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Kanalsanierung am Hämmschen: Spektakulärer Blick in die Tiefe

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Maßarbeit: Geselle Niklas Rosinski (rechts) und Azubi Furkan Erdenk haben das drei Tonnen schwere Rohr in über sieben Metern Tiefe an seinen Platz gebracht.

Heessen - Drei Tonnen hängen am Haken und sollen sieben Meter unter Straßenniveau auf den Zentimeter genau heruntergelassen werden: Was bei der Sanierung der Kanalisation auf dem Hämmschen derzeit zu erleben ist, sieht spektakulär aus für Anwohner und andere Zuschauer.

Zwischen der Kreuzung mit dem Dasbecker Weg und der Einmündung des Losekenweges erneuern die Mitarbeiter der Baufirma Heckmann in einem zweiten Bauabschnitt die gesamte Kanalisation. In einem ersten Bauabschnitt war vorher die Kanalisierung in der Kreuzung des Hämmschen mit dem Dasbecker Weg und dem Rottkamp saniert worden.

Rohre werden tiefergelegt - um 60 Zentimeter

Grund für die Arbeiten sind verschiedene Schäden in den alten Kanälen. Worauf es jetzt ankommt, erklärt Baustellenleiter Axel Kiefer: „Wir wollen über die gesamte Länge des neuen Kanals ein bestimmtes Gefälle erreichen, damit das Wasser gut abfließen kann.“ Dazu werden die neuen Rohre etwa 60 Zentimeter tiefer gelegt als die alten.

Baustelle Am Hämmschen: Riesenrohre verlegt

Zu steil sollten die Rohre unter der Erde aber auch nicht verlaufen, und so graben die Kanalarbeiter am Hämmschen zum Teil ziemlich tief: „Bis zu acht Meter tief gehen wir, um die neuen Rohre zu verlegen“, sagt Kiefer, „jetzt sind wir auf etwa 7,30 Metern Tiefe.“

2,5 Meter lang, drei Tonnen schwer, einen Meter Durchmesser

Nach dem Graben kommt das Verlegen. Die Teilstücke der neuen Kanalisation sind etwa 2,5 Meter lang, haben einen Durchmesser von einem Meter und kommen auf ein Gewicht von drei Tonnen. Material: Stahlbeton. Die Teilstücke sind so gefertigt, dass sie genau ineinander passen und sogar abgedichtet sind. Vermutung: Das am Bagger hängende Teilstück wird erst in das bereits liegende Teilstück eingefügt und dann die letzten Zentimeter herabgelassen.

Die Vermutung ist falsch. Erst wird das Teilstück genau vor das bereits verlegte neue Rohr abgelegt. Und dann drückt der Bagger die Teilstücke mithilfe von zwei Arbeitern ineinander. Nicht jeder möchte wie Geselle Niklas Rosinski und Azubi Furkan Erdenk in der sieben Meter tiefen Baugrube stehen, wenn die Drei-Tonnen-Rohrteile langsam aber doch ein bisschen pendelnd herabgelassen werden. Betriebsratschef Michael Frank ist stolz auf die Ausbildung in der Baufirma: „Sehen Sie“, sagt er, „unsere jungen Leute lernen richtig was bei uns.“ Er verweist darauf, dass Heckmann-Azubis regelmäßig auch unter den Besten ihres Jahrgangs ihre Berufsausbildung abschließen.

Praktisches Lernen: Der Azubi in der Baugrube

Rosinski und Erdenk nehmen den Rohrgiganten in Empfang und führen ihn an den Platz, von dem aus der schwere Bagger ihn in das andere Teilstück drücken kann. Dann machen sie sich mit den Kollegen daran, die Baugrube weiterzutreiben, bis das nächste Teilstück hineinpasst.

Der Azubi Furkan Erdenk steht beim Einfügen auf dem Rohr.

Die Sanierung am Hämmschen läuft sei Juli. Nach der Erneuerung der Kanalisation wird auch die Straße neu aufgebaut: Die Fahrbahn wird auf 4,50 Meter verkleinert, und es wird in beiden Fahrtrichtungen je 1,80 Meter breite Fahrradschutzstreifen geben. Zudem wird ein zwei Meter breiter Parkstreifen angelegt, der alle 50 bis 60 Meter von der einen auf die andere Seite wechselt – dadurch soll so die Geschwindigkeit der Fahrzeuge reduziert werden. Die Sanierung von Kanalisation und Fahrbahn am Hämmschen dauert insgesamt knapp zwei Jahre und kostet rund 4,06 Millionen Euro – der Lippeverband trägt rund 3,4 Millionen Euro und die Stadt rund 660 000 Euro.

Viele Anwohner wehren sich gegen die dabei anfallenden Anliegerbeiträge: Die Baustelle ist von herausgehängten gelben Westen umgeben.

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