Auf Feld in Heessen

Tödliches Treiben: Nicht angeleinter Hund hetzt Häsin und richtet Massaker an 

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Hunde sollten auch auf freiem Feld und fern von Zweibeinern nicht einfach drauf los laufen dürfen.

Hamm - Da kann einem schon mal die Galle überkochen. Völlig unnütz greift der Mensch in diesen Tagen in die ohnehin schon grausamen Abläufe der Natur ein. Jungvögel und -hasen fallen dabei im Hammer Stadtgebiet freilaufenden Hunden zum Opfer – oder werden zum gefundenen Fressen für Krähen und Elstern. Das Thema erhitzte in den sozialen Netzwerken die Gemüter und wurde sehr kontrovers diskutiert.

Antonius Ackfeld ist selbst Hundehalter, also niemand, dem man per se eine verbohrte Gesinnung unterstellen wollte. Der 64-Jährige lebt in Heessen in der Nähe des Truppenübungsplatzes. Von seinem Küchenfenster aus hat er einen prima Blick auf die umliegenden Felder, und von denen gibt es in Frielick tatsächlich recht viele. Doch die Idylle trügt. Was Ackfeld beinahe täglich vor seiner Haustür zu sehen bekommt, ist das pure Massaker. Ausgelöst durch gedanken-, vielleicht auch gewissenlose Hundehalter, die ihre Vierbeiner nicht im Griff haben und die Tiere trotzdem unangeleint über Wiesen und Felder streifen lassen. Es wäre ein leichtes, das tödliche Treiben zu unterbinden – eine Laufleine würde schon reichen.

Häsin gewinnt das Sprintduell

Der vergangene Donnerstag war einer dieser Tage, die Ackfeld meint. Aus der nahegelegenen Gartenstadt war ein Hundehalter mit seinem ziemlich großen Tier in die Felder gekommen. Der Hund lief nicht an der Leine, entdeckte eine Häsin und hetzte dieser hinterher. Die Mümmelmännin ging zwar im Sprintduell als Siegerin hervor, allerdings entdeckte der schwarze Vierbeiner auf dem Rückweg die Sasse, in der die Hasendame ihre Jungtiere abgelegt hatte.

Es begann das, was eingangs als Massaker beschrieben wurde. Der Hund grub die Jungtiere aus und zerfleischte mehrere davon. Der Halter beobachtete das Ganze aus der Ferne und zog schließlich weiter. Ackfeld kam nicht dazu, ihn zur Rede zu stellen. Bei früheren Begegnungen dieser Art waren dem 64-Jährigen auch schon mal von den Haltern Schläge angedroht worden.

Überlebender Junghase von Krähen gefressen

Ein einzelner Junghase, etwa drei Wochen alt, überlebte zunächst. Schon wenig später kreisten aber drei Krähen über der Stelle. Sie hackten dem Tier die Augen aus und fraßen es schließlich auf. „Vielleicht hätte ich den kleinen Mann sofort erlösen sollen. Dann wäre ihm wenigstens dieser Tod erspart geblieben“, sagt der Heessener. Auch, so sagt Ackfeld, reiche es, wenn ein Hund den Hasen lediglich beschnuppere. Dann würde er vom Muttertier verlassen und müsse verhungern.

Setzzeit noch bis September

Die Setzzeit hält noch bis in den September an. Mindestens so lange sollten Hundehalter ihre Tiere im Zweifel an der Leine führen. Grundsätzlich besteht im Außenbereich allerdings keine Leinenpflicht. Diese gilt nach Auskunft der Stadt lediglich in Naturschutzgebieten und in Jagdbezirken. Der Hund muss aber immer im Wirkungsbereich seines Halters bleiben.

In den sozialen Netzwerken erhitzte das Thema die Gemüter. In mehr als 200 Facebook-Kommentaren diskutierten die Leser über nicht angeleinte Hunde.

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