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Proben in der heißen Phase: Die Darsteller der Waldbühne brennen vor der Premiere

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Von: Svenja Jesse

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Kurz vor der  Premiere des  Stücks „Der kleine Horrorladen“ probt die Spielschar der Waldbühne Heessen jeden zweiten Tag.
Eine authentische Kulisse und stilechte Kostüme: Für „den kleinen Horrorladen“ bieten die Mitwirkenden auf der Waldbühne alles auf. © Rother

Bald geht es los: Das Ensemble der Waldbühne Heessen freut sich nach der Corona-Pause wieder vor Publikum spielen zu können.

Hamm - Die Kostüme hängen in den Umkleiden, Perücken, Requisiten und Bühnenbild sind fertig, Texte und Choreografien sitzen, alles ist bereit für die Premiere am 21. Mai – dann beginnt die Sommersaison der Waldbühne mit dem Kult-Musical „Der kleine Horrorladen“.

2020 und 2021 alle Aufführungen abgesagt

Eigentlich war schon vor zwei Jahren alles geplant, da musste die Waldbühne aber wegen Corona alle Aufführungen ihres Sommertheaters absagen. Und auch 2021 blieb die Freilichtbühne leer. Jetzt kann der Vorhang aber wieder aufgehen. „Wir sind sowas von bereit. Ich freue mich mega, dass es jetzt endlich wieder losgeht. Man kann sich das gar nicht vorstellen“, sagt Henrike Strickmann.

Die 20-Jährige spielt beim kleinen Horrorladen zwar „nur“ eine Nebenrolle – als „Penner“ verkleidet bespielt sie zusammen mit anderen die große Fläche rund um die Hauptschauplätze – trotzdem würde sie nichts anderes machen wollen. „Ich bin auf der Waldbühne aufgewachsen. Meine Eltern haben sich hier kennengelernt – ich bin hier quasi reingeboren und das ist meine Familie“, sagt sie und beobachtet lächelnd, wie Regisseur Sebastian Mester einigen der Darsteller auf der Bühne Anweisungen gibt.

Jeden zweiten Tag wird geprobt

Jetzt, kurz vor der Premiere, finden jeden zweiten Tag unterschiedliche Proben statt. Heute ist eine Massenprobe dran. Das heißt alle – Hauptdarsteller, Sprechrollen und Nebendarsteller, die einfach „Volk“ genannt werden, kommen auf der großen Bühne zusammen. Für den Regisseur ist es nicht immer einfach, die rund 60 Anwesenden zu koordinieren. Über ein Mikrofon erklärt er Abläufe. „Wenn ihr das hier hört, dann ist es Zeit euch auf eure Positionen zu begeben“, und „Während dieses Liedes könnt ihr einfach in euren Rollen weiterspielen.“ Wenn etwas nicht klappt, wird es einfach wiederholt. Dafür sind solche Durchlaufproben schließlich da.

Seymour arbeitet im Blumenladen von Mr. Mushnik auf der schäbigen Skid Row – wo Blumen das letzte sind, was die Leute kaufen wollen. Er ist heimlich in Kollegin Audrey verliebt, die allerdings mit einem sadistischen Zahnarzt verlobt ist, der auch gerne mal handgreiflich wird. Alles ändert sich, als Seymour eine wunderliche Pflanze kauft. Plötzlich wollen alle „Audrey II“ sehen und der Laden boomt. Leider reichen Wasser und Dünger der fleischfressenden Pflanze bald nicht mehr als Futter aus. Sie will Blut und davon eine ganze Menge. In etwa so viel, wie in so einen sadistischen Zahnarzt passt. Vielleicht ließen sich für Seymour so zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen ...

Eine sprechende Pflanze

Das Besondere bei dem Stück ist die Pflanze, die im Laufe des Stücks immer größer wird. Gleich zwei Darsteller hauchen ihr Leben ein. Alex Dröge steuert das riesige Pflanzenmaul. „Ich bewege natürlich den Mund, wenn sie spricht oder sing, kann aber auch die Zunge steuern, die Oberlippe und Unterlippe“, erklärt er. Das erfordert den Einsatz des gesamten Körpers. „So einen Muskelkater wie nach den ersten Proben hatte ich noch nie“, sagt der 29-Jährige.

Eins wünschen sich alle: „Jetzt endlich zu zeigen, was wir so lange geprobt haben.“ Und das am liebsten vor vollen Rängen. „Ich hoffe, die Leute trauen sich und kommen. Es lohnt sich“, sagt Blumenverkäufer Seymour, alias Felix Wegerich.

Die Termine:

Tickets kosten zwischen 11 und 16 Euro. Sie können im Vorverkauf an der Geschäftsstelle der Waldbühne, online über Ticketpay oder an der Abendkasse gekauft werden

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