Ein coronabedingtes Problem: Gedränge und wildes Parken vor der OGS der Johannesschule

Viel Verkehr: Vor der OGS der Johannesschule am Großen Sandweg herrscht teilweise Chaos.
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Viel Verkehr: Vor der OGS der Johannesschule am Großen Sandweg herrscht teilweise Chaos.

Vor vielen Grundschulen entsteht vor Unterrichtsbeginn ein Verkehrschaos, weil die Eltern ihre Kinder am liebsten mit dem Auto bis vor das Klassenzimmer bringen möchten. Und genau das führt im Hammer Norden zu großen Problemen.

Hamm-Norden – Vor der Johannesschule im Hammer Norden entwickelte sich nach Schuljahresbeginn auch beim Abholen aus der Offenen Ganztagsschule (OGS) ein unerwartetes Durcheinander. Für knapp 1,3 Millionen Euro erhielt die Grundschule im Hammer Norden einen neuen Anbau für die OGS. Zur Entlastung des Andrangs trägt dies aber nicht bei.

Es sei ein neues Problem, das nach den Ferien aufgetaucht sei, sagt ein Stadtsprecher auf Anfrage dazu. Und: „Wir haben das auf dem Schirm und sind schon in Gesprächen mit der Schulleitung sowie der Polizei.“

Ein Anwohner beobachtete in den vergangenen Tagen, dass viele Eltern gegen 15 Uhr mit Autos gekommen waren, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen. Dutzende von Personen hätten am Zaun gestanden, rund 20 Pkw hätten rund um die OGS geparkt und zum Teil mitten auf der Kreuzung gestanden, der Bus sei nicht durchgekommen, berichtet Anlieger Andreas Stegmann. Er ist bei der Freiwilligen Feuerwehr und macht sich Gedanken um die Sicherheit der Kinder und über die Notwendigkeit, Rettungswege freizuhalten.

Stark befahrene Straße mit zu kleinem Gehweg

Der Gehweg vor der Schule sei sehr schmal und dennoch parkten die Eltern darauf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite halte immer ein Lkw. Schon jetzt sei der Große Sandweg eine Tempo-30-Zone. Dennoch sei sie stark befahren, auch von Lkw. 140 Kinder gingen zur OGS. „Das ist eine ganz heikle Geschichte“, sagt er. „Da müsste mal die Polizei kommen und man müsste mal mit den Eltern sprechen“, meint er. Letzteres habe er auch versucht, doch die seien sehr uneinsichtig. Zudem weist er darauf hin, dass im kommenden Jahr schräg gegenüber auch noch die neue Kita eröffnen werde.

Schulleiter Theodor Velmarig berichtet, dass die Leitung der OGS bereits versucht habe, mit dem Bezirksbeamten der Polizei Kontakt aufzunehmen. Er selbst werde sich die Situation genau ansehen.

Problem bei Schule bereits vor Corona bekannt

Dabei war das Bringen und Holen der Schüler im Mai des vergangenen Jahres schon einmal Thema in der Bezirksvertretung. Franz Josef Nordhaus hatte einen Antrag gestellt, Zonen für diesen Zweck in der Nähe der Schule einzurichten. Einen Leitfaden dafür hat der ADAC herausgegeben, mit Unterstützung des Gemeinde-Unfallversicherungsverbands Hannover und der Landesunfallkasse Niedersachsen. Danach hatte Nordhaus seinen Antrag ausgerichtet.

Die Verwaltung lehnte die Idee jedoch vehement ab. Begründung: Der Vorschlag beinhalte, die Abhol- und Bringverkehre noch zu fördern, indem die Infrastruktur noch autogerechter gemacht werde. Es sollten vielmehr die Schulkinder dahingehend motiviert werden, die Schule weitgehend selbstständig und nicht motorisiert zu erreichen, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung.

Stadt sieht kein großes Problem

Es handele sich um ein durch ein coronabedingtes Problem, sagt Stadtsprecher Tom Herberg auf Anfrage unserer Zeitung. Für die OGS gelte, dass Eltern zum Abholen ihrer Kinder das Schulgelände nicht betreten dürften. Deswegen sei festgelegt worden, dass die OGS-Kinder zum Fußgängertor am Großen Sandweg hinausgingen.

Aus diesem Grund parkten einige Eltern am Großen Sandweg und nähmen die Kinder dort in Empfang. Sonst hätten sich die Autos rund um das Schulgelände verteilt. Daraus ergebe sich an dieser Stelle mehr Verkehr in den Nachmittagsstunden. Aus Sicht der Verwaltung sei das aber kein riesiges Chaos. Bisher habe das Bringen und Abholen gut funktioniert.

Daher handele es sich nicht um ein typisches Bring- und Hol-Problem. Folglich denke man zurzeit auch nicht darüber nach, Zonen dafür im Umfeld der Schule einzurichten, so Herberg. Mit der Schulleitung, dem Bezirkspolizisten und dem Kommunalen Ordnungsdienst werde man gemeinsam überlegen, welche Veränderungen man bewirken könne, denn man könne ja nicht abschätzen, wie lange die durch Corona bedingte Situation noch andauere, sagte Herberg.

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