Baustein für neue Quartiersstruktur

Kirchenabbruch im Hammer Süden steht bevor

Das Gelände der ehemaligen Heilig-Geist-Kirche ist zunehmend vermüllt. Bald soll der Komplex abgerissen werden.
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Das Gelände der ehemaligen Heilig-Geist-Kirche ist zunehmend vermüllt. Bald soll der Komplex abgerissen werden.

Eigentlich sollte der Bereich rund um den Hochbunker an der Ecke Sedan-/Feidikstraße im Hammer Süden mit neuen Nutzungen und Verschönerungen schon spätestens 2017 angegangen werden. Passiert ist bisher nichts. Nun steht offenbar der Abbruch der ehemaligen Heilig-Geist-Kirche bevor.

Hamm – Die Quartiersmitte „Sedanquartier“ ist eines der sogenannten Leitprojekte, das die Stadt in der südlichen Innenstadt umsetzen will. „Wir werden in Kürze damit beginnen“, kündigt Christof Draheim von der Draheim GbR an. Die GbR ist Bauherrin für das neue Wohnprojekt, das auf dem ehemaligen Kirchengrund entstehen soll. 49 Wohneinheiten, teils öffentlich gefördert, sieht die Planung vor. Entworfen wurde der Komplex von Berghaus Architekten, die auch die Haldenzeichen entwickelt haben.

In Kürze: Das bedeutet für Draheim im Frühjahr, nachdem die Wetterlage sich entschärft hat. „Vorsichtige Zielmarke für die Fertigstellung ist dann Ende 2022“, sagt Draheim. An der Planung, die schon vor längerer Zeit öffentlich vorgestellt wurde, ändere sich nichts. Sowohl die Abbruch- als auch die Baugenehmigung lägen vor, sagt der Bauherr. Voraussichtlich würden zunächst die Nebengebäude und das Kirchenschiff abgerissen, ehe dann der Turm quasi „scheibchenweise“ abgetragen werde. „Dafür brauchen wir Platz, den wir mit noch stehendem Kirchenschiff nicht hätten“, so Draheim. Der Turm werde nicht zur Seite gekippt.

Gelände zunehmend verwahrloster

Wenn die Arbeiten beginnen, dürfte sich auch ein anderes Ärgernis von selbst erledigen. Denn je länger Kirche und Nebengebäude leer stehen, umso verwahrloster wird das Gelände. Zwar hat der Bauherr den Innenhof zwischenzeitlich mit Bauzäunen gesichert, doch hält Unbefugte offenbar nicht davon ab, sogar in die Gebäude einzudringen. Zeitweise offen stehende Fenster hinter hochgeschobenen Jalousien zeugten von ungebetenen Besuchern.

Draheim weiß um die Problematik. „Wir wollen diesen Zustand unbedingt beseitigen“, so der Bauherr. Er habe bei der Polizei Anzeige wegen Hausfriedensbruchs gestellt, und es sei auch ein mutmaßlicher Eindringling ermittelt worden. „Aber die Leute sind hartnäckig“, sagt Draheim. „Deshalb müssen wir immer wieder nachsichern.“ Es sei schwierig, die Situation in den Griff zu bekommen.

Tor aus Verankerung gebrochen

Wie hartnäckig manche Zeitgenossen sind, zeigt sich auch am Vordereingang der Kirche hinter dem Turm. Hier wurde ein ehemals verschlossenes, eisernes Tor aus der gemauerten Verankerung gebrochen. In dem kleinen Innenhof liegt jede Menge Müll, im Moment nur durch den Schnee verdeckt. Ein Kapitel, das bald beendet sein soll.

2006 fand der letzte Gottesdienst statt, die Kirche wurde profaniert und war seit 2007 Lagerraum für Kircheninventar für das Diözesanmuseum Paderborn. Inzwischen ist sie leer geräumt. Die Filialkirche Heilig Geist war von 1966 bis 1969 nach Plänen des renommierten Kirchenarchitekten Otto Weicken (1911-1984) errichtet worden.

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