Bei der Verteilung „benachteiligt“

Frustrierte Hammer Hausärzte drohen mit Ende der Impfungen

Die Hammer Hausärzte fühlen sich bei der Verteilung des Corona-Impfstoffs benachteiligt und drohen mit einem Ausstieg aus der Impfkampagne. 

Hamm - Die Impfzentren würden offenbar bevorzugt mit Biontech versorgt, sagte Dr. Matthias Bohle, der Vorsitzende des Hammer Ärztevereins. Für die Praxen bleibe nur übrig gebliebenes Astrazeneca. Der Unmut in der Ärzteschaft sei groß. Sollte sich an der Verteilung nicht ändern, werde er selbst nicht weiter impfen. Das gelte auch für weitere Kollegen. (News zum Coronavirus in Hamm)

Der Unmut der niedergelassenen Ärzte richtet sich gegen das Land NRW, das die Verteilung der Impfstoffe organisiert. Biontech sei für Arztpraxen inzwischen schwer zu bekommen, sagte Bohle. Zugesagte Lieferungen würden kurzfristig zusammengestrichen, während die Impfzentren weiter beliefert würden. Astrazeneca bekomme er dagegen „soviel wie Sie haben wollen“. Das Mittel sei Patienten aber nach wie vor nur schwer zu vermitteln, die Arbeitsbelastung dadurch hoch. Aufklärungsgespräche dauerten mitunter eine halbe Stunde.

Papierkram ohne Ende: Matthias Bohle, Sprecher der Hausärzte in Hamm, macht seinem Frust über die Corona-Impfsituation Luft.

Die niedergelassenen Ärzte wollen Bohle zufolge eine Gleichbehandlung mit den Impfzentren. Sollte das Land die Verteilung des Impfstoffes nicht ändern, werde man nicht weiter impfen, so der Vorsitzende des Ärztevereins.

Eine Anfrage beim Düsseldorfer Gesundheitsministerium blieb am Donnerstag unbeantwortet.

Rubriklistenbild: © Reiner Mroß

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