Eichenprozessionsspinner breitet sich aus

Giftraupe: Bürger beklagen Probleme - Immer neue Nester

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Jede Raupe ist mit bis zu 600.000 Brennhaaren übersät.

Hamm - Es ist eine kleine Raupe, mit der sich aktuell die Hammer Verwaltung beschäftigen muss – im Larvenstadium nicht größer als fünf Zentimeter. Trotzdem ist der Eichenprozessionsspinner gefährlich. Seine Brandhaare lösen Hautausschläge aus und führen zu Beeinträchtigungen der Atemwege.

Während in den zurückliegenden Wochen Sichtungen einzelner Nester glimpflich ausgingen, klagen nun erste Hammer Bürger – darunter mindestens ein Kind – über massive Hautirritationen. Unterdessen hat sich die Raupe weiter im Stadtgebiet ausgebreitet. Im Umweltausschuss erklärte Kirsten Nieland vom Umweltamt, dass derzeit rund 140 Nistplätze bestätigt sind – „An der Geinegge“ in Bockum-Hövel seien alleine rund 200 Bäume befallen.

Vorgehen von Fall zu Fall unterschiedlich

Bei der Bekämpfung entscheidet die Stadt von Fall zu Fall. Einzelne Bäume in der Innenstadt werden demnach nur mit Warnschildern versehen. An kritischen Orten wie Kindergärten, Freibädern oder öffentlichen Plätzen will die Stadt die Nester hingegen von Spezialisten absaugen lassen.

Als Fachleute die Eichenprozessionsspinner im Freibad Selbachpark entfernten, trugen sie Atemschutzmasken und Schutzanzüge.

Auch der Riesenbärenklau breitet sich in Hamm aus

Aussicht auf eine Verbannung der gefräßigen Raupe gibt es allerdings nicht. „Die Eichenprozessionsspinner hat es immer schon gegeben. Nur in diesem Jahr eben besonders häufig“, erklärte Ulf Rosenbaum, Leiter des Umweltamtes. Und Schädlingsbekämpfung mit Gift sei nur bedingt eine Option. „Beim Spritzen könnten auch andere Tiere beeinträchtigt werden, das ist schwierig“, so Rosenbaum. Wenn, dann müsste zudem flächendeckend und auch in Naturschutzgebieten gespritzt werden.

Brennhaare bleiben gefährlich

Grundsätzlich sind Grundstücksbesitzer für die Beseitigung der Nester in ihren Gärten verantwortlich. Die Bekämpfung sollten allerdings nur Fachleute übernehmen. Um einen Überblick über die Situation zu erhalten, bittet die Stadt, jedes Nest unter der Hotline 02381/177272 zu melden. Auch, wenn die Raupen sich ab August verpuppen und als Falter weiterziehen, dürften die Probleme nicht aufhören. Denn die Brennhaare bleiben weiter gefährlich.

Die Problematik beschäftigt die Menschen in Hamm schon seit mehreren Wochen.

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