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Ukraine-Flüchtlinge in Hamm: Alfred-Fischer-Halle wieder leer

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Von: Frank Lahme

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Veranstaltungslocation und Notunterkunft Alfred-Fischer-Halle
Die Veranstaltungslocation Alfred-Fischer-Halle wurde im März für Flüchtlinge aus der Ukraine hergerichtet. Die letzten Ukrainer haben die Notunterkunft am Montag verlassen. © Rother

Die Veranstaltungslocation Alfred-Fischer-Halle wurde im März für Flüchtlinge aus der Ukraine hergerichtet – mit einzelnen, komplett eingerichteten Wohnkabinen. Nun sind alle zwischenzeitlich untergebrachten Ukrainer wieder ausgezogen.

Hamm – Vier Monate war die Alfred-Fischer-Halle in Heessen eine der Haupt-Anlaufstellen für Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine. Diese Zeiten sind nun vorüber. Wie die Stadtverwaltung auf WA-Anfrage erklärte, sei die Halle nunmehr freigezogen worden. Die letzten Menschen aus der Ukraine hätten die Örtlichkeit am Montag verlassen.

Mitte März 2022, drei Wochen nach Kriegsbeginn, war Hamms größter Veranstaltungsort zur Flüchtlingsunterkunft umgebaut worden. Bis zu 550 Menschen hätten dort untergebracht werden können. Dieser Maximalwert wurde aber nie erreicht.

Fischerhalle auch weiterhin kein Veranstaltungsort

Dass die Halle nun bald wieder für Veranstaltungen genutzt wird, scheint ausgeschlossen. Mindestens bis auf Weiteres werde sie im Stand-by-Modus gehalten, heißt es aus Verwaltungskreisen. Für den Fall, dass eine neue Flüchtlingswelle losbricht, wolle die Stadt gerüstet sein.

Ebenfalls im Stand-by-Modus befindet sich seit Wochen die Von-Thünen-Halle in Westtünnen. Auch hier wurden Trennwände und Duschcontainer aufgestellt. Flüchtlinge sind dort aber nie untergebracht worden. Ob nun die Von-Thünen-Halle oder beispielsweise auch das Jugendgästehaus Sylverberg im Kurpark von der Liste potenzieller Notunterkünfte gestrichen werden, wird sich voraussichtlich am 9. August klären, wenn der Verwaltungsvorstand der Stadt das nächste Mal zusammenkommt. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken, aktuelle Artikel zum Krieg: hier klicken.)

Nur eine Handvoll Flüchtlinge pro Woche

Der große Flüchtlingsstrom aus der Ukraine ist bereits seit Monaten nahezu versiegt. In den zurückliegenden Wochen kamen wöchentlich etwa eine Handvoll neuer Flüchtlinge nach Hamm, im Gegenzug verließen einige aber auch wieder die Stadt, zogen innerhalb Deutschlands um oder gingen zurück in ihre Heimat.

Wie viele Flüchtlinge aus der Ukraine aktuell noch in Hamm untergebracht sind, konnte die Stadtverwaltung am Montag nicht sagen. Antworten hierzu werde es voraussichtlich am Dienstag geben, hieß es aus dem Rathaus.

Drei Viertel inzwischen in Orivatwohnungen

Anfang Juli waren in Hamm rund 1.300 Flüchtlinge registriert gewesen. Davon befanden sich etwa 1.100 im Leistungsbezug. Etwa 100 Personen hatten keine Sozialleistungen in Anspruch genommen – beispielsweise weil sie bereits eine Arbeit gefunden hatten. Weitere 100 waren in andere Städte gezogen, aber noch hier registriert (was keine Belastung des Hammer Sozialetats zur Folge hat).

Etwa drei Viertel der ukrainischen Flüchtlinge sind in Hamm inzwischen in Privatwohnungen untergekommen. Der restliche Anteil befindet sich in Übergangseinrichtungen der Stadt.

Rückblick auf die ersten Kriegswochen

Groß war in den ersten Wochen des Krieges die Hilfsbereitschaft unter den Hammern, Hunderte Personen meldeten sich bei der Stadt und stellten Wohnraum oder ihre Mithilfe bei Betreuungsfragen in Aussicht. Sachspenden wurden in die Partnerstadt Kalisz nach Polen gebracht. Ebenso private Flüchtlings- und Hilfstransporte organisiert. 155.000 Euro an Spendengeldern gingen allein bei der Flüchtlingshilfe ein. 80 und mehr Flüchtlinge kamen in dieser Phase täglich neu nach Hamm. Befürchtet wurde, dass die Alfred-Fischer-Halle – zunächst für 300 Personen hergerichtet – binnen einer Woche voll belegt sein würde. Dazu kam es dann aber nicht mehr. Bereits im April ließ der Flüchtlingsstrom deutlich nach.

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