Haus in der Nelkenstraße unbewohnbar

Vor dem Nichts: Heessener Feuer-Opfer brauchen dringend Bleibe

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Das eigene Haus ist abgebrannt – wohin jetzt? Vor dieser Frage stehen Franka und Robert Brüggemann - hier mit dem WA-Bericht über das Feuer.

Heessen - Nachdem ein Feuer ihr Haus in der Heessener Nelkenstraße unbewohnbar gemacht hat, stehen dessen Bewohner vor dem Nichts. Am nötigsten brauchen sie jetzt eine vorübergehende Bleibe.

Kurz vor Mitternacht werden die Brüggemanns (*) plötzlich wach. „Vielleicht war es ein lautes Geräusch“, sagt Franka Brüggemann. Als sie danach aus dem Fenster schaut, sieht sie die Feuerwehr. „Im nächsten Augenblick waren die Feuerwehrleute da, packten uns am Schlafittchen und führten uns raus“, sagt die 57-Jährige. Das Haus steht in Flammen, das Ehepaar ist gerettet. Die Antworten auf viele Fragen müssen sie erst finden. Unter anderem: Wo sollen wir jetzt hin?

Denn ihr Haus, das Elternhaus von Robert Brüggemann, ist vorerst nicht bewohnbar, das Paar nach einer Nacht bei Robert Brüggemanns Bruder in einem Hotel in der Nähe von Drensteinfurt untergekommen. Doch das Zimmer ist ab Freitag belegt. Nach Hause können sie vorerst nicht zurück.

Meterhohe Flammen aus Dachfenster: Küchenbrand sorgt für Großeinsatz

Das Obergeschoss der Doppelhaushälfte an der Nelkenstraße ist komplett ausgebrannt, das Dach ist über weite Teile abgedeckt. Laut Feuerwehr besteht Einsturzgefahr. Geflüchtet sind die beiden, ohne noch etwas mitnehmen zu können. Sie stehen vor dem Nichts „Wir hatten nichts als unseren Schlafanzug“, sagt Robert Brüggemann.

Erst mal unbewohnbar: Das Haus der Familie Brüggemann in der Heessener Nelkenstraße.

Ein paar Sachen dürfen sie sich am Pfingstsonntag aus dem Haus holen. „Das war sehr unheimlich“, sagt Franka Brüggemann. Die Rollläden waren noch runtergelassen, und weil es elektrische sind, funktionieren sie nicht mehr. Mit einer Taschenlampe suchen sie das Nötigste: Ausweise, Kontokarten, Autoschlüssel, Handy. Gebrannt hat es in der Wohnung nicht, aber sie stinkt bestialisch nach Ruß und Löschwasser.

Der Schaden ist gemeldet bei der Versicherung, Auskünfte haben die Brüggemanns von ihr aber noch nicht erhalten. Die Polizei ermittelt zur Brandursache, das Haus ist weiter einsturzgefährdet, „Wir wissen noch nicht einmal, ob unser Haus jetzt abgerissen werden muss, oder ob es stehen bleiben kann“, sagt Robert Brüggemann.

Auf jeden Fall brauchen Franka und Robert Brüggemann zusammen mit ihren beiden Golden Retrievern ab Freitag ein Dach über dem Kopf – vorübergehend, aber längerfristig. Denn es wird Wochen, wenn nicht Monate dauern, alle Fragen zu klären – vor allem: Wie viel zahlt die Versicherung?

Als vorübergehende Unterkunft schwebt ihnen ein Ferienhaus vor oder ein kleines Appartement – Hunde müssen erlaubt sein. „Schön wäre eine Bleibe im Erdgeschoss“, sagt Robert Brüggemann, „denn unserer älterer Hund kommt die Treppen kaum noch hoch.“

(*) Ihren richtigen Namen wollen Franka und Robert Brüggemann nicht im WA lesen; er ist der Redaktion aber bekannt.

Fragen und Antworten:

Wie ist man bei einem Brand abgesichert?

Versicherungsmakler Manfred Gerling erklärt’s: „Die Gebäude-Versicherung ersetzt Gebäudeschäden zum Neuwert – also alles, was fest mit dem Haus verbunden ist. Die Hausratversicherung ersetzt alles, was im Haus war und beweglich ist – zum Beispiel Möbel, technische Geräte, Kunstwerke oder Kleidung. Für die Hotelübernachtung nach dem Brand kommen aktuelle Versicherungen in der Regel auf, die Anzahl der Tage und die Kosten je Tag sind meist begrenzt. Bei Uraltverträgen kann es sein, dass das nicht mit abgedeckt wird.“

Wer kann den Geschädigten helfen?

Franka und Robert Brüggemann suchen dringend eine vorübergehende Bleibe – ein Appartement oder eine Ferienwohnung. Wer den beiden helfen will, kann sich per Mail heessen@wa.de in der Redaktion melden – der WA leitet das Hilfsangebot weiter.

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