Bespuckt, beleidigt und bedroht

Ärger um Durchgangsverkehr: Anwohnerprotest am Dennehauptweg

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Mit der Protestaktion wollten die 25 Teilnehmer auf die Gefahren am Dennehauptweg aufmerksam machen.

Dasbeck – Nachdem ein genervter Anwohner mit Traktor und Anhänger den Dennehauptweg blockiert hat, machten weitere Nachbarn ihrem Ärger bei einer Protestaktion Luft: Denn nur Anlieger dürfen den Dennehauptweg passieren. Daran halten sich aber viele Autofahrer nicht.

Eingangs vom Frielicker Weg und zur Münster Straße steht jeweils deutlich sichtbar ein „Durchfahrt verboten“-Schild. Dennoch brettern täglich tausende Kraftfahrzeuge über den Dennehauptweg – zum Leidwesen der Anwohner. Dabei steht der Weg schon lange in der Diskussion. Zusammen mit der Politik sind Ideen entwickelt worden. Passiert ist seitdem kaum etwas. 

Seit gut einem halben Jahr ist der Dennehauptweg Anliegerstraße. Der Grund: Der schlechte Zustand der Fahrbahn. „Die Bankette ist total platt gefahren. Wenn Sie da durchgefahren sind, fahren Sie ohne Zähne weiter“, scherzt Brigitte Rohde, FDP-Bezirksvertreterin in Heessen. Die Bankette müsse an die Höhe der Fahrbahndecke angepasst werden, damit sich die Anwohner – auch mit Gehhilfen und Kinderwagen – dort wieder sicher bewegen können.

Gefährlich für Radfahrer

„Wenn Sie als Fahrradfahrer nach rechts ausweichen müssen, kommen Sie hier zu Fall“, sagt Anwohner Anton Ackfeld. Er kritisiert die „Flickschusterei“, die am Dennehauptweg betrieben wird: „Da wird auf ein paar Metern ein bisschen was angeflickt und dann wird wieder weitergefahren. In vier bis sechs Wochen sieht das dann so aus.“ Deshalb ist die Straße gesperrt.

Als Abkürzung genutzt

Und trotzdem fahren täglich etliche Autos mit hoher Geschwindigkeit an der Haustür der Anwohner vorbei. 2.500 Autos hat eine Anwohnerin an nur einem Tag gezählt. Viele nutzen den engen Wirtschaftsweg als Abkürzung zur Bundeswehr, zur St. Barbara Klinik oder nach Münster. 

Spricht man die Autofahrer auf ihr Fehlverhalten an, reagieren diese oft aggressiv und uneinsichtig. So wurde ein junges Anliegerehepaar bespuckt, beleidigt und bedroht. „Wir haben auch schon Anzeige erstattet“, erzählen sie. Obwohl sie noch nicht lange am Dennehauptweg wohnen, haben sie schon viel erlebt. Die erhoffte Idylle fanden sie nicht. „Wir dachten, dass es hier auf dem Land doch ziemlich ruhig sein muss. Falsch gedacht“, so die beiden. 

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70 Kilometer pro Stunde seien in den Abendstunden die Regel, heißt es weiter. Die Stadt würde die Blitzer immer zur falschen Zeit aufstellen: „Immer dann, wenn es ruhig ist.“ Da werden Spiegel abrasiert und Begrenzungspfosten umgefahren – schon längst machen sich die Anwohner nicht mehr die Mühe, diese wieder aufzustellen.

Eine Gefahr sieht Anton Ackfeld auch in der fehlenden Beleuchtung – vor allem im ohnehin schlecht einsehbaren Kurvenbereich: „Wenn Sie nachts zu Fuß oder mit dem Fahrrad wiederkommen, ist das lebensgefährlich.“ Zwei Lampen müssten dort aufgestellt werden.

Nach wie vor wird Lösung gesucht

Mit der Protestaktion wollten die 25 Teilnehmer auf die Gefahr aufmerksam machen und den Stein wieder ins Rollen bringen. „Wir müssen über umsetzbare Lösungen nachdenken, damit wir uns nicht immer nur im Kreis drehen“, so Ackfeld. Man will sich noch einmal mit den Nachbarn zusammensetzen und auch weiterhin mit den Politikern Rücksprache halten.

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