1. wa.de
  2. Hamm

Bei Heizkosten genau hinschauen

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

null

HAMMM ▪ Vermieter müssen sich bei der Abrechnung der Heizkosten am tatsächlichen Verbrauch von Gas, Öl oder Fernwärme richten. Pauschalen oder Zahlungen auf Basis des Vorjahresverbrauchs sind nach einem aktuellen Urteil nicht rechtens.

Das steht zwar bereits in der Heizkostenverordnung, die der Bundesgerichtshof am 1. Februar bestätigt hat, wurde in der Praxis aber häufig nicht angewandt. „Diese Verordnung ist eindeutig“, sagt Alexander Speth, Rechtsanwalt der Hammer Kanzlei Speth & Forsmann in der Brückenstraße, „aber stellt hohe Anforderungen an Vermieter und Mieter.“ Grundsätzlich rechneten Vermieter und Mieter über Heizkostenzähler den Energieverbrauch ab. „Nicht immer ist beispielsweise der Warmwasserverbrauch davon vorschriftsmäßig getrennt“, sagt der Hammer Mietrechtsexperte. Die Abrechnung von Nebenkosten sei komplex, „das sollten nur zugelassene Abrechnungsunternehmen durchführen.“ Speth empfiehlt das offene Gespräch: „Fragen Sie als Mieter nach Kosten des Vormieters oder sagen Sie als Vermieter, wenn schlechte Isolierung höhere Kosten verursacht.“ Grundsätzlich seien Einigungen von Vermietern und Mietern außerhalb der Verordnung nicht möglich. „Die Verordnung ist nur dann etwas großzügiger, wenn nur ein Mieter mit seinem Vermieter im Haus lebt.“ Auch eine Komplettinklusivmiete, also ein vereinbarter Festbetrag sei keine einwandfreie Lösung.

Auf keinen Fall sollten sich Parteien auf eine Abrechnung auf Basis der Wohnfläche einigen, sagt Wolfram d´ Andrea, Rechtsanwalt vom Verein Haus & Grund, der die Interessen Hammer Immobilieneigentümer vertritt. „Auch wenn Messgeräte von zertifizierten Unternehmen etwas teurer sein sollten, sollte man darauf nicht verzichten, und so die Heizkostenverordnung umgehen“, rät d´ Andrea den Haus&Grund-Mitgliedern. Im Streitfall könne ein Mieter die Minderung von Heizkosten fordern. „Da geht es um 15 Prozent des Betrags, den ein Vermieter angesetzt hat“, so der Rechtsanwalt.

Etwas unkomplizierter sei die Abrechnung zwischen Wohnungsunternehmen und Mietern. Hier werde die Heizkostenverordnung fast immer eingehalten. „Stellen Sie sich vor, Sie müssten 36 Mietparteien Heizkosten erstatten, weil sie sich nicht an die Heizkostenverordnung gehalten haben. Das riskiert kein Mensch.“ Der Mieterverein Hamm und Umgebung, der zahlreiche Mieter in Hamm vertritt, war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. J wad

Auch interessant

Kommentare