Heessen/Hamm-Norden/Bockum-Hövel

Wohnungsmarkt nördlich der Lippe immer enger

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Symbolbild

Heessen/Hamm-Norden/Bockum-Hövel - Der Wohnungsmarkt wird immer enger – vor allem im Marktsegment der niedrigen Mieten.

Das Thema hat die Bockum-Höveler SPD-Fraktion unlängst aufgegriffen – doch die Sozialräume hier, in Heessen und im Hammer Norden lassen sich nicht so einfach trennen. Ein Blick auf den Wohnungsmarkt nördlich der Lippe.

Die Zahlen, die Fraktionschef Damian Chatha auf die Anfrage seiner Fraktion erhielt, zeigen, dass die Zahl mietpreisgebundener Wohnungen zurückgeht. „Im Sozialraum Bockum-Hövel gibt es derzeit 569 öffentlich geförderte Wohneinheiten“, heißt es in der Antwort der Stadt, darüber hinaus zähle man im Sozialraum Hamm-Norden 358 öffentlich geförderte Wohneinheiten. Ein Sprecher der Stadt lieferte auf Anfrage die Zahl der Heessener Sozialwohnungen: 355.

Ob die Zahl der Sozialwohnungen in den vergangenen 20 Jahren in den drei Sozialräumen zurückgegangen sei, konnte der Stadtsprecher nicht sagen. Jedoch lägen Zahlen für das gesamte Stadtgebiet vor: Im Jahr 2000 habe es 15 651 öffentlich geförderte Wohneinheiten gegeben – doppelt so viele wie jetzt. Diese Entwicklung wird sich fortsetzen.

Laut Angaben der Stadt fallen im Sozialraum Bockum-Hövel bis zum Jahr 2020 25 Wohneinheiten aus der Mietpreisbindung, im Hammer Norden 72 und in Heessen 22. Fünf Jahre später nimmt diese Entwicklung noch mehr Fahrt auf: In Bockum-Hövel werden dann 91 Wohnungen nicht mehr nur Menschen mit geringem Einkommen zur Verfügung stehen, in Heessen 34, im Hammer Norden 109. Macht 234 Wohnungen weniger.

HGB: "Wir übernehmen Verantwortung2

Die städtische HGB, bei der das „G“ ursprünglich mal für gemeinnützig stand, soll sich um dieses Marktsegment besonders kümmern. Sie bietet in Heessen zwei Doppelhaushälften an, im Hammer Norden und in Bockum-Hövel dagegen ist das Angebot üppiger: 278 mietpreisgebundene Wohnungen sind es dort. In ganz Hamm sind es knapp 1000.

HGB-Bereichsleiter Dominique Lahme sagt, das Unternehmen komme seiner Verantwortung nach. Vor 15 Jahren habe die HGB noch einen größeren Bestand an sozial gebundenen Wohnungen gehabt. „Aber wenn die Mietpreisbindung ausläuft, wird die Miete nicht alle drei Jahre um 20 Prozent erhöht. Wir handeln bei all unseren Entscheidungen nach sozialen, ökonomischen und ökologischen Grundsätzen und übernehmen Verantwortung in der Stadt Hamm. Dementsprechend erhöhen wir die Mieten in einem für unsere Mieterinnen und Mieter sozialverträglichen Rahmen“, sagt er und führt den durchschnittlichen Quadratmeterpreis seines Unternehmens an. Die 4,80 Euro können sich sehen lassen – sie liegen unter dem Hammer Mietpreisspiegel und deutlich unter den Bewilligungsmieten der NRW-Bank.

Die Diskussion über bezahlbaren Wohnraum empfindet Lahme als „richtig und wichtig“ – die Mietstrukturen der HGB allerdings gäben keinen Anlass für Diskussionen. „Wir können genügend Wohnraum anbieten, der zwar nicht mehr in der Sozialbindung steht, aber trotzdem bezahlbar ist.“

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