Jogi, so wird das gemacht: Zwei Hunde aus Hamm sind schon Europameister

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Baroness Baghira von der Koboldsburg aus Heessen ist Europasiegerin 2016 geworden.

Heessen - Wie die Mutter 2014, so die Tochter 2016. Die anderthalbjährige Hündin Baroness Baghira von der Koboldsburg aus Heessen, geboren am 11. Dezember 2014, wurde bei der jährlich stattfindenden Messe „Hund & Katz – VDH-Europasieger und Internationale Ausstellung 2016“ vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) in den Dortmunder Westfalenhallen vom 6. bis 8. Mai Europasiegerin ihrer Rasse der Bolonka Zwetnas, wie zuvor ihre Mutter Ayuna vom Danielsgraben vor zwei Jahren.

Zahlreiche goldene und silberne Pokale füllen die Glasvitrine des Züchterpaares Marlies Marmann und Dieter Holzhauer aus Heessen. Ganz vorne mit dabei: der der aktuellen Europasiegerin Baroness Baghira vom 6. Mai in Dortmund. Um die 30 Pokale haben sie mit ihrer Hundezucht schon gewonnen – die erst seit 2011 in Deutschland als Zuchthund zugelassene und ursprünglich aus Russland stammende Rasse Bolonka Zwetna (russisch: buntes Schoßhündchen) hat schon unter anderem in den Kategorien Bundessieger, German Winner oder Deutscher Gewinner auf zahlreichen Veranstaltungen gesiegt.

Europasiegerin 2016: Baroness Baghira von der Koboldsburg aus Heessen

Für den Titel Europasieger musste das hellbraun-weiße Hündchen Baghira an der Vorführleine durch den Ring geführt werden. „Schnell rennen oder springen muss diese Rasse bei der Show nicht, da sie nicht ausgepowert werden muss. Um genug Bewegung zu bekommen, müssen Bolonkas also in der Freizeit nicht neben dem Fahrrad herlaufen“, erklärt Dieter Holzhauer. Bei der Show mit insgesamt 8 771 Hunden aus 35 Nationen musste die Hündin im Dreieck laufen, eine Acht beschreiben und wurde im Anschluss auf ein Podest vor die Jury gesetzt, damit die äußeren Merkmale und das Verhalten begutachtet werden konnten.

Bolonka Zwetna (russisch: buntes Schoßhündchen)

Mutter Ayuna vom Danielsgraben wurde 2014 auch schon Europasiegerin.

Fell, Nase, Beine, Größe (26 Zentimeter dürfen nicht überschritten werden) und auch die Farbe der Nase – das braune Näschen war dem Haarkleid entsprechend – dies alles fließt in die Bewertung mit ein. Das Besondere an Bolonka Zwetnas ist, dass sich die Fellfarbe bei einem jüngeren Hund noch ändern kann. Aus weißem Fell kann noch dunkelbraun werden. Auch die Zähne werden bewertet, ob ein Rück- oder Vorbiss vorliegt. „Wenn sie zuschnappen, sind sie disqualifiziert“, sagt Marmann.

Baghira bekam ein „vorzüglich“, schloss also mit einer Eins ab. Einen Pokal in der neunten Gruppe der insgesamt zehn Gruppen des FCI (Fédération Cynologique Internationale, internationaler Dachverband aller Hunderassen) konnte sie einheimsen und setzte sich so gegen knapp zehn Konkurrenten durch. Doch, dass davon einer den Pokal bekommt, ist nicht selbstverständlich. „Wenn sie den Anforderungen nicht entsprechen, können alle leer ausgehen“, so Marmann.

Bolonka sei der perfekte Familienhund

Als Zucht waren die Vierbeiner aber eigentlich nicht geplant. „Ich hatte die Bolonkas in einer Zeitschrift gesehen und wollte sie mir nur mal anschauen“, so Marlies Marmann über ihre vierbeinigen Freunde. „Wir sind bis nach Thüringen gefahren, um uns diese kleine Rasse anzusehen und sind dann doch mit einem Hund nach Hause gefahren.“ Wie alle Hundebesitzer versichern die beiden: Ihre Hunde beißen nicht, aber: Die kleinen, wuscheligen Tiere gelten wirklich als freundlich, ausgeglichen, mit liebevollem Wesen und eignen sich, nach eigener Aussage, perfekt als Familienhund. Was auch ein Pluspunkt ist, wie Marmann betont: Sie haaren nicht.

Aus einem Hund – Baroness Baghiras Mutter Ayuna – wurden ab 2012, als die beiden Hundeliebhaber in den Verband Deutscher Kleinhundzüchter mit neuer Ahnentafel eingetreten sind, mehrere Hunde mit einem Wurf pro Jahr. Jeder Wurf der Bolonkas, deren Gründungsrassen unter anderem Bologneser, Shih Tzu und Lhasa Apso sind, habe im Durchschnitt drei bis vier Welpen. „Wir hatten aber auch schon sechs Welpen auf einmal“, so Holzhauer. Momentan haben die Heessener sechs Bolonkas bei sich wohnen. „Es ist immer schwierig, den Wurf abzugeben“, erzählt Marmann. Deshalb werde auch auf vertrauenswürdige Käufer geachtet. Schließlich soll es den Tieren weiterhin gut gehen.

Die Hundezüchter achten auf vertrauenswürdige Käufer

In ganz Deutschland gebe es knapp 40 Züchter, so Holzhauer, in Hamm wären sie wohl die einzigen. Aber ihre Zucht hat sich schon in der ganzen Republik verteilt: in Ahlen, Affeln, Hemer, Oberhausen, Essen, sogar international seien sie bis nach Utrecht in Holland und Finnland gekommen. Am 7. August haben sie zu einem großen Welpentreffen zu sich eingeladen. Dann werden sie erfahren, ob die anderen Bolonkas aus ihrer Zucht vielleicht auch ein paar Pokale gewonnen haben.

Baghira hat bereits so viele Pokale gewonnen, dass sie in die Championsklasse gehören würde und an Weltmeisterschaften teilnehmen dürfte – wenn ihre Rasse nur überall auf der Welt vom FCI anerkannt wäre. Da das noch nicht der Fall ist, müssen sich die beiden Hundezüchter mit dem EM-Titel vorerst begnügen.

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