Diskussion in der Kleistraße

Lebensgefahr für Vögel: Reicht kleiner Hinweis für Hundehalter?

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Initiative für Vogelschutz: CDU-Fraktionschef Arnd Hilwig, SPD-Kollegin Dilek Erdogan, der stellvertretende Bezirksvorsteher Heinrich Klockenbusch, Bezirksvorsteherin Erzina Brenencke und der grüne Bezirksvertreter Friedrich Moor (von links) beim Ortstermin im Brutgebiet.

Heessen - Die Hinweise auf das Problem kamen von Bürgern, und gleich mehrere Bezirksvertreter griffen das Thema auf: Hunde machen Jagd auf Vögel am Ende der Kleistraße – genau dort, wo gerade eine Bank am Regenrückhaltebecken zum Verweilen aufgestellt wurde. Dabei ist die Brachfläche ein Projekt zum Feldvogelschutz der biologischen Station Unna.

Die Heessener Politiker aus verschiedenen Parteien kümmerten sich. Erzina Brennecke, SPD, die Bezirksvorsteherin, erkundigte sich beim Umweltamt der Stadt. Und Arnd Hilwig, Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung machte sich bei der Biologischen Station schlau. Die Ergebnisse sind ziemlich gleich – um die Vögel zu schützen, schlagen die Experten zwei Maßnahmen vor:

  • Sensibilisierung der Öffentlichkeit und
  • Schaffung sozialer Kontrolle.

Das schauten sich die Politiker näher an. Gemeinsam machten sich Bezirksvorsteherin Brennecke und Fraktionschefin Dilek Erdogan von der SPD, der CDU-Fraktionsvorsitzende Hilwig und der Grüne Bezirksvertreter Friedrich Moor auf zu einem Ortstermin – mit Unterstützung von Markus Breer vom Umweltamt. Und dabei entwickelten sie Ideen.

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Ein Zaun sieht nicht wirklich schön aus

Bezirksvorsteherin Brennecke fasst diese zusammen. „Um die Vögel besser zu schützen, müssten wir einen Zaun bauen lassen“, sagt sie, „der aber sollte den Teich nicht komplett umschließen, sondern im Bereich der Bank noch offen sein“. Der Vorteil: Die Hunde kämen nicht mehr so leicht an die Ufer des Regenrückhaltebeckens und damit auch nicht mehr so leicht an brütende Vögel. „Das sind meistens Kiebitze und Störche“, sagt Experte Breer, „zuweilen aber auch andere Vögel“.

Bei einem Zaun soll es aber nicht bleiben, denn der sieht in der freien Natur nicht wirklich schön aus. „Wir würden rund um den Zaun gerne einen Grünstreifen einrichten“, sagt Brennecke, „vielleicht einheimische Sträucher, die sowieso in der Gegend vorkommen“. Dann könne man auf längere Sicht den Zaun wieder entfernen, wenn das Gebüsch dicht genug gewachsen ist. All das muss noch mit dem Lippeverband abgestimmt werden.

„Bitte Hunde immer an der Leine führen"

Und noch etwas unternimmt das Umweltamt: Mit einem Hinweisschild werden die Hundebesitzer freundlich an ihre Verantwortung erinnert. Unter dem Titel „Der will nur spielen“ werden Hundehalter darauf hingewiesen, dass frei laufende oder gar jagende Hunde für „Storch, Kiebitz und Co“ Lebensgefahr bedeuten, den Vögeln Stress und in der Folge Energieverlust drohen, und Elterntiere vom Nest aufgescheucht werden und somit gelegte Eier erkalten und die Küken sterben. Deshalb, insbesondere in der Brut- und Aufzuchtzeit: „Bitte Hunde immer an der Leine führen und auf den Wegen bleiben!“

„Das Schild ist ziemlich klein“

Friedrich Moor hat allerdings Zweifel, ob das reicht. „Das Schild ist ziemlich klein“, sagt er, „das kann man leicht übersehen“. Er habe ein junges Paar getroffen, dessen Hund das Wasser durchpflügte, und angesprochen. „Die waren richtig erschrocken und haben sofort den Hund zurückgepfiffen, denn das kleine Schild hatten sie gar nicht gesehen“, sagt Moor.

Und auch die Bank, die auf Anregung von WA-Leser Horst Müller dort aufgestellt wurde, soll zur größeren Sicherheit der Vögel beitragen – durch ein wenig mehr soziale Kontrolle. Denn wenn jemand auf der Bank sitzt, ist der Impuls, den Hund an die Leine zu nehmen, vielleicht stärker. Das hoffen die Politiker.

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