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Gelbwesten-Protest in Hamm: "Irgendwann trifft es jeden"

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Von: Michael Girkens

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Detlef Romberg protestiert mit den gelben Westen gegen die Anliegergebühren der Stadt. Er plädiert dafür, die Gebühren abzuschaffen und diese aus dem Steuersäckel zu finanzieren. © Rother

Hamm - Immer mehr gelbe Westen hängen in der Straße „Am Hämmschen“, immer mehr Anwohner drücken so ihren Protest gegen die Straßenbaubeiträge aus. Zugleich weiten sie ihren Aktionsradius aus.

Sie suchen Kontakt zu anderen Bürgern, die Anliegerbeiträge zahlen sollen, und indem sie Petitionen unterstützen. WA.de sprach mit Detlef Romberg, einem der Initiatoren des Protestes am Hämmschen.

Warum hängen Sie und Ihre Nachbarn die gelben Westen aus? 

Detlef Romberg: Damit protestieren wir gegen die Straßenausbau-Beiträge. Anwohner von Straßen, die ausgebaut oder saniert werden, kommen dadurch in finanzielle Nöte. Ältere Nachbarn, die kein Erspartes haben, bekommen nicht einmal mehr einen Kredit bei der Bank. Und die jüngeren kommen in eine finanzielle Notlage, weil da auf einmal hohe Kosten kommen, die gar nicht eingeplant werden können und die man vielleicht auch gar nicht auf dem Schirm hat.

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Sind die Anliegerbeiträge bei Sanierung von Straßen zu hoch – oder sollen die ganz weg? 

Romberg: Die sollen ganz weg. Egal ob höher oder niedriger – öffentliche Straßen sind Eigentum der Städte und Gemeinden. Wir zahlen hier für die Sanierung einer Kreisstraße 40 Prozent der Kosten. In Anliegerstraßen können es 80 Prozent sein. 80 Prozent!

Was genau ist ungerecht? 

Romberg: Dass die Straße von jedem genutzt werden darf, aber nur die Anlieger müssen dafür bezahlen. Eigentlich müsste jeder zahlen, und das wäre so, wenn man Steuermittel einsetzte.

Aber 60 Prozent der Kosten der Sanierung des Hämmschen zahlt ja schon die Allgemeinheit. 

Romberg: Es geht nicht um 60 Prozent, sondern darum, dass die Kosten für viele existenzbedrohend sein können. Und es geht ja nicht nur um uns, wir kämpfen auch nicht nur für uns. Sondern auch für alle anderen, die ebenfalls von den Straßenausbaubeiträgen betroffen sind.

Sie denken an die Lippestraße? 

Romberg: Nicht nur. Das betrifft Bürger in ganz Hamm. Ich sag es mal so: Irgendwann trifft es jeden.

Haben Sie mit den Anwohnern der Lippestraße Kontakt aufgenommen? 

Romberg: Ja, haben wir und wir waren bei der Sprechstunde von Herrn Herter, dem Landtagsabgeordneten. Der sagt, wir sollten so viele Hammer wie möglich ins Boot holen. Je mehr wir sind, desto mehr kann man erreichen.

Und was können die tun? 

Romberg: Unterschreiben. Es gibt Unterschriftenlisten, zum Beispiel auf der Homepage www.openpetition.de, da kann man digital seine Unterschrift abgeben.

Der nächste Schritt? 

Romberg: Ich hoffe, wir werden immer mehr. Je mehr Menschen die gelben Westen raushängen, desto eher haben wir die Aussicht, etwas zu erreichen.

Was hat das eigentlich mit gelben Westen zu tun? 

Romberg: Das haben wir aus Frankreich übernommen. Das ist eine Methode, die auf jeden Fall ins Auge fällt.

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