Handel mit reinen Naturprodukten

Heilen mit Hanf: Hamms erster CBD-Laden hat eröffnet

Lars Drafz (links) und Sebastian Probst betreiben den CBD-Shop an der Werler Straße.
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Ganz in Grau in der grünen Oase: Lars Drafz (links) und Sebastian Probst betreiben den CBD-Shop an der Werler Straße.

Hanfbier, Duschgel und Kosmetika aus Hanf sowie CBD-Öle: Das und mehr bietet die „Grüne Oase“, dem wohl ersten auf Cannabidiol (CBD) spezialisierten Laden in Hamm.

Hamm - Mit Cannabis und Marihuana direkt hat das Geschäft, in dem bis vor wenigen Monaten noch Brautmoden verkauft wurden, aber nichts zu tun. Der einfache Grund liegt in der Dosierung: Beispielsweise sind in den CBD-Ölen maximal 0,2 Prozent des Cannabis-Wirkstoffs THC sowie maximal 20 Prozent CBD selbst erlaubt, sodass sie keine Rauschwirkung haben. Mit dem gering dosierten THC und dem Cannabidiol lässt sich dennoch eine Wirkung erzielen, wie Geschäftsführer Lars Drafz erklärt. „Es hilft beispielsweise, um besser mit Schmerzen klar zu kommen“, sagt er.

Auch bei Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit sowie anderen Erkrankungen könnten CBD-Öle helfen (siehe Infoblock unten), sagt der Geschäftsführer. Er, der früher in der Pharmaindustrie gearbeitet hat, sieht in CBD- und Hanfprodukten einen Vorteil: „Es sind Naturprodukte, die weg von der Chemie gehen.“

Der Markt für CBD-Öle und Hanfprodukte ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Das sieht man auch daran, dass es solche Waren mittlerweile sogar in Drogerie-Regalen großer Ketten geschafft haben. In Münster ist das Geschäft „Grüne Oase – Premium CBD Shop“ schon länger am Markt, mit Hamm wird nun ein neuer erschlossen. Nachdem das Brautmodengeschäft neben dem „Antalya-Grill“ an der Ecke Werler Straße und Alleestraße schloss, stand das Ladenlokal nur kurze Zeit leer und war für Lars Drafz der ideale Standort für die zweite Filiale des CBD-Ladens. Einerseits, weil die Lage gut sei und andererseits, weil es direkt vor der Tür sowie an der Liebfrauenkirche viele Parkmöglichkeiten gibt.

Keine Medizin

CBD-Produkte sind nicht als Medizin- oder Arzneimittel zugelassen. Einige Produkte fallen daher unter die Kategorie Lebensmittel, andere unter Kosmetika. Zum Thema erklärt die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite: „Auch um den Hanf-Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) entwickelt sich ein regelrechter Hype. Als Hilfe bei Menstruationsbeschwerden, Schlafstörungen oder Depression preisen einige Hersteller ihre Produkte an. Ferner sollen sie Abhilfe bei Gelenkschmerzen (Arthrose), Migräne, Alzheimer, Epilepsie und sogar bei verschiedenen Krebserkrankungen et cetera schaffen. Hierbei handelt es sich um krankheitsbezogene Aussagen, die generell für Lebensmittel nicht verwendet werden dürfen.“

Es dürfen keine Heilversprechen laut Heilmittelwerbegesetz gemacht werden, das gilt für Arzneimittel, Medizinprodukte und „andere Mittel, Verfahren, Behandlungen und Gegenstände, soweit sich die Werbeaussage auf die Erkennung, Beseitigung oder Linderung von Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhaften Beschwerden bei Mensch oder Tier bezieht, sowie operative plastisch-chirurgische Eingriffe, soweit sich die Werbeaussage auf die Veränderung des menschlichen Körpers ohne medizinische Notwendigkeit bezieht.“

Heilen mit Hanf in Hamm: Idee aus Amerika

Die „Grüne Oase“ mit rund 150 bis 200 Produkten betreibt Geschäftsführer Drafz zusammen mit einem Freund, Sebastian Probst. Wie die beiden auf die Idee für den Laden gekommen sind? „Wir waren zusammen auf Weltreise, unter anderem in den USA und Südamerika“, erzählt Probst. Dabei habe man häufig gesehen, wie andere Länder mit derartigen Produkten umgehen. „Gerade in den USA wird es nicht zu Rauschzwecken genutzt“, erklärt er. Grundsätzlich ist der Umgang mit Cannabis und Marihuana sowie Produkten auf deren Grundlagen ein anderer als etwa in Deutschland. Das zeigt sich etwa darin, dass Marihuana mittlerweile in vielen Staaten der USA erlaubt ist, auch in Kanada ist es legal.

Es sind Naturprodukte, die weg von der Chemie gehen.

Lars Drafz, Geschäftsführer

„Wir möchten den Menschen CBD näher bringen“, erklärt Lars Drafz und sieht darin auch einen allgemeinen Trend hin zu naturbelassenen Produkten. Denn: „Alles geht wieder hin zur Natur.“

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