Die Sparkasse äußert sich

Einbruch in Sparkassen-Filiale: Ob das wirklich clever vom Täter war?

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Die Sparkasse an der Amtsstraße.

Hamm - Ob das wirklich clever war? Ein Einbrecher ist in der Nacht zu Dienstag in die Sparkassen-Filiale an der Amtsstraße in Heessen eingestiegen.

Der Mann, der von den im Innern angebrachten Videokameras erfasst wurde, hatte zunächst die Fensterscheibe eines Büros eingeschlagen, war ins Innere geklettert und hatte sich in der Geschäftsstelle sodann an den Sparkassenbuchschließfächern zu schaffen gemacht. 

Binnen weniger Minuten hatte er zwei Schließfachschränke aufgebrochen und Zugang zu 150 Schließfächern. Ob sich darin Geld oder Wertsachen befanden, ließ sich am Dienstag nicht vollständig klären. Die ersten 30 Kunden, die ein Schließfach gemietet hatten und von der Sparkasse erreicht wurden, sagten, dass sie keinen finanziellen Schaden erlitten hätten.

Das wird in den Schließfächern aufbewahrt

Sparkassenbuchschließfächer sind nur für die Aufbewahrung von Sparkassenbüchern bestimmt. Alles andere sei nicht versichert – und das müssten die Kunden eigentlich wissen. Der Blitzeinbruch trug sich gegen 3 Uhr zu. Zudem wurde ein Alarm – offenbar durch einen Bewegungsmelder – ausgelöst. Ein von der Sparkasse beauftragter Sicherheitsdienst fuhr daraufhin zu dem Objekt. 

Als das zerstörte Fenster entdeckt worden war, wurde die Polizei hinzugerufen. Die Beamten waren wenig später vor Ort – der Täter war da allerdings schon verschwunden. „Unsere Sicherheitsvorkehrungen haben funktioniert“, sagte Sparkassensprecher Philipp Schönenberg.

Darum gibt es noch keine Täterbeschreibung

Die Bilder der Videoüberwachung waren am Dienstag noch nicht von der Polizei ausgewertet. Deshalb gibt es bislang keine Täterbeschreibung. 

Einbrüche in Bankgebäude kommen in Hamm gelegentlich vor. Zuletzt hatten Täter in der vergangenen Woche einen Versuch an der Volksbank in Pelkum unternommen, waren aber gescheitert. 2016 wurden zwei Sparkassen-Filialen in Bockum-Hövel heimgesucht. Im Jahr 2016 gelangte ein Schließfachknacker in die Volksbank an der Bismarckstraße. Er hebelte in kurzer Zeit eine Vielzahl von Fächern auf.

In zwei dieser Fächer wurde er fündig: 90 000 Euro in bar und Schmuck im Wert von mehreren 10 000 Euro hatten sich darin befunden. Er wurde später in Ostwestfalen gefasst. Es handelte sich um einen Serientäter, der am Ende zu vier Jahren Haft verurteilt wurde.

Die Polizei nimmt Zeugenhinweise unter Tel. 02381/9160 entgegen.

Einbrüche in Wohnhäuser

Bei den Wohnungseinbrüchen sind die Zahlen rückläufig. Sie gehen seit 2017 rapide zurück. - eB

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Kommentare

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Kommentare

M. Herckenrath-KamphausenAntwort
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Aus Sicht der Bank hat alles funktioniert:
1) Alarm geht los
2) Frage wo geht der Alarm los? - Eingangshalle.

3) Frage Menschenleben in Gefahr? - Nein, die Bank ist leer. Nacht.

4) Frage Tierleben in Gefahr? - Nein.

5) Frage Sachwerte in Gefahr? - Ja.

6) Frage Wert der Sachwerte hoch oder niedrig? - Niedrig, per Definition. Glasbruch, Blechschaden, Kontoauszüge, Sparbücher aus Papier.

7) Frage Reaktion, wähle
- Kanzlerin wecken

- US-Botschaft anrufen
- force de frappe aktivieren
- oder doch irgendwie niedriger Level?

Nachgefragt
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Da schlägt ein Lausbub bei der Sparkasse die Scheibe eines Büroraumes ein, kann ohne besondere Schwierigkeiten in die Schalterhallte gelangen, öffnet mit vermutlich eher kleinen Werkzeugen zwei komplette Schließfachschränke und ein einfacher Bewegungsmelder informiert einen privaten Wachdienst. Der guckt sich die gebrochene Fensterscheibe an und sagt der Polizei bescheit. Da sagt der zuständige Sparkassensprecher wirklich "Unsere Sicherheitssysteme haben funktioniert" ?

Nichts hat funktioniert: Der Alarm hat zu lange gedauert. Die Polizei wurde nicht direkt mit informiert. Der Täter konnte komplette Schließfachschränke öffnen. Abgehauen ist er auch noch und die Auswertung der Videoaufzeichnungen dauert mehrere Tage.

M. Herckenrath-KamphausenAntwort
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Aus Sicht der Bank: Warum mehr in Sicherheit investieren als man muß? Wie es heisst, sind auch die schlabberigen Sparbuchfächer bankseitig versichert. Gehen wir mal davon aus, dass die Versicherung die Konditionen "etwa: abschließbarer Raum, darf nicht ausserhalb der Öffnungszeiten zugänglich sein" vorschreibt. Und damit hat es sich dann.

So ähnlich, wie von Banken gelegentlich Fotos aus Geldautomaten veröffentlicht werden. "Wer kennt diesen Ganoven, der mit geklauten EC-Karten operiert." Bilder dann qualitätsmässig knapp unter Mondlandung 1969. Warum? - Weil die Versicherung nirgends schreibt: Es muss eine Kamera mit mind. Sensorgröße X verwendet werden, das Aufnahmefeld muss Y ausgeleuchtet sein, das Bildrauschen darf Z nicht überschreiten. Offensichtlich schreiben die das nicht rein und zahlen einfach.