Fünfter Ausfall seit Ende 2019

Heizzentrale streikt erneut - LEG-Mieter in Nordherringen sauer

Laut dem Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sind die Heizkosten für Mieter im Jahr 2019 durchschnittlich um 2,4 Prozent gestiegen. Foto: Sina Schuldt/dpa
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Die Heizkörper sind kalt: Die Heizzentrale an der Bachstraße versorgt rund 300 LEG-Wohnungen in Nordherringen mit Wärme – eigentlich. In der vorigen Woche funktionierte sie zeitweise wieder nicht.

Und täglich grüßt das Murmeltier... Das dürften viele der rund 300 Mieter der LEG-Wohnungen in Nordherringen gedacht haben, als sie nun erneut im Kalten saßen.

Herringen – Nachdem schon im letzten Winter die von der Heizzentrale an der Bachstraße 13 gesteuerten Heizungen viermal ausgefallen waren, tat sich auch am vergangenen Mittwochmorgen nichts. Dementsprechend sauer reagierte Mieter Björn Biskup. „Ausgerechnet jetzt, wo die kalte Jahreszeit anfängt, gibt es wieder Probleme.“

Zwar funktionierte die Anlage am Nachmittag wieder, Vertrauen in sie hat Biskup aber nicht. Es könne nicht sei, dass die Heizungen innerhalb von zehn Monaten fünfmal ausfallen. Wie Biskup sagte, habe er das Vertrauen nicht nur in die Heizzentrale, sondern auch in seinen Vermieter verloren. Daher wolle er sich nach einer anderen Wohnung beziehungsweise Haus umsehen. So einfach sei das in Herringen aber nicht.

Überraschend kommen für Biskup die erneuten Probleme nicht. Schon nach den ersten Ausfällen im Winter 2019/20 habe er, wie er sagt, an der Nachhaltigkeit der Reparaturmaßnahmen gezweifelt und dies auch der LEG mitgeteilt. Und jetzt sehe er sich leider bestätigt. Auf seine Beschwerde habe er aber nur eine pauschale Antwort erhalten, dass sich die zuständigen Techniker um den Fall kümmern werden.

Familienvater möchte Wärme und Zusagen

Doch das ist ihm zu wenig. Der Familienvater möchte von dem Unternehmen vor allem wissen, wie es sicherstellen kann, dass die Mieter im Herbst/Winter durchgehend eine warme Wohnung haben und sie nicht plötzlich wieder im Kalter sitzen. Er behält es sich vor, das Unternehmen für etwaige Schäden durch Feuchtigkeit haftbar zu machen und von seiner Seite aus die Miete mindern.

Grund für den Ausfall der Heizungen im Winter war nach Angeben der LEG eine verunreinigte Kohlelieferung. Die Heizzentrale an der Bachstraße war mit Kohlen beliefert worden, die mit Steinen durchsetzt waren. Und die, da sie nicht verbrennen konnten, hatten die Anlage verstopft, was schließlich zu deren Ausfall führte.

Immerhin: Dieses Mal war es keine verunreinigte Kohlelieferung, die die Anlage stillgelegt hat. Wie eine Sprecherin der LEG sagte, sei der Ölkessel kurzfristig ausgefallen. Während der Übergangszeit werde die Anlage nämlich mit Öl befeuert, im Winter dann mit Kohle.

Das macht für Biskup die ganze Sache jetzt noch komplizierter. So fragt er sich, warum die LEG im vorigen Wintern, nachdem der Kohlekessel ausgefallen war, nicht einfach auf Öl umgestellt hat. „Dann hätten wir nicht tagelang frieren müssen.“

Doch egal ob Öl oder Kohle: Angesichts der Klimawandels möchte der Mieter wissen, warum große Wohnungsunternehmen bei der Versorgung ihrer Mieter überhaupt noch auf fossile Brennstoffe setzten. Immerhin rede man alleine in Nordherringen von 300 Wohneinheiten, die auf diese Weise ihre Wärme beziehen. Alternativen gebe es genug, zum Beispiel Photovoltaikanlagen und andere umweltschonende Energieversorger.

LEG-Wohnungen in Herringen und Hamm

Von der Heizanlage an der Bachstraße 13 werden nach Angaben der LEG in den umliegenden Straßen 52 Häuser mit rund 300 Wohnungen mit Wärme versorgt: Bachstraße (12 Häuser), Im Flureck (5), Mittelstraße (17), Nieheimer Straße (13), Rainweg (4) und Winkelstraße (1). Insgesamt betreut/besitzt die LEG in Herringen rund 800 Wohnungen, in ganz Hamm mehr als 4000 Wohnungen.

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