Naherholungsgebiet für Mensch und Tier

Fichten regelrecht aufgefressen: Der Förster weiß, wie es dem Heessener Wald geht

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Förster Hans-Lothar Wermter (rechts) erklärte den rund 40 Teilnehmern der Waldbegehung, welche Arbeiten im vergangenen Jahr im Heessener Wald erledigt wurden und was in diesem Jahr noch ansteht.

Heessen - Der heiße Sommer 2018 hat dafür gesorgt, das sich die Borkenkäfer enorm vermehrten. Sie haben die Fichten im Heessener Wald "regelrecht aufgefressen", wie der zuständige Förster sagt. Er erklärte jetzt, in welchem Zustand der Wald ist und welche Pläne umgesetzt werden sollen.   

Er ist sehr wichtig für den Erhalt der Artenvielfalt bei Pflanzen, Bäumen und der Tierwelt. Gleichermaßen ist der Heessener Wald auch als Naherholungsgebiet für Mensch und Tier ein ungemein bedeutender Ort im Stadtbezirk. Was sich dort zuletzt getan hat, wie der Stand der Dinge ist und welche Arbeiten und Maßnahmen noch geplant sind, darüber klärte Förster Hans-Lothar Wermter vom Landesbetrieb Wald und Holz rund 40 Interessierte und Mitglieder des Heessener Waldvereins auf. 

Das Wichtigste in der Zusammenfassung: 

Baumfällungen: Im vergangenen Jahr habe es keine „planmäßigen Einschläge“ gegeben, erklärte Förster Wermter schon zu Beginn des jährlichen Rundgangs. Heißt: Geplante Baumfällungen gab es nicht. Allerdings habe man in den Monaten nach dem orkanartigen Sturm Friederike im Januar 2018 aufräumen müssen. Aus Gründen der Verkehrssicherheit musste später auch eine Buche unweit des Waldeingangs neben dem Seniorenheim St. Stephanus gefällt werden. Diese habe einige „verdächtige Aspekte“ aufgewiesen, so der Förster. Die Buche sei komplett hohl und damit eine Gefahr gewesen. 

Fichten: Die etwa ein Hektar große Fichtenfläche wurde zuletzt zerstört – und zwar durch den Borkenkäfer, der die Bäume regelrecht auffraß. Im Herbst oder Winter dieses Jahres sollen in diesem Bereich dann Neupflanzungen stattfinden, wie Hans-Lothar Wermter erzählte.

Eschen: Im Bereich des Weges parallel zum Friedhof in Richtung Waldbühne wird die Esche durch das sogenannte „Falsche Weiße Stängelbecherchen“ zurückgedrängt. Aufgrund dieser Pilzart gebe es an den Eschen nur noch sehr wenig Laub, meist nur noch am Stamm. 

Wegebau: Die Stadt hat Wege im Heessener Wald in Pacht, zurzeit für die Wegeunterhaltung aber kaum finanzielle Mittel. Obwohl es Wege gebe, die für die forstwirtschaftliche Nutzung in Ordnung sind, wolle man vonseiten des Landesbetriebs aber schauen, ob man doch noch etwas für die Wegeunterhaltung tun könne, so der Förster. 

Wie Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke sagte, seien einige Wege im Wald noch „ausbesserungswürdig“, damit sie möglichst barrierefrei sind und der Wald als Naherholungsgebiet auch wirklich von allen genutzt werden kann – unter anderem auch von Rollstuhlfahrern. 

Wildnisgebiet: Ein Gebiet von 50 Hektar innerhalb des Heessener Waldes werde nicht bewirtschaftet und der Natur überlassen, erklärte Förster Wermter. Dort liege auch einiges an Holz herum, das dort auch liegen bleiben soll, damit unter anderem Insekten Lebensräume finden.

Ausblick: Die Dürre 2018 sorgte dafür, dass an 40 Prozent der Eichen Kronenschäden festgestellt wurden – so viel, wie seit den 80er Jahren nicht mehr. Deshalb hoffen nun alle auf viel Regen, der nach und nach auch dafür sorgen soll, dass die Bodenwasserspeicher aufgefüllt werden. Oftmals reiche das Wasser nicht einmal bis zu den Wurzeln, sagte der Förster.

Der Heessener Wald

Der Heessener Wald ist laut Waldverein 441 Hektar groß und bedeckt 15,6 Prozent der Fläche Heessens. Neben der forstwirtschaftlichen Nutzung steht der Aspekt als Naherholungsgebiet im Vordergrund. „Für Heessen ist der Wald ganz wichtig“, sagt Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke, denn damit habe man die „Natur vor der Haustür“. „Der Heessener Wald bietet wunderbare Möglichkeiten“, sagt sie – für Spaziergänger genauso wie für Läufer und Hundebesitzer. Gerade für Kinder biete der Wald eine Möglichkeit, Natur zu erfahren, so Brennecke. 

Sensibilisieren wolle man allerdings für das Themafreilaufende Hunde. Denn weil sie für die im Wald lebenden Tiere eine Gefahr darstellten, wolle man darüber aufklären, dass im Heessener Wald Hunde an die Leine gehören.

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