Fischer-Halle: Auf einmal waren die Fußballtore weg

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Die Soccertore an der ehemaligen Notunterkunft für Flüchtlinge in der Alfred Fischer Halle wurden abgebaut und stehen nicht für Heessen zur verfügung.

Heessen - Die Idee war ja gut: Die Soccertore, die auf dem Gelände der Alfred-Fischer-Halle zum Zeitvertreib für die Flüchtlinge aufgestellt waren, könnten doch bleiben. Das war die Ansicht der SPD-Fraktion in der Heessener Bezirksvertretung – und deswegen formulierte Fraktionschef Ludger Moor eine entsprechende Anfrage an die Stadt. Doch bevor die handeln konnte, waren die Tore schon weg.

Die Tore seien optisch und funktional in einem guten Zustand, hatte Moor festgestellt. Daher könnte man sie als Spielmöglichkeit für die Kinder und Jugendlichen des Quartiers doch erhalten. Der Wunsch zum Erhalt der Tore sei von Jugendlichen geäußert worden – und die hätten zudem darauf hingewiesen, dass in einem größeren Umkreis keine vergleichbaren Sport- oder Freizeitmöglichkeiten für sie bestünden. Im Antrag, den die SPD-Fraktion während der Sitzung am 29. November stellte, heißt es weiter: „Möglicherweise können die Tore mit Blick auf die Nähe zur Straße, die kein Problem darstellte, solange der Zaun das Gelände begrenzte, auf einen Standort weiter im Gelände verlegt werden.“

Soccertore sind bereits abtransportiert

Wer an der Alfred-Fischer-Halle aber derzeit vorbeigeht, sieht zwar noch den Zaun, nicht aber die Soccertore. Und in der Tat sind sie weg. „Die Malteser haben sie als Eigentümer mitgenommen, offenbar, weil sie sie selber brauchen“, sagt ein Sprecher der Stadt auf Anfrage. Noch bevor die Stadt die Initiative habe ergreifen können, seien die Tore nicht mehr auf dem Gelände gewesen, so der Sprecher weiter, „damit hatte sich das erledigt“. Die Hilfsorganisation habe von dem Antrag wahrscheinlich gar nichts gewusst und offenbar einen Bedarf für für die Tore gehabt – vielleicht auf dem Gelände der Zentralen Unterbringungseinrichtung (ZUE) in Hamm-Osten.

Durch Spenden finanziert

Genau da sind die Tore nunmehr aufgebaut. Das sagt ZUE-Leiter Thilo Dieckmann. „Die Soccertore sind über Spenden für Flüchtlinge im Rahmen von ,Hamm zeigt Herz’ für die ZUE gekauft worden“, fährt er fort, „und in Absprache mit dem OB-Büro haben wir sie an der Fischer-Halle aufgebaut, damit die Menschen dort auch Fußball spielen konnten.“ Von Anfang an sei kommuniziert worden, dass die Tore wie andere Ausstattungsgegenstände auch wieder zurückkommen, wenn die Fischer-Halle nicht mehr gebraucht werde. Dieckmann: „Ende Dezember haben wir die Soccertore nach der Abnahme des Geländes an der Alfred-Fischer-Halle durch die Bezirksregierung wieder in der ZUE am Alten Uentroper Weg aufgebaut.“

Neue Tore für das Quartier?

Und: Baut die Stadt entsprechend der Idee der Heessener SPD vielleicht aus eigener Initiative Soccertore im Quartier auf? Auf den Gedanken sei man nicht gekommen; aber wenn der Wunsch dafür bestehe, könne man ja darüber nachdenken, ob das der geeignete Standort sei. Immerhin sei die Halle ja eher ein Veranstaltungsort. Ludger Moor zeigt angesichts dieser Entwicklung Informationsbedarf. „Wir werden die Verwaltung bitten, einen Bericht abzugeben, wie das gelaufen ist“, sagt er, „und ich finde es gut, wenn die Soccertore weiterhin von Flüchtlingen genutzt werden.“ Zeit genug, sich um die Angelegenheit zu kümmern, habe die Stadt ja gehabt. Zu überlegen sei, ob die Stadt für das Quartier nicht neue Tore anschaffe.

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