Jede(r) darf mitspielen

Gibt‘s doch nicht? Gibt‘s doch! Hamm hat jetzt eine Murmelbahn

Es gibt einen Sieger: Ingo Müller (links), freut sich über den Triumph.
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Es gibt einen Sieger: Ingo Müller (links), freut sich über den Triumph – und darüber, dass seine Idee für eine Murmelbahn Realität wurde.

Eine ungewöhnliche neue Sportanlage sorgt im Hamm für Aufmerksamkeit. Dabei ist der „Sport“ alles andere als neu...

Hamm - Ein kleiner Schnipp mit dem Zeigefinger und die blaue Kugel verschwindet im Loch. Triumphierend schaut Dirk Grünendahl in die Runde, die sich im Marienstadion zusammengefunden hat. „Wieder gewonnen“, meinte der Zweite Vorsitzende des SVE Heessen. Dort haben sie eine neue „Sportart“ für sich entdeckt. Einmalig in Hamm und der weiteren Umgebung, aber doch jedem Kind bekannt. Auf dem Gelände sind in den vergangenen Tagen drei Murmelbahnen entstanden.

Lange bevor es Playstation und Handys gab, spielten Kinder mit den kleinen, glitzernden Murmeln, ein freier Platz und ein Loch im Boden reichten. Im Marienstadion hat Garten- und Landschaftsbauer Roland Melberg innerhalb einer Woche neben dem Eingang Richtung Rasenplatz alles akkurat hergerichtet. Der SVE ist damit nun einer von rund 20 Klubs in Deutschland, die diese Freizeitbetätigung – ähnlich dem Boule, nur im kleineren Maßstab – unter geregelten Bedingungen anbietet. Für jedermann, wie der Erste Vorsitzende Markus Röser betont.

Neues Angebot beim SVE Heessen im Marienstadion: Murmeln

Neues Angebot beim SVE Heessen im Marienstadion: MURMELN
Neues Angebot beim SVE Heessen im Marienstadion: MURMELN
Neues Angebot beim SVE Heessen im Marienstadion: MURMELN
Neues Angebot beim SVE Heessen im Marienstadion: MURMELN
Neues Angebot beim SVE Heessen im Marienstadion: Murmeln

Kostenpunkt 7500 Euro

Da das Ganze mehr als 7500 Euro gekostet hat, werden viele nun denken, „die haben einen an der Murmel“ beim SVE. Doch für Röser passen die Murmelbahnen in ein übergreifendes Konzept. „Wir möchten erreichen, dass Ältere, die nicht mehr Fußball spielen, etwas auf der Anlage machen können. Hier können sie das, auch gemeinsam mit ihren Kindern und Enkeln“, sagt er.

Schon ein Jahr zuvor ist im Marienstadion mit dem gleichen Ziel ein Boule-Feld entstanden.

„Jeder, der mit seinem abgeknickten Zeigefinger auf den Boden kommt, kann mitspielen“, betont Achim Helberg, der am ersten Murmeltag gleich als eine Art Regelwart fungiert. Die sind elementar einfach und wurden vom Deutschen Murmelrat, der auch Deutsche Meisterschaften veranstaltet, für das sogenannte „Kuhlemurmeln“ niedergeschrieben. Erst werden je drei Kugeln aufs Spielfeld geworfen, dann wird versucht, diese in das Loch zu schnippen. Wer die letzte einlocht, hat gewonnen. Es sind also Geschick und Taktik gefragt – und Geselligkeit, denn die hat der Murmelrat gleich mit in die Satzung geschrieben.

Vorbild in Ostfriesland

Die Idee zu der Bahn stammt von Jugendwart Ingo Müller, der im Ostfrieslandurlaub die „Murmelarena“ des SV Jennelt-Uttum (inklusive Zuschauertribüne) entdeckte. Müller war Feuer und Flamme und überredete seine Vorstandskollegen, das Ganze selbst auszuprobieren. Eine Wochenendfahrt später nahm das Projekt Form an und wurde nun verwirklicht.

Der SVE lädt ab sofort jeden ein, auf ein Murmelspiel vorbeizukommen. In den Vereinsfarben blau und rot gehaltenen Kugeln sind dafür testweise in die Löcher gelegt worden. Coronaregeln können bei dem Spiel eingehalten werden. Für später haben Röser und Co. aber mehr Geselligkeit im Blick. „Wir wollen künftig mit Events auf die Murmelbahn aufmerksam machen“, verspricht er Aktionen für alle Interessierten, wenn wieder mehr möglich ist. Und täglich grüßt die Murmel ...

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