Heessener Bezirksvertretung schafft Klarheit

Trotz Kritik: Teure Kunst im Kreisverkehr kommt

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So soll der Kreisverkehr künftig aussehen.

Heessen – Die Heessener Bezirksvertretung hat die künstlerische Gestaltung des Kreisverkehrs Ahlener Straße auf den Weg gebracht.

Die Kunst im Kreisverkehr der Ahlener Straße wird kommen – auch wenn sich alle Fraktionen der Bezirksvertretung kritisch mit dem Projekt auseinandergesetzt haben. „Die Kostenerhöhung von 20.000 hat auch bei der SPD-Fraktion große Debatten ausgelöst“, sagte Fraktionschefin Dilek Erdogan, „wir stehen aber – auch unter Berücksichtigung der Kostensteigerung – nach wie vor zum ausgewählten Entwurf des Kreisverkehrs.“ Und: „Wir sehen zugleich ein großes Versäumnis bei der Verwaltung, die ihre Aufgabe, den Kostenrahmen zu prüfen und einzuhalten nicht erfüllt und nicht akzeptable Kommunikationspolitik betrieben hat.“

Konkret kritisierte Erdogan die Verwaltung: Sie habe es nicht für nötig gehalten, die Bezirksvertretung im Vorfeld darüber zu informieren, dass die Kosten um 20.000 Euro gestiegen seien.

Kunst im Kreisverkehr: Heessen bekommt besonderen Blickfang

Erdogan führte zugleich vier Argumente an, bei den Planungen zu bleiben: 

  • Der Kreisverkehr sei als Tor zum Münsterland zu sehen und habe damit besondere Bedeutung als Aushängeschild Heessens;
  • Es handele sich hier um ein hochgradig identitätsstiftendes Kunstobjekt im öffentlichen Raum. Diese Gestaltung an einem anderen prominenten Ort in Heessen hätte in Bezug auf die zunächst angesetzte Summe von 30.000 Euro zu deutlich weniger Diskussionen geführt.
  • Die Unterhaltungskosten: Viele Kreisverkehre in Hamm, insbesondere solche mit Begrünung, seien kosten- und pflegeintensiv. Anders dieser Kreisverkehr: Die geringen Pflege- und Folgenkosten seien auch ein Kriterium bei Eröffnung des Wettbewerbsverfahrens gewesen.

Auch die CDU habe intensiv diskutiert, versicherte Fraktionschef Arnd Hilwig, man habe eine Sitzung abgehalten, die nur dieses Thema gehabt habe. Entscheidend sei für ihn, dass für Entwürfe, Wettbewerb und Planungen bereits Geld ausgegeben worden sei – Hilwig: „Da sage ich: Jetzt wird es gemacht.“

Grünen-Vertreter Friedrich Moor hingegen stimmte diesmal gegen die Verwirklichung des Entwurfs, obwohl er in der ersten Abstimmung dafür war und ihn noch immer schätzt. Und neben der Kostensteigerung führt er ein weiteres Argument an: Durch die Verkürzung der Stelen von drei auf zwei Meter wirke das Kunstwerk anders als entworfen – da helfe auch der 80 Zentimeter hohe Sockel nicht.

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