Mountainbike-Strecke auf Halde Sachsen nicht genutzt

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Auf der Panoramahalde in der Nähe des Obi-Baumarktes stehen die Blickweiser des Heimatvereins und das Sachsenkreuz.

Heessen - Autos auf der Halde und Mountainbiker, die sich Sprungschanzen graben. Probleme wie auf der "Kissinger Höhe" oder an anderen Standorten gibt es in Heessen nicht. Im Gegenteil, auf einer der drei Halden der ehemaligen Zeche Sachsen ist eine Mountainbike-Strecke, die so gut wie nicht genutzt wird.

Bei der Umgestaltung durch den Regionalverband Ruhr wurde unter anderem auf der so genannten Alten Halde – sie ist die nördliche und höchste der drei Sachsen-Halden – eine große Treppe aus Naturstein gebaut, die als Mountainbike-Strecke gedacht war. Doch genutzt werde sie so gut wie nicht, teilte RVR-Sprecherin Barbara Klask auf Anfrage des WA mit. 

Auch so manch andere Nutzung ist inzwischen gescheitert. Das erste Hammer Windrad stand einmal auf der mittleren der drei Halden und musste auf den Enniger Berg versetzt werden, weil zu wenig Abstand zur Wohnbebauung eingehalten wurde. Anschließend zierte ein Kunstwerk, die Skulptur „Windzeiger Haldenblick“ von Jens J. Meyer, das Fundament des ehemaligen Windrades. Daher erhielt dieser künstlich angelegt Hügel bei einem Wettbewerb auch den Namen Windzeigerhalde. Das Windsegel hielt den Kräften der Natur aber nicht stand und fiel irgendwann einmal herab. Den genauen Zeitpunkt dieser Zerstörung konnte am Ende niemand mehr benennen. 

Private Initiativen erfolgreich 

Wuchernde Brombeeren am Fuß der Steintreppe und der Abfahrt zeigen, dass auf der Alten Halde, der höchsten der drei, wohl nur wenige Radler unterwegs sind.

Ob und wann das Kunstwerk wieder aufgebaut wird, steht nach wie vor in den Sternen. Eine Lösung sei hier noch nicht gefunden, teilte Klask mit. Es gebe eine Arbeitsgruppe bei der Stadt Hamm, die sich mit den Haldenzeichen beschäftige. Die kümmere sich auch um die Zukunft dieses Kunstwerkes. Erfolgreich sind hingegen die Initiativen von Heessener Vereinen. Die kleinste Halde ist die mit größtenteils aus dem Bauschutt der ehemaligen Zechengebäude aufgeschüttete Panoramahalde. Hier hat der Heimatverein Heessen im Mai 2004 zu seinem 80-jährigen Bestehen so genannte Blickweiser aufgestellt. Es sind vier Obelisken aus Sandstein, die ein Kreissegment bilden. Darin sind Plaketten eingelassen, die Auskunft über markante Punkte geben, auf die man von der Halde aus blickt. Mehrfach wurden die Steine verschmiert. Der Heimatverein gab jedoch nicht auf und richtete sie immer wieder her. 

Auf der Panoramahalde wurde außerdem im Kulturhauptstadtjahr Ruhr.2010 das als Landmarke weithin sichtbare Sachsenkreuz errichtet. Zu diesem Zweck hatte sich der Verein Sachsenkreuz gebildet und anschließend wieder aufgelöst. Treibende Kraft war dessen Gründer und 1. Vorsitzender, Josef Guse. Die acht Meter hohe Stahlkonstruktion und die sieben Stelen, die sie umringen, wurden von dem Waltroper Künstler Paul Reding gestaltet. Immer wieder finden hier Veranstaltungen und Gottesdienste statt. 

Vor allem die Panoramahalde hat sich im Lauf der Zeit zu einem Naherholungsgebiet entwickelt, das für kleine Ausflüge genutzt wird. Ein Steinkreis lädt hier vor allem im Sommer zum Verweilen ein.

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