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Fußballspieler bei Spiel in Heessen bespuckt? Treffen vor Gericht

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Von: Sylvia Mönnig

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Fußball
Bei dem Spiel in Heessen wurde nicht nur um den Ball gekämpft. (Symbolbild) © Uli Deck/dpa/Symbolbild

Beim Fußballspiel der zweiten Mannschaft der IG Bönen beim SVE Heessen II soll ein Bönener (37) einem Spieler der gegnerischen Mannschaft mit Absicht in das Gesicht gespuckt haben. Nun stand er wegen tätlicher Beleidigung vor dem Amtsgericht Unna.

Unna/Bönen/Hamm - Vor Gericht sprach der 37-Jährige von einem Versehen. Das sah der Betroffene anders. Es stand Aussage gegen Aussage. Nun soll eine ganze Reihe von Zeugen in einer „Neuauflage“ Licht ins Dunkel bringen.

Offenbar ging es bei der Partie zwischen den Reservemannschaften des SVE Heessen und der IG Bönen im Hammer Marienstadion am Nachmittag des 13. Februar 2022 alles andere als friedlich zu. Laut Anklage gab es Streit zwischen den Mannschaften und der gipfelte darin, so der Vorwurf, dass der 37-Jährige aus Bönen einen der Gegner anspuckte. Und der erstattete daraufhin Anzeige.

Im Prozess erinnerte sich der Angeklagte jetzt, dass es zu Diskussionen gekommen sei und dass es generell die Masche des gegnerischen Vereins sei, zu provozieren. Aber wenn sein Speichel den Mann tatsächlich getroffen habe, sei das ein Versehen und ganz gewiss kein Vorsatz gewesen.

„Das Spiel war schon recht hitzig“

Eine gänzlich andere Sicht hatte das mutmaßliche Opfer kurz darauf im Zeugenstand. Der 23-Jährige erklärte: „Das Spiel war schon recht hitzig.“ Er selbst habe versucht, die Lage etwas zu beruhigen. Da sei der an sich unbeteiligte Bönener aufgetaucht, sei mit dem Kopf nah an ihn herangekommen und habe gefragt, was er denn wolle.

Er habe ihn um Abstand gebeten, weil er doch ein wenig spucke beim Reden. Da sei der Andere etwas zurückgetreten und habe ihm dann ins Gesicht gespuckt. Gezielt – seiner Auffassung nach.

„Ich fand das schon recht widerlich“

„Ich fand das schon recht widerlich“, betonte der Zeuge und fügte hinzu, sich einige Tage etwas unwohl gefühlt zu haben. Auch habe er Herpes bekommen, was schon recht schmerzhaft gewesen sei. Und, auf Nachfrage versicherte er erneut: „Ich glaube nicht, dass das versehentlich war.“ Ekel und Empörung verbarg er nicht ansatzweise: „Wir waren zum Fußballspielen da und nicht zum Spucken.“

Angesichts der Tatsache, dass es zwei Versionen zu einem Vorfall gab, entschied die Richterin in Unna, das Verfahren auszusetzen. Anfang Dezember wird erneut verhandelt – dann mit reichlich Zeugen.

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