Mögliche Öffnung nicht genutzt

Haus Henin geschlossen - Was wird mit der Kult-Gastro?

Seit mehreren Monaten ist das Haus Henin geschlossen.
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Seit mehreren Monaten ist das Haus Henin geschlossen.

Die Innenstadt wird wieder lebendig, und die Außengastronomie füllt sich. Um so enttäuschter sind potenzielle Gäste, die beim Alten Brauhaus Henin in diesen Tagen vor verschlossenen Türen stehen.

Hamm - Das Schild „Betriebsferien“, das dort schon länger hängt, weckt Befürchtungen, das Haus Henin könne womöglich die Krisen nicht überstanden haben. Also fragte der WA bei Pächter Werner Nimmert nach. „Tja, was soll ich sagen: Die Gastronomie hat keine Zukunft“, sagt der mit trauriger Stimme, seufzt und lässt Raum für die nachfolgende betretene Stille. Dann lacht er: „Ich mach doch nur Spaß.“

Tatsächlich wird das beliebte Brauhaus erst im Juli öffnen, denn der Küchenchef muss sich vorher noch einem chirurgischen Eingriff unterziehen. Gestartet wird erst, wenn der Herr der Töpfe wieder fit ist. Soll es doch eine neue Speisekarte mit leichten Sommergerichten geben, auch vegane Gerichte sind darunter.

„Aber wir sind ein Brauhaus, das heißt, es wird weiterhin Schnitzel und auch Burger geben, Steaks oder ummanteltes Schweinfilet sind auch dabei“, versichert Nimmert, der den späteren Wiedereinstieg ins Geschäft nicht weiter tragisch nimmt. So könne noch Resturlaub abgebaut werden, und zudem fehlten noch die neuen Gastronomiemöbel. „Die bekommen wir von dem Hammer Unternehmen Ellwart, das wohl so ziemlich alle Hammer Gastronomen versorgt. Entsprechend viel haben die im Moment zu tun, da viele nun investieren“, weiß Nimmert.

„Betriebsferien“ steht an der Eingangstür.

Haus Henin in Hamm: Neue Sitzmöbel zum Neustart

Tatsächlich wurde erst vor wenigen Tagen noch einmal der Außenbereich vermessen. Nun hofft der Pächter, dass bis zum Neustart auch das neue Mobiliar eintrifft. Wesentlich größer werden soll der Außenbereich nicht. Das Umfeld ist sensibel: Da gibt es zum einen das Wohnumfeld, zum anderen führt an der Lokaltür vorbei eine stark frequentierte Fahrradstrecke. „Vielleicht können wir den Außenbereich um einen Meter vergrößern. Das müssten wir aber noch beantragen. Wie zuvor wird es in jedem Fall wieder acht Tische geben“, erläutert Nimmert.

Das Sommergeschäft sei ohnehin nicht die Haupteinnahmequelle für das Henin. „Das Geschäft in den Sommermonaten nehmen wir zwar mit, aber dann ist auch Urlaubszeit. Unsere Haupteinnahmequelle ist die dunkle Jahreszeit. Dann soll es auch wieder Partys und Livemusik geben“, hofft der Gastronom auf ein halbwegs normales zweites Halbjahr. Sobald es kälter wird, werden natürlich auch wieder ein paar Seelenwärmer wie die Gulasch- und die Kartoffelsuppe auf die Karte gesetzt.

Haus Henin in Hamm: Auch Eisbären-Hunger gestillt

Nimmert und der zweite Henin-Geschäftsführer Tiberius Boda sind auch Geschäftsführer der Nibotec Fertigungstechnik GmbH an der Banningstraße. Zudem kennt man Nimmert in Hamm ob seines Engagements für die Hammer Eisbären, unter anderem als Aufsichtsratsvorsitzender der Hammer Eis eG. Letzteres führte in Zeiten der Take-away- und Liefer-Angebote (November bis Februar) zu manch erstaunlicher Bestellung. „Wir haben bei den Hammer Eisbären eine große Unterstützergemeinde. Da haben wir dann auch öfter durchaus mal nach Dortmund geliefert und waren mit drei bis vier Autos unterwegs. Obwohl ich darauf hingewiesen habe, dass das Essen unterwegs kalt werden könnte, wurde bestellt. Das war denen egal“, ist Nimmert noch immer begeistert von dieser Art der Unterstützung.

Das Team, das im Juli wieder an den Start geht, ist das alte – bis auf eine Kraft, die wieder in ihren ursprünglichen Beruf zurückgekehrt ist. Möglich machte das die Kurzarbeit, die von den Unternehmern zwischenzeitlich aufgestockt wurde. Nun bleibt abzuwarten, wann der Startschuss fallen kann: „Vielleicht wird es der 7., vielleicht der 15. Juli. Den Zeitpunkt machen wir vom Gesundheitszustand des Küchenchefs abhängig. Ab 1. Juli können wir dazu vielleicht schon ein bisschen mehr sagen“, so Nimmert.

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