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Wieder Ukrainer in Fischerhalle - Nächste Flüchtlings-Welle?

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Von: Frank Lahme

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Wieder aktiviert: Die Alfred-Fischer-Halle wird ein weiteres Mal zur Unterkunft für Flüchtlinge.
Wieder aktiviert: Die Alfred-Fischer-Halle wird ein weiteres Mal zur Unterkunft für Flüchtlinge. © Robert Szkudlarek

Nach längerer Pause werden in Hamm wieder Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Alfred-Fischer-Halle untergebracht. Steht also die nächste Flüchtlingswelle bevor?

Hamm – Nein, das ist kein Déjà-vu. Wenn an diesem Mittwoch, 23. November, erstmals wieder Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in der Alfred-Fischer-Halle in Heessen einquartiert werden, dann wird vieles anders sein als im Frühjahr 2022. Zum einen ist die große Welle der Hilfsbereitschaft in der Stadtgesellschaft deutlich abgeflacht, zum zweiten sind die Kapazitäten auf dem freien Wohnungsmarkt erschöpft, und zum dritten leben bereits rund 1 500 geflüchtete Ukrainer in der Stadt. (Sonderressort „Hamm und der Ukraine-Krieg“: hier klicken, aktuelle Artikel zum Krieg: hier klicken.)

Ukrainer in Hamm: Markt ist endlich

Vor allem die Situation auf dem Wohnungsmarkt dürfte für die Neuankömmlinge sich nun anders auswirken als im zurückliegenden Frühjahr. War die Fischerhalle in den ersten vier Kriegsmonaten für die ukrainischen Frauen, Kinder und Senioren nur eine Zwischenstation für ein paar Wochen gewesen, so kündigt sich aktuell an, dass der Aufenthalt in Hamms größter Veranstaltungs-Halle wohl von längerer Dauer sein wird. „Gelegentlich gelingt es uns zwar weiterhin, Flüchtlinge in Wohnungen zu vermitteln, aber die Reserven auf dem Markt sind anscheinend endlich“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg dem WA.

Potenzielle Vermieter wurden deshalb wieder gebeten, sich an die Stadt zu wenden und leer stehenden Wohnraum anzubieten.

Ukrainer in Hamm: Das erste Dutzend

Wie die Stadt weiter mitteilte, werden zunächst zwölf Menschen aus der Ukraine in die Alfred-Fischer-Halle kommen. Bis zum 5. Dezember seien der Stadt bislang insgesamt 55 Zuweisungen mitgeteilt worden.

Bis zu 500 Flüchtlinge können in der Alfred-Fischer-Halle untergebracht werden. Die Vision aus den ersten Kriegswochen, dass die Halle binnen eines Monats voll belegt sein würde, erfüllte sich bekanntlich nicht. Ende Juli 2022 waren die damals letzten Ukrainer aus der Halle ausgezogen. Die Stadt hatte die Halle daraufhin im „Stand-by“-Modus gehalten und die Wohnkabinen sowie alle weitere Infrastruktur vor Ort belassen.

Insofern ist die Wiederbelegung, die am Dienstag im Verwaltungsvorstand besprochen und beschlossen wurde, mit keinem großen logistischen Aufwand verbunden.

Ukrainer in Hamm: Weitere Flüchtlinge

Es sind allerdings nicht nur Menschen aus der Ukraine, die hierzulande Zuflucht suchen. In den zurückliegenden Monaten waren Flüchtlinge aus anderen Teilen der Welt für die Behörden das größere Problem. Längst laufen die Zentralen Unterbringungseinrichtungen (ZUE) voll. Im November wurden Hamm bislang 120 Geflüchtete zugeteilt – 52 davon kamen aus der Ukraine. Derzeit - Stand Dienstag, 22. November - beherbergt die Stadt 1 460 Menschen aus der Ukraine und 664 geduldete Asylbewerber (ohne die ZUE am Alten Uentroper Weg).

So überlegt die Stadt aktuell, ob auch in der Fischerhalle Flüchtlinge, die nicht aus der Ukraine stammen, untergebracht werden sollen. „Die Frage ist, ob es eine große Welle aus der Ukraine geben wird. Davon hängt alle weitere Planung ab“, sagte Stadtsprecher Tom Herberg mit Blick auf weitere Hallen in der Stadt.

Ukrainer in Hamm: Rückblick auf März 2022

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