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Der Trick mit dem Dach

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Von: Michael Girkens

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So soll die neue Kita St. Stephanus aussehen – die Kirchtürme bleiben sichtbar. © Fritzen + Müller-Giebeler

Die Katholische Kirchengemeinde Papst Johannes hat die Pläne für den Neubau der Kindertagesstätte St. Stephanus vorgestellt – eingeladen in die Turnhalle des bisher genutzten Gebäudes waren Eltern und Nachbarn sowie Erzieher und Erzieherinnen. Die Pläne wurden durchweg positiv aufgenommen, kritische Nachfragen gab es trotzdem.

Architekt Matthias Fritzen war mit seiner Kollegin Dorothee Wittag eigens nach Heessen gekommen, um die Pläne vorzustellen. Er beschrieb die Kita, die fünf Gruppen Raum geben soll. Und die blanken Daten sind beeindruckend: 950 Quadratmeter groß ist das Gebäude, hinzukommen noch 1 200 Quadratmeter Außenfläche. Die kann auch deswegen so groß sein, weil ein Teil des Pfarrgartens für die Außenfläche der Kita zur Verfügung gestellt wird. Das kam gut an bei der Vorstellung des Vorhabens, das frühere Jugendheim abzureißen und genau hier die neue Kita zu bauen. Die ist dringend notwendig: Die alte Kita hat notfallmäßig auf fünf Gruppen aufgestockt, und die Zahl der Kinder in diesem Beritt bleibt auf absehbare Zeit hoch.

"Kein Gruppenraum gleicht dem anderen"

Trotz der fünf Gruppen: Das neue Gebäude wird sich voraussichtlich harmonisch in die Umgebung einfügen, es ist niedriger als die umliegenden Häuser, und der Blick von der Herrenstraße auf die Kirchtürme von St. Stephanus bleibt erhalten. Die Kita bleibt eingeschossig und ist so auch barrierefrei. Auch die Dachform, die zur Straße hin mehrere Giebel zeigt, erweckt den Eindruck einer kleinteiligeren Bebauung. Und diese Dachform hat einen weiteren Vorteil.

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Architekt Matthias Fritzen (links) stellte Eltern, Erziehern und Nachbarn die Planungen zur neuen Kindertagesstätte St. Stephanus in der Turnhalle des früheren Jugendheims vor. © Andreas Rother

„Kein Gruppenraum gleicht dem anderen“, sagt Architekt Fritzen, „denn die Dachneigungen sind unterschiedlich, der Dachraum ist offen, und so zeigen die Räume alle eine andere Zimmerdecke. Das erhöht den Wiedererkennungswert der Gruppenräume, jede Gruppe scheint individuell untergebracht.“ Auch den Erzieherinnen gefiel dieser architektonische Trick. Und natürlich entspricht der Entwurf den Anforderungen des Kinderbildungsgesetzes (Kibiz).

Kinder können sicher aus- und einsteigen

Neben den Gruppen- und den entsprechenden Neben- und Waschräumen bietet der Neubau weitere Flächen für sportliche Betätigungen, einen Mehrzweckraum, zwei Differenzierungsbereiche sowie jede Menge Infrastruktur.

Aber nicht nur das Innere interessierte die Gäste der Veranstaltung, auch die unmittelbare Umgebung war Gegenstand des Interesses und zahlreicher Fragen. „Den Eltern und den Anwohnern hat gefallen, dass vor der Kita ein Parkplatz angelegt wird“, sagt Pfarrer Wilhelm Lohle, „da können die Kinder sicher ein- und aussteigen, und die Straße wird nicht blockiert.“ Und: Der – öffentliche – Spielplatz nahe der Stephanusschule bleibt trotz Kita-Bau erhalten.

Nachbarn fragen nach dem Baumbestand

Nachbarn fragten auch nach dem Baumbestand – die Antwort: Der soll erhalten bleiben. Aber ob die Herrenstraße eine Einbahnstraße wird – die Frage konnte Lohle nicht beantworten: „Das weiß ich nicht, das ist Sache der Stadt.“ Die war wie die Fachberatung der Caritas, der LWL, das Bistum, der Kirchenvorstand sowie Kita-Leiterin Sabine Georg und Verbundleiter Klaus Hagemeyer von Beginn an den Planungen beteiligt.

Der Zeitplan stehe bereits, allerdings noch nicht bis in die Details, sagte Architekt Fritzen. Der Baubeginn sei fürs Frühjahr 2019 angepeilt, die Bauzeit betrage ein Jahr. So könnten im Frühjahr 2020 die Kinder und ihre Erzieher das neue Gebäude beziehen. Das Seniorenheim St. Stephanus tritt als Investor für die neue Kita auf, die Gemeinde als Betreiber der Kita zahlt die Miete.

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