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Gelände verwahrlost: Warum die Reste des Vereinsheims nicht beseitigt werden

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Von: Boris Baur, Raphael Haag

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Das war einmal das Vereinsheim an der Schlossstraße. Jetzt ist es nur noch ein Haufen Schutt - und der wird immer größer.
Das war einmal das Vereinsheim an der Schlossstraße. Jetzt ist es nur noch ein Haufen Schutt - und der wird immer größer. © © Andreas Rother

Der Sportplatz an der Schlossstraße ist schon seit Jahren nicht allzu einladend. Seit er nicht mehr genutzt wird, verwahrlost das Gelände zusehends.

Heessen - An Fronleichnam brannte nun auch noch das alte Vereinsheim und wurde bei den Löscharbeiten eingerissen. Seitdem fühlen sich scheinbar einige Personen eingeladen, mit ihrem Müll den Schuttberg zu vergrößern.

Dazu werden sie noch lange Zeit Gelegenheit haben. Denn zu einem genauen Zeitplan kann die Stadt derzeit noch keine Angaben machen, wie Sprecher Lukas Huster auf Nachfrage mitteilte. Die Stadt als derzeitiger Pächter ist für die Beseitigung der Überreste zuständig. Einfach hinfahren und aufräumen – so einfach ist das in diesem Fall nicht.

Entsorgungsauftrag muss ausgeschrieben werden

Zunächst müsse der Bauschutt auf Schadstoffe untersucht werden – gerade infolge des Brandes seien giftige Stoffe dort nicht auszuschließen, informiert Huster. Und eben deshalb befinde sich die Entsorgung außerhalb des Leistungsspektrums des ASH und müsse ausgeschrieben werden. „Angesichts dieses erforderlichen Vorlaufs und der Auslastung entsprechender Firmen wird die Entfernung nicht kurzfristig klappen können“, führt Huster weiter aus.

Der Bauschutt muss erst auf Schadstoffe untersucht werden. Deshalb befindet sich die Entsorgung außerhalb des Leistungsspektrums des ASH und muss ausgeschrieben werden.

Lukas Huster, Sprecher der Stadt Hamm

Der Sportplatz war viele Jahre eine Institution am Rande des Heessener Dorfs. Der SV 26 trainierte und spielte teilweise dort viele Jahre und baute das Vereinsheim. Die Stephanusschule richtete dort ihre Bundesjugendspiele aus. Anfang der 2010er-Jahre übernahm Yunus Emre, bis die kaputte Drainage das Fußballspielen schon bei normalen Regenfällen kaum mehr zuließ. Der Verein zog 2019 nach Bockum-Hövel, die Asche wucherte zu und ein geplantes gemeinsames Kunstrasenprojekt mit der Stadt Hamm konnte nicht realisiert werden. Der Klub konnte seinen geplanten Eigenanteil nicht zusagen und löste zum Ende des Jahres 2021 seinen Pachtvertrag auf. Im Frühjahr dieses Jahres baute Yunus Emre dann auch sein eigenes Vereinsheim ab.

Dem Brand während des Schützenfests der 1835er fiel wenige Wochen später das zweite Gebäude zum Opfer. Die Ursache konnte nicht ermittelt werden, die Folgen sind aber noch zu sehen. Zwei große, teilweise verkohlte Schutthaufen zeugen im Eingangsbereich der Anlage von den Überresten.

Der Haufen wächst: Zu den Überresten des alten Vereinsheims wurde zuletzt wieder viel Müll beigestellt.
Der Haufen wächst: Zu den Überresten des alten Vereinsheims wurde zuletzt wieder viel Müll beigestellt. © © Andreas Rother

In den vergangenen Wochen wuchs der Haufen nun. Eine alte Gefriertruhe wurde ebenso dort abgestellt wie diverse Plastiktüten, die zum Beispiel mit Abfall, der offenbar von Renovierungen stammt, und ganz normalem Müll gefüllt sind.

„Dass Menschen den Platz zum illegalen Müllabladen nutzen, ist leider nicht erst seit dem Brand ein Problem. Auch der Verein Yunus Emre hatte damit schon zu kämpfen“, sagt Huster. Die Stadt sei dran, eine Lösung zu finden, die das verhindert. „Klar ist aber auch, dass wir nicht laufend abends/nachts den KOD patrouillieren lassen können.“

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