Stephanusschule: Die Mauer muss wieder her

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So geht’s gar nicht, finden alle Bezirksvertreter: Zaun statt Mauer an der Stephanus-Grundschule.

Heessen - Darin waren sich alle Bezirksvertreter einig: Das geht so nicht! Die Stadt habe das alte Grenzmäuerchen der Stephanus-Grundschule im Heessener Dorf einfach so entfernt – ohne Absprache, ohne Information und ohne den historischen Hintergrund zu beachten.

SPD-Fraktionschefin Dilek Erdogan kündigte an, die Verwaltung könne sich schon mal warm anziehen. Unterstützung erhielt sie dabei von ihrem CDU-Kollegen Arnd Hildwig. Jetzt soll die Mauer wieder her. Die SPD-Fraktion der Bezirksvertretung (BV) hatte im Herbst festgestellt, dass Teile der Mauer weggerissen waren und vorübergehenddurch einen Bauzaun ersetzt wurden. 

Schon zu diesem Zeitpunkt fragte Erdogan: „Warum sind wir nicht informiert worden?“ Und dann das: Wenig später hatte die Stadt einen neuen Gitterzaun statt der Mauer gebaut. Allerdings: Seit Menschengedenken stand dort das kleine Mäuerchen. 

Und so hat die Mauer für die Heessener historische wie emotionale Bedeutung. „Generationen von Heessenern sind auf dieser Mauer groß geworden“ sagte Hilwig und brachte die Stimmung in der BV auf den Punkt. Kollegin Erdogan brachte einen weiteren Aspekt ins Spiel. Es gebe doch nun mal auch eine Verbindung zur alten Schule direkt gegenüber der Stephanusschule, sagte sie, „die Mauer hat doch das Ortsbild entscheidend mitgeprägt.“ 

Sie zerpflückte auch die Antwort der Verwaltung auf die SPD-Anfrage. Es sei keineswegs eine „Maßnahme des laufenden Geschäfts“, auch wenn die Grenze von 8500 Euro nicht überschritten worden sei. Weder Schule noch Bezirksvertreter seien informiert worden – die Feststellung bei der Schulbereisung, dass die Mauer marode sei, reiche als Information in keiner Weise. 

Hilwig schlug in dieselbe Kerbe. Er könne sich nicht erinnern, dass man bei der Schulbereisung die Zustimmung zum Abriss des Mäuerchens gegeben habe. „Im Gegenteil, wir haben danach gefragt, wie man die Mauer erhalten kann“, sagte der CDU-Fraktionschef. Und: Bisweilen werde die Bezirksvertretung wegen Angelegenheiten um ihre Meinung gebeten, die deutlich weniger wichtig seien. Zugleich unterstrich auch Hilwig, dass die Mauer den Charakter eines „Baudenkmals“ habe. 

Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke (SPD) fasste zusammen, dass alle in der BV den Abriss bedauerten. Die Verwaltung könne sich schon einmal Gedanken machen, wie sie das historische Erscheinungsbild vor der Schule wieder herstellen könne. SPD-Kollegin Erdogan formulierte es so: „Dass diese Maßnahme wieder rückgängig gemacht wird, ist das Mindesteste, das wir erwarten.“

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