Magisches Datum für den Brokhof

368.000 Euro für den Brokhof: Heimatministerin übergibt Geld aus dem „Heimat-Zeugnis“

Viel Geld für die Sanierung des Brokhofs: Heimatministerin Ina Scharrenbach (gelbe Jacke) übergab den Förderbescheid über 368.000 Euro an Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.
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Viel Geld für die Sanierung des Brokhofs: Heimatministerin Ina Scharrenbach (gelbe Jacke) übergab den Förderbescheid über 368.000 Euro an Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann.

Ina Scharrenbach zauberte Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann im Brokhof ein breites Lächeln ins Gesicht – und das lag nicht nur an den lockeren Sprüchen, die die beiden austauschten, sondern auch an dem, was sie zu übergeben hatte.

Heessen – Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung hatte einen Förderbescheid in der Handtasche, 368.000 Euro im Rahmen des Programms „Heimat-Zeugnis“ für den Brokhof. In Abwesenheit von Bezirksvorsteherin Erzina Brennecke nahm ihr Stellvertreter Heinrich Klockenbusch diesen entgegen.

Das Geld ist eine 90-Prozent-Finanzierung, den Brokhof zu einem „Heimat-Zeugnis“ zu entwickeln – also ein Bauwerk, das für die Geschichte und die Region Zeugnis gibt. Die Stadt steuert dazu etwa 40.000 bei. Insgesamt fließen im Rahmen der Heimat-Zeugnis-Förderung rund 408.000 Euro in die Sanierung des Gebäudes. Zusätzlich finanziert die Stadt einzelne Bauprojekte, wie zum Beispiel einen Treppenlift – Kostenpunkt: etwa 12000 Euro.

Renovierung für Dauerausstellung

Der OB selbst zählte einige der Arbeiten auf, die jetzt finanziert werden können. Das Fachwerk soll instand gesetzt werden, die Wölbung des Giebels korrigiert, die Sanitäranlagen modernisiert, die Heizung erneuert – und es sollen neue Vitrinen her. Im Nebengebäude geht es um eine Renovierung der Räumlichkeiten für die Dauerausstellung und eine Erneuerung der Beleuchtung. Auch das Umfeld erfährt Veränderungen und Verbesserungen, eine Streuobstwiese soll angelegt und eine Geschichtsstele aufgestellt werden. Und: Der von Heimatverein und Martin-Luther-Schule wiederbelebte Brunnen erhält einen Galgen und eine Haspel.

Dabei geht es weniger um den Erhalt irgendeines Fachwerkhauses, es geht um den Erhalt und die Weiterentwicklung eines Bürger- und Begegnungszentrums. Hier treffen sich unterschiedliche Gruppen, die sich dem Blaudruck, der Spinnerei oder dem Schach verschrieben haben, und es finden viele Veranstaltungen statt.

Magisches Datum für den Brokhof

Heinrich Klockenbusch stellte die Geschichte des Brokhofs dar, dessen Name sich auf den Untergrund bezieht, auf dem er steht: Auf „Brockel“ nämlich, was „Bruch“ bedeutet und auch Moorboden oder Wasserboden. Urkundliche erwähnt wurde er erstmals im 13.Jahrhundert, nach einem Brand wurde zu Beginn des 19.Jahrhunderts wieder aufgebaut. Und da fiel das magische Datum des Brokhofs: Am 19.August 1906 feierte man das Richtfest – die Förderung des Heimatzeugnisses wurde ebenfalls am 19.August übergeben.

Dabei war es langer Weg zur Förderung, ob er auch schwierig war, ist nicht belegt. Das Heimat-Förderungsprogramm der Ministerin wurde 2017 aufgelegt, und bereits im Herbst 2018 regte die CDU – nach Angaben ihres Chefs Arnd Hilwig – eine Teilnahme daran an. Zu Beginn des Jahres 2019 wurde der erste Antrag gestellt – und es gab einen grundsätzlich positiven Bescheid. Allerdings musste der Antrag mit einem veränderten Konzept gekoppelt werden. Den Einsendeschluss Ende 2019 schaffte die Stadt nur knapp. Aber jetzt ist das Geld da.

Rock-und-Pop-Festival am Brokhof in Hamm-Heessen

Rock-und-Pop-Festival am Brokhof in Hamm-Heessen
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Brokhof ein viel genutzter Ort

Als Scharrenbach den Bescheid an Klockenbusch reichen wollte, stand auch der OB auf und erntete irritierte Blicke. „Wenn‘s Geld gibt, steh‘ ich natürlich auf“, sagte Hunsteger-Petermann, und Scharrenbach konterte, er solle sitzen bleiben, es gebe noch etwas zum Unterschreiben. Und mit den Worten: Wenn du mir das bitte quittieren würdest...“ legte sie ihm die Papiere hin.

Der OB strahlte und betonte, es sei ein guter Tag für Heessen, und man freue sich mit den anderen Parteien, der Brokhof sei schließlich ein von allen genutzter Ort. Und in der Tat, Justus Moor und Erzina Brennecke, Stadtbaurat Andreas Mentz und Ratsherr Oskar Burkert strahlten mit dem OB um die Wette. Der Wahlkampf ging erst am nächsten Morgen weiter.

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