100 Jahren nicht verloren.
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Helene Dörrer aus Hamm hat ihren Humor auch mit 100 Jahren nicht verloren.

Zu Beginn der goldenen Zwanziger erblickte Helene Dörrer, geborene Flecke, in Hamm das Licht der Welt. Sie erlebte nicht nur den wirtschaftlichen Aufschwung, sondern auch den Zweiten Weltkrieg mit. Ihren Humor verlor die Ur-Hammerin aber nie. Am heutigen Montag feiert sie ihren 100. Geburtstag.

Hamm - Als Kind litt Frohnatur Dörrer oft an Erkältungen. Ihre Mutter sagte immer: „Da sollst du wohl nicht alt werden.“ Doch die heute 100-Jährige beweist das Gegenteil. „Um so alt zu werden, muss man viel arbeiten und viel denken“, erklärt die Jubilarin. Zu ihren festen Ritualen gehöre deshalb unter anderem das tägliche Lesen des Anzeigers. Gerne nimmt sie auch an musikalischen und gesellschaftlichen Veranstaltungen teil.

Aufgewachsen ist Dörrer gemeinsam mit ihren Eltern und zwei jüngeren Brüdern im Hammer Westen. „Das war eine schöne Zeit, wir haben uns gut verstanden“, erzählt die Jubilarin. Ihre beiden Brüder fielen in jungen Jahren in Russland im Krieg.

Ordensschwestern lehrten Dörrer das Kochen und Nähen. Dörrer arbeitete danach unter anderem im Krankenhaus an der Marker Allee als Köchin – ein weiter Weg für die junge Hammerin. „Die Straßen waren kaputt, es fuhr kein Bus und wir hatten kein Auto und kein Fahrrad, also musste ich vom Westen bis zur Marker Allee und zurück laufen“, so Dörrer. Doch beschweren will sie sich darüber nicht, schließlich sei es vielen Menschen schlechter gegangen als ihr: „Ich war immer am vollen Topf, mir ging es immer gut. Ich habe nie gehungert, deshalb bin ich wohl auch so alt geworden.“

Drei Enkel und drei Urenkel

Mit dreißig Jahren heiratete die Hammerin ihren Alfred Dörrer, „das war ja noch früh genug“, erzählt Helene Dörrer mit einem Lächeln auf den Lippen. Gemeinsam baute das Paar im Hammer Süden ein Haus und gründeten mit ihren Kindern Burkhard und Angelika eine eigene Familie. Dörrer: „Ich habe für meine Tochter gerne Kleider genäht, denn das Nähen war mein Hobby“. Die stolze Ur-Hammerin kann mittlerweile auch drei Enkel und drei Urenkel zu ihrer Familie dazu zählen.

Inzwischen lebt die Jubilarin im Altenzentrum Liebfrauen, ihr heutiger Geburtstag soll aber nicht der letzte sein: „Ich will noch älter werden“, erzählt Dörrer ihre Zukunftspläne. Abgesehen von ihrem schlechten Gehör gehe es ihr nämlich bestens.

Zur Feier des Tages erwartet Dörrer heute unter Coronabedingungen mit voller Vorfreude den Besuch ihre Liebsten. Auch die ein oder andere Überraschung wartet auf die Jubilarin.

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