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Viel mehr Erstklässler als sonst: Schule lehnt sogar Geschwisterkinder ab

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Von: Boris Baur

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Nicht jeder Wunsch konnte erfüllt werden: An der Kappenbuschschule gab es deutlich mehr Anmeldungen, als Platz für die kommenden Erstklässler vorhanden ist.
Nicht jeder Wunsch konnte erfüllt werden: An der Kappenbuschschule gab es deutlich mehr Anmeldungen, als Platz für die kommenden Erstklässler vorhanden ist. © Rother

Rund 280 Erstklässler beginnen in Heessen im Sommer ihre Schullaufbahn. Die meisten an der Kappenbuschschule, die sogar Absagen verschicken musste. Aber auch andere Schulen im Bezirk sind „voll“.

Heessen – Mehr Erstklässler als in den vergangenen Jahren werden im kommenden Schuljahr damit beginnen, in einer der Grundschulen im Stadtbezirk Heessen das ABC zu lernen. Die Kapazitäten sind weitgehend ausgereizt, die Kappenbuschschule war sogar eine der hammweit sieben Schulen, die dem Anmeldewunsch der Eltern eine Ablehnung erteilen musste. „Das bricht uns das Herz“, spricht Konrektorin Susanne Spann von schweren Entscheidungen.

278 Kinder, hauptsächlich des Jahrgangs 2017, werden nach den Sommerferien die Klassenräume ihrer Schule betreten. Stadtweit standen zuletzt bei der Veröffentlichung der Aufnahmezusagen noch ein paar Anmeldungen aus, doch schon jetzt steht fest, dass alle fünf Heessener Grundschulen ihre Vorjahreszahlen übertroffen haben.

Kappenbuschschule: 102 Anmeldungen, 22 mehr als aktuell

102 Anmeldungen hat es für die Schule nahe der Familien-Oase gegeben. Das waren 22 mehr als im aktuellen Schuljahr. Erneut musste die Schulleitung um Rektor Peter Fricke Absagen erteilen, weil das Platzangebot eine vierte Klasse nicht zulässt. „Wir hätten es gerne vierzügig gemacht“, sagt Konrektorin Spann. Da keiner vierter Zug eingerichtet wurde, mussten Entscheidungen getroffen werden, „die unglaublich weh tun“.

Schon im Vorjahr hatte die Kappenbuschschule Schüler ablehnen müssen. Diesmal blieben sogar Kinder außen vor, deren Geschwister schon zur Sulkshege gehen. „Uns sind die Hände gebunden. Das tut mir persönlich leid“, sagt Spann.

Lediglich die Entfernung des Zuhauses zur Schule war ausschlaggebend. „Irgendein Kriterium müssen wir ja anlegen“, so Spann. Die Neubaugebiete Anneliese-Messner-Weg und Erich-Polkaehn-Straße ließen unter anderem die Zahlen ansteigen. 87 Kinder bei ein paar Fragezeichen wegen eines Förderwunsches der Eltern haben Zusagen erhalten. Das absolute Maximum. „Das stellt uns vor ein weiteres Problem“, sagt Spann. Die drei ersten Klassen haben keinen Platz für Wiederholer, für die sonst etwas freigehalten werde.

Josefschule: 51 Anmeldungen, erstmals Dreizügigkeit möglich

Das Gegenteil der Kappenbuschschule ist in Heessen die Josefschule. 51 Anmeldungen hat es mit Nachrückern gegeben (zunächst 45). Dreizügigkeit wäre möglich, Aufwärtstrend sorgt aber für Freude: „Wir sind das erste Mal seit zehn Jahren über 50 Anmeldungen“, sagt Schulleiterin Susanne Lehwald über einen starken Jahrgang. Der ist bunt gemischt, setzt sich aus 13 Kitas zusammen, wie Lehwald berichtet. „Wir werden anders wahrgenommen“, zahle sich die gute Arbeit von allen Beteiligten aus. Die jetzige 2. Klasse war sogar einzügig gestartet, ist nun aber durch Zuzug „deutlich zweizügig“, so Lehwald.

Ludgerischule: Start wieder mit zwei ersten Klassen

44 Eltern hatten ihre Kinder zunächst angemeldet – und damit schon eines mehr als im Jahr davor –, am Ende sind es 53 Schüler geworden, die im kommenden Schuljahr an der Grundschule im Hammer-Norden starten werden. Die Zahlen bewegen sich im normalen Rahmen, sagt Schulleiterin Gudula Grundel: „Wir sind voll und freuen uns darauf“. Die Ludgerischule sei wieder zweizügig.

Gutenbergschule: Im neuen Schuljahr an der Höchstgrenze

Auch die Gutenbergschule in Blickweite zum Heessener Markt bewegt sich mit 29 Anmeldungen im Rahmen der Vorjahre – und an der Höchstgrenze. Es habe vor einiger Zeit aber auch schon stärkere Jahrgänge gegeben, berichtet Barbara van Eckendonk, die Schulleiterin. Die Schule ist auf Ein- bis Zweizügigkeit ausgelegt, zwei sind es derzeit jedoch nur in der vierten Klasse. Dafür sind zwei Klassen der benachbarten Erich-Kästner-Schule im Gebäude an der Schlägelstraße untergebracht. Die große Klasse wird mit zwei Lehrern unterrichtet und in Fächern wie Deutsch und Mathe auf kleinere Gruppen aufgeteilt.

Stephanusschule: Keine Ablehnungen nötig

57 oder 58 Erstklässler (eine Entscheidung steht noch aus) begrüßt die Stephanusschule im Sommer. Ablehnungen gab es nicht. „Mit den Räumen passt es so gerade“, sagt Schulleiterin Patricia Grewatta und „von oben“ würden auch noch Schüler dazukommen. Einerseits freut sie sich über den Zuspruch, andererseits seien das schon viele Schüler pro Klasse. „Wir hoffen, dass wir vor Ort differenzieren können“, würde sie ebenfalls gerne Kleingruppen erstellen. Für eine Dreizügigkeit mangelt es an der Dorfstraße an Klassenräumen.

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